Amsterdam: 2 Fotoausstellungen im Rijksmuseum

Das Rijksmuseum zeigt vom 17. Juni bis 17. September 2017 eine umfangreiche Übersichtsausstellung zur Fotografie des 19. Jahrhunderts sowie Meeresansichten.

Dreihundert Fotografien aus der eigenen Sammlung des Museums illustrieren die Vielfalt, die die Fotografie bereits kurz nach ihrer Erfindung im Jahre 1839 besaß. „New Realities. Fotografie im 19. Jahrhundert“ zeigt nicht nur Porträts, Aktaufnahmen, Stadtansichten und Reisebilder, sondern auch wissenschaftliche Fotografien, Reklamefotos und die ersten Amateuraufnahmen und Schnappschüsse.

Rijksmuseum 2017

Anne Atkins, Algen, 1843-1853, © Rijksmuseum

Ein revolutionäres Medium

Kein größerer Gegensatz ist denkbar als der zwischen der Flüchtigkeit des Fotografierens heute und den aufwändigen Experimenten der frühen Fotografen. Zweifellos führte das neue, magische Medium zu einem revolutionären Bruch mit der traditionellen Bildauffassung, wie man sie bis dahin von Gemälden, Zeichnungen oder Kupferstichen her kannte. Die Fotografie war der Anfang einer vollkommen neuen Art des Sehens und der Darstellung von Wirklichkeit.
Die Ausstellung rekonstruiert, wie man damals aufbrach, um mit der Kamera die Welt zu entdecken – vom Alltag vor der eigenen Haustür bis hin zum Leben unbekannter Völker im fernen Asien.

Röntgenaufnahmen und fotografische Darstellungen botanischer Sammlungsgegenstände zeigen exemplarisch, wie sich die Wissenschaft der Fotografie bediente. Verbrecherkarteien oder die ersten Reklamekampagnen sind eindrucksvolle Zeugnisse des praktischen Einsatzes der frühen Fotografie. Auch als künstlerisches Medium war die Fotografie erfolgreich, selbst wenn man anfangs noch auf Themen und Kompositionen aus der Malerei zurückgriff. Nicht zuletzt widmet sich die Ausstellung der Amateurfotografie und zeigt, wie deren Beliebtheit wuchs und der Unterhaltungsfaktor für die Menschen kontinuierlich stieg.

Fotografie Rijksmuseum 2017

John Hall-Edwards, Reklamefoto für Reifen von Midland Tyre, 1897 © Rijksmuseum 2017

Die Ausstellung „New Realities“ umfasst Werke von Meisterfotografen wie William Henry Fox Talbot, Julia Margaret Cameron, Roger Fenton und Gustave Le Gray, Seite an Seite mit unbekannten Arbeiten anonymer Fotografen, die noch nie öffentlich ausgestellt wurden. Besondere Aufmerksamkeit erfahren die Fotografin Anna Atkins, die das erste Fotobuch in der Geschichte der Fotografie zusammenstellte, und die niederländischen Fotografen George Hendrik Breitner und Willem Witsen.

Die Fotosammlung des Rijksmuseums

Sämtliche fotografischen Arbeiten der Ausstellung entstammen dem Sammlungsbestand des Rijksmuseums. Durch Schenkungen und durch die finanzielle Unterstützung von Privatpersonen und Sponsoren entwickelte sich die Fotokollektion des Rijksmuseums zu einer international führenden Sammlung mit zahlreichen einzigartigen Fotoalben und vielen Abzügen, die es nur ein einziges Mal oder in geringer Stückzahl gibt.

Sea Views: Schenkung an das Rijksmuseum

Zeitgleich zur Ausstellung „New Realities“ ist im Rijksmuseum „Sea Views“ zu sehen, eine Auswahl von mehr als 30 fotografischen Meeresansichten von Künstlern wie Ray Metzker, Viviane Sassen und Franco Fontana. Die Fotografien sind intensive Licht- und Farbstudien vom Landschaftsbild bis zur abstrakten Komposition, die das Meer in all seinen Facetten zeigen – mal wild und bedrohlich, mal still und klar. Die Aufnahmen entstammen einer anonymen Schenkung an das Museum.

Sea Views im Rijksmuseum 2017

Chip Hooper, Rock Garden, 2000.

Sea Views im Rijksmuseum 2017

Franco Fontana, Seascape Mare Ligure, 2005.

Sea Views im Rijksmuseum 2017

Chris McCaw, Sunburned GSP 710 Pacific Ocean, 2013.

Mehr Informationen auf Rijksmuseum.nl.

Text: Rijksmuseum
Artikelbild: Meer bei Milos von Viviane Sassen, 2013. Private Schenkung, Rijksmuseum 2017