Kategorie: Brot & Butter

Betrifft vor allem Berufs-Fotografen.

5 Mythen, die Sie als Fotograf/in durchschauen sollten

In den Beratungsgesprächen, die ich mit Fotografinnen und Fotografen führe, begegnen mir immer wieder die gleichen Vorstellungen als schwer erschütterliche Gewissheiten. Fünf habe ich nachfolgend aufgeführt.

1. Ein eigenes Fotostudio zu haben wirkt seriös.

Speziell Berufswechsler unterliegen dem Glauben, das Einrichten eines Studios mache aus ihnen einen „richtigen“ Fotografen. Lust auf ein Studio zu haben, ist nur zu verständlich. Leider stehen die Kosten in keiner vernünftigen Relation zum Nutzen. Tipp: Wenn Sie einen Arbeitsraum benötigen, mieten Sie sich einen Büroraum an, eventuell in einer Bürogemeinschaft. Der ist günstiger und setzt Sie nicht so unter Druck, im Studio zu fotografieren. (Was eigentlich?)

2. Die digitale Mittelformatkamera muss sein.

Noch so eine Methode, sich zu verschulden. Es mag das Selbstbewusstsein stärken, eine Hasselblad zu besitzen. Aber die Kamera ist schwer, langsam und teuer. Für was genau brauchen Sie die wirklich? Tipp: Wenn Sie denken, die Kunden nehmen Sie nur mit Hasselblad ernst, dann posen Sie mit einer aus dem Rent für das Profilfoto auf Ihrer Website. Das erfüllt den gleichen Zweck und Sie können nachts ruhig schlafen.

3. Man fängt am besten mit Hochzeiten an, und arbeitet sich dann zur Businessfotografie hoch.

Privatkunden und Businesskunden sind zwei Welten mit eigenen Regeln und Erfahrungen, die man jeweils machen muss. Hochzeiten können als Einkommensquelle funktionieren, wenn man gut ist und sich wirklich engagiert. Vom Privatkundengeschäft rate ich ansonsten ab. Tipp: Überlegen Sie, wie viele private Porträtkunden im Monat kommen müssten, um einen Umsatz von mindestens 3.000 Euro zu erzielen (bei 150 Euro pro Auftrag sind das 20 Kunden!) und ob das realistisch ist.

4. Man braucht ein vielseitiges Portfolio, um sich als Fotograf/in vorzustellen.

Fotografen meinen zeigen zu müssen, dass sie alles können, was ein Kunde potenziell verlangen könnte – und packen das, was alle anderen auch so ähnlich zeigen, in eine feine Ledermappe. Besser wäre es, an einer Serie zu arbeiten, die wirklich außergewöhnlich ist und die bei den Betrachtern in Erinnerung bleibt. Der fotografierende Universalist ist out, der kreative Experte gefragt.

5. Man lernt Models kennen und verdient viel Geld mit wenig Arbeit.

In dieser Legende steckt ein Körnchen (historische!) Wahrheit. Es gibt auch Leute, die den Lotto-Jackpot gewinnen. Die Chance steht bei 1 zu 140 Millionen. Der Beruf des Fotografen ist schön, aber das Einkommen unsicher und ohne extrem viel Arbeit geht als Selbstständiger ohnehin gar nichts. Tipp: Wer in oder nach einer Anstellung darüber nachdenkt, in die Fotografie zu wechseln, sollte sich diese vorzugsweise als Hobby bewahren und zur Sicherung des Lebensstandards nach einer festen Tätigkeit Ausschau halten.

Ihre Begeisterung für die Fotografie möchte ich damit nicht schmälern, aber Sie wissen ja: Illusionen zahlen Ihnen auch 2015 nicht die Miete. Erfolgreich sind Sie als Person und durch das, was Sie zu sagen oder zu zeigen haben. Folgen Sie also nicht vermeintlich bewährten Berufsregeln; seien Sie individuell und bieten Sie kreative Lösungen an. 

Dieser Beitrag wurde zuerst als Newsletter für die Leser des Buches „Erfolg als Fotograf“ versandt. Wenn auch Sie regelmäßig etwa zehn Mal pro Jahr informiert werden möchten, tragen Sie sich einfach in das Newsletter-Formular im Seitenfeld ein.

Bilder von der photokina

Jeweils über 100 Messebesucher kamen zu meinen beiden Vorträgen auf der Bühne des Professional Forums der Photokina 2014. Markus Bollen fotografierte am Dienstag und stellte mir freundlicherweise die obersten vier Fotos zur Verfügung.

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Es ging um „3 Erkenntnis-Schritte zur erfolgreichen Fotopraxis mit Perspektive“, weil sich gerade alles in der Branche ändert, nicht nur die Technik. Im gleichen Gang des Forum war zum Beispiel ein Kameraroboter für Still lifes zu bestaunen.

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Mehr Selbstbewußtsein als Experte fürs Visuelle zu entwickeln, ist meine Aufforderung, um in der Berufswelt als Fotograf auch in Zukunft bestehen zu können.

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Am Schluss gab es auch einen kurzen Einblick in das zur Photokina neu erschienene Buch „Fotopraxis mit Perspektive“.

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Eine Teilnehmerin lässt sich meine Neuerscheinung signieren.

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Nach mir auf der Bühne: Christian Ahrens und Silvia Steinbach, die eines der 16 im Buch vorgestellten Projekte repräsentierten. Live erläuterten sie ihre auch im Interview verdeutlichte Strategie, wie sie mittels freiem Projekt an Aufträge aus den großen Industrieunternehmen kamen und kommen.

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Am Messe-Sonntag Wiedersehen mit National Geographic und Expeditions-Fotografin Ulla Lohmann, die ich ebenfalls für das neue Buch interviewt habe.

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Zweimal am Tag war Canon Explorer Ulla Lohmann auf der Messe-Bühne aktiv.

Zwischen meinen beiden Photokina-Vorträgen war ich in Amsterdam auf der Unseen. Die Bilder folgen in Kürze.

Behind the Scenes II: In der Druckerei

„Fotopraxis mit Perspektive“ wird in Bobingen gedruckt, das liegt außerhalb von Augsburg. Warum gerade dort? Kessler Druck + Medien ist eine renommierte Druckerei mit langer Tradition und herzlicher persönlicher Betreuung. Dort werden aufwendige Produkte wie beispielsweise das Designmagazin „Novum“ hergestellt, das immer mit anderen Papieren und Covermaterialien aufwartet. Zum Druck war ich dort, mit meinem andersbenamten Mann, kurz Gatte genannt, wie die Empfangstafel zeigt:

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Obwohl ich schon oft im Leben an einer Druckmaschine stand: Die Achtfarbenmaschine hat mich beeindruckt. Vorder- und Rückseite eines Bogens werden gleichzeitig gedruckt!

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Die Platten für den nächsten Bogen sind schon eingehängt und werden automatisch eingezogen, wenn die Auflage des laufenden Bogens ausgedruckt ist.

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Unten ein Blick auf den Touchscreenmonitor des Scans, mit dem die Farben der Druckmaschine gesteuert werden.

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Bei der Bogenkontrolle unterm Normlicht. Alle Farben werden zwar perfekt ausgemessen, doch zusätzlich ist eine subjektive Beurteilung nach wie vor üblich.

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Auch wenn in der Druckerei alles super geklappt hat: Am nächsten Tag im Augsburger Dom musste ich die Gelegenheit ergreifen, für den Beistand von oben ein Bildopferlicht zu entzünden! „Bildopferlicht“, toll oder? In Bayern ist heute übrigens Mariä Himmelfahrt.

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Mehr über den Besuch in Augsburg folgt.

Behind the Scenes: Endspurt bei der Buchproduktion von „Fotopraxis mit Perspektive“

Das finale PDF generierte ich am ersten Sonntag im August bestimmt zwanzig Mal neu, bevor ich es auf den Server der Druckerei lud. Bei jeder Kontrolle der Seiten fiel mir eine Leerstelle zu viel bei einer Bildunterschrift auf oder eine andere Kleinigkeit. Und das nach endlosen Korrekturdurchgängen! Man ist ja immer wieder verwundert, wie man zigmal das fehlende „m“ in „Schminkspiegel“ übersehen konnte – und ganz erleichtert, wenn es beim x-ten Lesen dann schließlich auffällt. Bis zum letzten Moment gibt es auch inhaltliche Korrekturen, bei denen ich natürlich immer in Sorge bin, neue Schreibfehler zu erzeugen. Zudem gibt es das Feintuning bei der Grafik. Als alles schon fertig ist, entscheide ich, die längeren Erläuterungen zu einigen Fotografien zu „unbolden“, also nicht fett zu lassen, weil das einen optisch so dominanten Block gibt, der die Wirkung der Fotos beeinträchtigen kann. Und die Bilder muss man natürlich auch alle kontrollieren und ggf. nachbearbeiten, wenn beispielsweise der Himmel droht, im Druck keinen Tonauftrag mehr zu haben. Einige ließ ich proofen, um sicherzugehen (siehe Artikelbild). Viele Jahre lang mit der Druckvorstufe kooperiert und etliche Dutzend Magazine und einige Bücher produziert zu haben, bewirkt zumindest, dass man problembewusst mit diesen Dingen umgeht. Heute gibt es leider keine Lithografen mehr, die die Farbkorrekturen übernehmen, dafür hat man Photoshop. Ich finde es immer noch seltsam, ein PDF durch eine Datenleitung zu schicken, das dann, so wie es ist, zum Buch wird.
Wie die Fotoprojekte, über die ich schreibe, funktioniert auch das Buch. Es ist aufwendig: Am Anfang des Jahres 2014 ging es los und seitdem habe ich fast jeden Werktag und am Ende auch an allen Wochenenden daran gearbeitet. Es kostet außer der Zeit auch sehr viel Geld. Aber wenn man eine Idee, unbändiges Ausdruckswollen und womöglich gar ein Anliegen hat, scheut man wie die vorgestellten Fotografen eben weder Kosten noch Mühe. Für mich ist es die Art Buch geworden, die ich selbst gerne gehabt hätte, als ich anfing, mich ernsthaft für das Medium zu begeistern.

Von der Idee über die Recherche zum Konzept

Wie das oft bei freien Projekten ist, wusste ich zu Beginn nur, ich wollte für einen Teil des Buches die Darstellungsform des Interviews wählen, um nicht nur immer wieder zu proklamieren, man solle doch bitte freie Projekte fotografieren, sondern Fotografinnen und Fotografen zu Wort kommen lassen, die das tun und damit erfolgreich sind. Ich habe längere Zeit recherchiert und überlegt, wer wohl interessant genug ist, und auch bereit, etwas von sich zu erzählen. Das ist, wie wir von wortlosen Fotografenwebseiten wissen, schon eine große Hürde. Einige, bei denen ich mir zunächst total sicher war, sie im Buch vorstellen zu wollen, hatten inzwischen Projekte vorgelegt, über die ich lieber den Mantel des Schweigens breiten wollte als zu reden. Hinzu kamen Schwangerschaften und andere Wechselfälle des Lebens oder des Konzeptes, die eine Kooperation verhinderten.
Bei aller Vorab-Recherche und dem Umstand, dass ich einige Interviewte schon vorher kannte, merkt man den Interviews, hoffe ich, meine Neugier an. Bücher mit standardisierten Interviewfragen finde ich nämlich furchtbar. Die sind natürlich viel einfacher zu realisieren, vor allem, wenn man die Interviews schriftlich führt. In den Fällen, in denen das notwendig war, habe ich die Form des Ping-Pong-Interviews gewählt: Ein, zwei Fragen geschickt und die Antwort abgewartet, dann erst die nächste Frage oder Fragen. Und, was vielleicht erstaunt: Das Interview ist eine journalistische Form, die viel mehr Arbeit erfordert, als das Schreiben eines laufenden Textes. Denn in der Regel ist gesprochene Sprache in geschriebene Sprache mit vollständigen Sätzen zu redigieren, und sehr viele „auch“ und „dann’s“ sind dabei zu eliminieren, um einen schönen Lesefluss zu gewährleisten. Manchmal hatten zudem die Interviewten das Bedürfnis, nachträglich inhaltliche Änderungen vorzunehmen. Ein Buch ist ja quasi „für die Ewigkeit“ – obwohl das heute auf einen Blog-Text vielleicht viel eher zutrifft.

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Kleine Ausdrucke der Doppelseiten halfen dabei, die Reihenfolge der Beiträge zu optimieren und eventuelle Lücken zu füllen.

Nachdem ich die 16 Interviews geführt, transkribiert und in vier Fällen auch übersetzt hatte, mussten sie von der Länge ins Layout passen, was wundersamerweise meist aufging. Die Interviewanfragen habe ich übrigens gestaffelt gestellt. Auch das ähnlich einem Fotoprojekt. Nach etwas mehr als der Hälfte legte ich die Interviewlayouts auf dem Boden aus, um eine schlüssige Reihenfolge zu finden und zu sehen, welche Aspekte eine gute Ergänzung wären. Ich kann gar nicht einschätzen, ob das Lesern überhaupt wichtig ist und auffällt, aber für mich sind die schlüssige Abfolge, die sich gegenseitig ergänzenden vielfältigen Themen und unterschiedlichen Werdegänge das, was mir am Buchkonzept am meisten Freude macht und bedeutet.

Eine wichtige Frage für das Essay: Welche Fotopraxis hat Perspektive?

Vor die wunderbaren Geschichten, Einsichten und Praxiserfahrungen der Fotografinnen und Fotografen hat die Autorin (also ich) die Lektüre eines Essays gesetzt. Zum einen, weil darin auf verschiedene Aspekte in den Interviews übergreifend aufmerksam gemacht wird, die man sonst vielleicht überlesen würde. Zum anderen, weil es mir ein großes Anliegen ist, die aktuellen dramatischen Veränderungen in der fotografischen Praxis zu beleuchten. Nur, wenn man nüchtern betrachtet, was sich verändert, kann man auf diese Veränderungen entsprechend reagieren. Ich möchte es einmal ganz knapp und drastisch so zusammenfassen: Die Zeiten des leicht verdienten Geldes und der Fotografie als Handwerk mit goldenem Boden sind vorbei. Die Fotografie hat aber eine durchaus spannende Perspektive als Ausdrucksmedium – für alle, die sich wirklich reinhängen und dabei nicht (nur) ans Geld denken. Bei meinen Recherchen bin ich tatsächlich auf Tendenzen gestoßen, die so noch niemand gesehen hat – positive natürlich!
So wie Fotografen an ihrer Bildsprache arbeiten (ich bin wahrlich kein Freund dieses Ausdrucks!), arbeite ich an meiner Buchsprache. Jedes Werk hat seine Tonlage. Angesichts der schwierigen Situation vieler Fotografen und sechzehn sensibler Interviewpartner schien mir ein positiv gestimmter Grundtenor durchaus angemessen. Das ändert aber nichts an dem Umstand, dass ich wieder klar sage, was Sache ist: Das große Umdenken ist für jeden notwendig, der in und mit der Fotografie weiter sein Glück finden will.
Seien Sie also gespannt auf „Fotopraxis mit Perspektive – 16 erfolgreiche Projekte und ihre Macher“! Das Buch erscheint rechtzeitig zur photokina Anfang September 2014.

Fotodrohne: Die Fotografie hebt ab

Selfie mal anders. Herr Schneider navigiert die Fotodrohne.

Selfie mal anders. Herr Schneider navigiert die Fotodrohne

In der kommenden Ausgabe des Magazins Fine Art Printer (erscheint Ende Juni) stelle ich in meiner Artikelreihe „Ernsthafte Leidenschaft“ den Naturfotografen Alexander Schneider aus Österreich vor. Nachdem der Artikel schon abgeschlossen war, legte sich Alexander Schneider eine Drohne zu. Diese durchaus erschwinglichen Fluggeräte  erweitern die Fotografie um die Vogelperspektive. Da das ein großes Thema im Moment ist,  gebe ich hier die ersten Praxiserfahrungen weiter, die mir der Obmann des bekannten Perger Fotoclubs netterweise zusandte.

„Ich benutze eine Drohne mit ca 90cm Durchmesser und sechs Antrieben, genannt Hexacopter. Dazu verwende ich die Sony Alpha 7 (Vollformat, aber geringes Gewicht). Steuern und gleichzeitig am Monitor den Bildausschnitt suchen erfordert viel Übung! Langsam bekomme ich es in Griff. Das größte Problem sind die Vibrationen, besonders bei Wind. Hier kommt mir das tolle Rauschverhalten der Sony zugute (1600 ASA, meist über 1/1000 sec). Wenn aber berichtet wird, dass die Sony es mit den Vollformatkameras aufnehmen kann, halte ich das für übertrieben. Sie hält den Vergleich mit meiner Mark III bezüglich Auflösung einfach nicht stand. Mag sein, dass es am mitgeliefertem 28-70mm Objektiv liegt. Das 35mm-Zeiss-Objektiv (120g!) ist schon bestellt. Dann kann ich mehr sagen. Meine Bilder müssen für eine Ausbelichtung auf das A2-Format geeignet und druckfähig sein.“

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Der Hexakopter mit Sony Alpha 7

Die Steuerung der fliegenden Kamera

Die Steuerung der fliegenden Kamera

Die Benutzung solcher Fotodrohnen ist genehmigungspflichtig. Dazu sollte man sich vorher über die jeweilige Rechtslage informieren. „Die Gesetzeslage in Österreich wurde nun verschärft, die Bewilligung in mehreren Klassen untergeteilt“, schreibt Herr Schneider. „Wobei merkwürdigerweise ein Kriterium die Tatsache ist, ob man die Bilder gewerblich nutzt oder die Drohne nur zum Fliegen verwendet. Meiner Meinung nach hat eine gewerbliche Nutzung nichts mit der Luftsicherheit zu tun. Ich fliege die niedrigste Klasse. Ich bin Landschaftsfotograf und brauche nicht mehr. Eine Haftpflichtversicherung ist obligatorisch, Vollkasko möglich.

Klambach, Biberdamm für eine ökologische Dokumentation

Klambach, Biberdamm für eine ökologische Dokumentation

Waldhausen, für einen Bildatals über das Mühlviertel

Waldhausen, für einen Bildatlas über das Mühlviertel (Bezirk Perg, Oberösterreich)

Mehr Fotos von Alexander Schneider und aktuelle Infos über seine Vorträge auf seiner Homepage.

Das Gelbe vom Ei – Ein Buch über Farbe

Pixelteacher nennt sich der Hamburger Werbefotograf Wolfgang Pfaffe, der sein profundes Wissen nicht nur in Kursen, sondern auch per Buch vermittelt. Nun ist der zweite Band der Bildbearbeitungsfibel erschienen. Es geht um Farbe. Sehr spannendes Thema, dem doch nicht unbedingt immer die gebührende Aufmerksamkeit gewidmet wird. Wer mal wieder seine Bilddateien am Notebook bearbeitet, sollte kurz hier auf diesen Monitortest klicken und sich dann das Buch bestellen. Ein anderer Fall, der auch immer häufiger vorkommt: Fotograf lässt für viel Geld einen Bildband drucken, ist aber hinsichtlich Farbseparation ganz ahnungslos. Und wundert sich, warum die gedruckten Fotos „ganz anders aussehen als am Monitor“. Tja, mit Pfaffe wär das nicht passiert!

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Anhand von 40 Übungen, zu denen es Dateien zum Download gibt, kann man sich zügig mit den Details und Finessen vertraut machen. Einfärben, präzises Umfärben in eine Produktfarbe und verschiedene Stategien bei der Schwarzweiß-Umrechnung sind die Themen der ersten Kapitel. Der Mittelteil widmet sich dem Colormanagement, also dem Arbeiten mit Profilen, von der Monitordarstellung bis zum Druck. Der farbmetrisch korrekte Workflow wird ebenfalls erklärt sowie die Erzeugung verschiedener Looks, Moods und Styles.

Wie das Ganze auf Anfänger wirkt, ist schwer zu beurteilen. Man kann nur sagen: Die Kapitel sind wirklich kurz und alles lässt sich entspannt anhand der Übungsdateien nachvollziehen. Doch selbst für den Fortgeschrittenen gibt es immer noch Aha-Erlebnisse, zumal dann, wenn Pfaffe der einschlägigen Meinung widerspricht – hier indem er findet, sRGB reiche als Farbraum aus, es müsse nicht Adobe RGB sein. Zumindest zwingt es zum Überdenken des Gewohnten.

Auffällig sind in dem Buch die extrem aufwändigen, oft naturgemäß recht werblich wirkenden Illustrationen. Man sieht auf jeder Doppelseite, dass sich der Pixelteacher viele Gedanken nicht nur um die Pixel und Farbe, sondern auch um die visuelle Vermittlung gemacht hat. Das sieht man hier. Einen Nebeneffekt hat der Band: Man bekommt Heißhunger auf ein weichgekochtes Ei.

Wolfgang Pfaffe: Bildbearbeitungsfibel 2
80 Seiten, Hardcover, Pixelteacher-Verlag, Hamburg
ISBN 978-3-9813871-2-4
Preis in Deutschland: 39,80 Euro

Erhältlich bei Amazon oder im IPS Fotohandel, Kleiner Kielort 3-5, 20144 Hamburg

Spookfish – Find Your Picture

Spookfish ist für all jene interessant, deren Bilder ungewollt oder ohne Einwilligung im Internet gelandet sind: Für Menschen, deren Facebook-Konto gehackt wurde, denen ihr Smartphone oder Laptop gestohlen wurde, oder natürlich für Leute, die Bilder veröffentlichen, aber nicht möchten, dass diese ohne ihr Einverständnis weiterverwendet werden. Die Software kann somit gegen Cyber-Mobbing, Bilder-Diebstahl und Urheberrechtsverletzungen helfen oder Ihre Reputation im Internet zu schützen.

Bis jetzt ist Spookfish lediglich eine Vision. Je mehr Menschen davon wissen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass diese Vision Realität wird. Wir sind schon seit über einem Jahr mit der Entwicklung beschäftigt; nun brauchen wir die Unterstützung der Öffentlichkeit, um den letzten Schritt zu gehen.
Zu dem Zweck haben wir uns für eine Crowdfunding Aktion auf Kickstarter entschieden. Wir freuen uns über jegliche Unterstützung und sind dankbar für Ihre Hilfe. Die Crowdfundig-Kampagne finden Sie hier. Weitere Informationen finden Sie an dieser Stelle: www.spookfish.info
Christian Schleisiek von Spookfish

The ASMP Instagram Papers

Die tun wenigstens was: Die American Society of Media Photographers (ASMP) legt ein ausführliches Papier gegen die Nutzungsbedingungen von Instagram vor. Das PDF ist hier einsehbar. Im Kern geht es darum, dass man sich jetzt gegen Nutzungsbedingungen wehren muss, wie sie Instragram und auch Facebook den Nutzern aufzwingen, wenn man nicht will, dass das der neue Standard wird. Keine Rechte und Honorare für die Urheber und noch schlimmer: Man kann es nicht beenden und die Urheber bleiben regresspflichtig, auch wenn sie die Rechte an Instagram durch Anerkennung der Nutzungsbedingungen (TOU – Terms of Use) abgetreten haben. In der Zusammenfassung von ASMP  heißt es:

Specifically, the agreement gives Instagram perpetual use of photos and video as well as the nearly unlimited right to license the images to any and all third parties. And, after granting this broad license to Instagram, photographers also relinquish the right to terminate the agreement. Once uploaded, they cannot remove their work and their identity from Instagram. Additionally, in the event of litigation regarding the photo or video, it is the account holder who is responsible for attorney and other fees, not Instagram.

So populär es gerade ist, seine Bilder auf Instagram zu posten, so genau sollte man sich als professioneller Fotograf überlegen, ob man unterstützen möchte, dass sich Konzerne am eigenen Bildmaterial bereichern und Urheberrechte ausgehebelt werden.

Kurzberatung auf dem Fotofestival in Heidelberg am 13. und 14. September 2013

Am Eröffnungswochenende des 5. Fotofestivals Mannheim_Ludwigshafen_Heidelberg findet in der Print Media Academy in Heidelberg ein Portfolio Review statt. Bewerben können sich Studierende in höheren Semestern sowie Kunsthochschulabsolventen und Fotografen. In 20-minütigen individuellen Gesprächen können Sie Ihre Arbeiten Experten aus vielfältigen Bereichen der Fotografie präsentieren, darunter Fotografen, Kuratoren, Hochschullehrern, Verlegern und Galeristen. Ich werde auch dabei sein. Es besteht die Möglichkeit, ein qualifiziertes Feedback für das Portfolio oder die gezeigten Projekte zu bekommen.

Von mir dazu folgender Tipp: Bereiten Sie sich vor. Um Fotos im Sitzen bequem betrachten zu können, reicht ein A4-Format aus. Wir können uns alle vorstellen, wie Motive größer aussehen. Machen Sie sich keine Gedanken, wenn Sie keine schicke Mappe haben. Es kommt nur auf die Fotos an und auch auf den Eindruck, den Sie als Person machen. Halten Sie Informationsmaterial über sich bereit, das Sie dem Reviewer überlassen können (z.B. Visitenkarte, Postkarte oder A4-Blatt mit Infos über Ihr Projekt oder Ihr Vorhaben), fragen Sie eventuell auch den Reviewer nach seinen Kontaktdaten. Eine Portfolio-Review bietet die Chance, auf ein Feedback und persönliche Kontakte. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn Sie nicht (gleich) entdeckt werden!

Im Anschluss an die Veranstaltung benennen die Reviewer ihre Favoriten. Die nominierten Teilnehmer werden auf der Festivalhomepage vorgestellt. Zudem werden die drei ersten Favoriten in einer eigenen Ausstellung im Rahmen des 5. Fotofestivals präsentiert. Darüber hinaus honoriert Magnum Photos den ersten Favoriten mit der Teilnahme an einem Workshop in Paris. Das Fotofestival stellt einen Reisekostenzuschuss von 200 Euro zur Verfügung.

 Jetzt bis 4. August 2013 bewerben!

M A G N U M P H O T O S  R E V I E W E R

Abbas, Magnum-Fotograf

Thomas Hoepker, Magnum-Fotograf

Liu Jie, Stipendiat der Magnum Foundation: Human Rights Fellowship 2012

R E V I E W E R

Alexa Becker, Acquisitions Editor beim Kehrer Verlag

Prof. Peter Bialobrzeski, Fotograf, Professor an der Hochschule für Künste Bremen

Milena Carstens, Fotografin, Leitung der Fotoredaktion beim ZEIT Magazin

Marguy Conzémius, Kuratorin der Abteilung Fotografi e am Centre national de l’audiovisuel, Luxemburg

Dr. Sibylle Fendt, Fotografin, Dozentin der Ostkreuzschule Berlin

V.-Prof. Karen Fromm, 1. Vorsitzende Freundeskreis Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg

Emmanuelle Hascoët, Exhibitions & Cultural Development Manager bei Magnum Photos

Klaus Kehrer, Verleger, Gründer des Kehrer Verlags

Bernhard Knaus, Galerist, Sammler, Bernhard Knaus Fine Art

Dr. Christina Leber, Leiterin der DZ Bank Kunstsammlung

Dr. Martina Mettner, Beraterin für Fotografen, mm-Photoconsulting.de, Fotofeinkost

Ute Noll, Bildredakteurin, Fotokritikerin, Kuratorin, Lehrbeauftragte an der FH Dortmund

Thomas Schirmböck, Kurator, Geschäftsführer ZEPHYR, rem Mannheim

Dr. Claude Sui, Leiter, Kurator Forum Internationale Photographie, rem Mannheim

 

Veranstalter: Fotofestival Mannheim_Ludwigshafen_Heidelberg e.V.

Tel.: +49 (0) 621- 122 73 12, portfolio-review@fotofestival.info

 

Abmahnsicheres Facebook-Impressum für Freiberufler

Facebook hat das Layout für die mobile Darstellung geändert. Da deutsche Vorschriften dabei nicht berücksichtigt wurden, habe ich Rechtsanwalt Sebastian Deubelli gebeten, zu erläutern, was für geschäftlich genutzte Facebook-Accounts zu beachten ist. Deren Inhalte sind übrigens für alle sichtbar, auch wenn Sie nicht bei Facebook angemeldet sind.

Spätestens seit der letzten größeren Abmahnwelle hat es sich herumgesprochen, dass man auch seine Facebook-Seite mit einem Impressum versehen sollte, falls man diese geschäftlich/zur Darstellung seines Unternehmens nutzt. Bisher war es üblich, einen Link zu dem Impressum auf seiner eigenen Website in die Infobox zu setzen, um so vor derartigen Abmahnungen sicher zu sein. Vor kurzem hat Facebook nun allerdings das Layout der mobilen Version geändert. Die Infobox wird aktuell mobil nicht mehr in der gewohnten Form abgebildet, was dazu führt, dass bei der Darstellung vieler Unternehmensseiten der Link auf ein Impressum nicht mehr zu sehen ist.

Anbei möchte ich Ihnen anhand der Facebook Seite von Fotofeinkost zeigen, wie Sie auch bei der neuen mobilen Seitenanzeige ein Impressum vorhalten, welches für Besucher Ihrer Seite unmittelbar erreichbar ist und somit den derzeit geltenden wettbewerbsrechtlichen Regeln entspricht.

Im Wesentlichen sollten Sie darauf achten, im Rahmen der Allgemeinen Informationen Ihrer Facebook-Seite sowohl in das Feld „kurze Beschreibung“ als auch in das Feld „Beschreibung“ auf das Impressum Ihrer Unternehmenswebsite zu verweisen, da der Inhalt eines dieser beiden Felder je in der mobilen und der konventionellen Facebook Ansicht zu sehen sein wird. Sie können in das Feld „Beschreibung“ auch das vollständige Impressum Ihrer Unternehmensseite einfügen, da Ihnen hier ausreichend Platz zur Verfügung steht.

So bleibt zum einen der Impressumslink in gewohnter Weise in der Infobox enthalten, so dass sich bei der Darstellung der konventionellen Website nichts ändert, falls Sie bis dato bereits dort auf Ihr Impressum verwiesen haben:

Fotofeinkost Facebook

Durch die Darstellung im Rahmen der „Beschreibung“ gehen Sie zudem sicher, dass auch bei mobilem Zugriff ein Hinweis auf das Impressum angezeigt wird. Wenn Sie zudem Ihr Impressum ebenfalls in das Feld „Beschreibung“ kopieren, geben Sie dem Besucher Ihrer Facebook-Seite zusätzlich die Möglichkeit, das vollständige Impressum dort einfach ausklappen zu können:
Fotofeinkost Facebook mobil

Fotofeinkost Facebook mobil Impressum

Über den Autor
Rechtsanwalt Sebastian Deubelli ist auf die Bereiche des Medien- und Urheberrechts spezialisiert. Er vertritt und berät unter anderem Bildagenturen und Fotografen und unterstützt diese sowohl bei der Wahrung und Durchsetzung ihrer Rechte, als auch in nahezu allen rechtlichen Fragen rund um den Agentur- und Fotografenalltag.

Portfolioreview: Das Beste daraus machen

Einige Bemerkungen zu Portfolioreviews auf Festivals von Martina Mettner

(aus dem Buch „Erfolg als Fotograf – Wie man sein Können optimal präsentiert„)

Zwanzig Minuten Aufmerksamkeit bekommen Sie in der Regel bei Reviews auf Festivals, die in Deutschland ebenso wie in ganz Europa und in den USA angeboten werden. Bei denen kann man gegen die Zahlung einer Gebühr seine Portfoliomappe oder sein Fotoprojekt als einflussreich geltenden Menschen zeigen. Mit irgendwas muss man als junger Fotograf anfangen, und es kann nicht schaden, Erfahrungen zu sammeln – wenn man denn aus ihnen lernt. Wichtig ist, nicht die ganz große Hoffnung zu hegen, man würde entdeckt werden. Dann ist die Enttäuschung vorprogrammiert.

Selbstverständlich hängt es immer von der Art der Fotografie ab, die man zeigt, ob das Verfahren lohnend ist oder nicht. Die Betrachter sind per se Leute, die berufsmäßig Fotos ansehen, mithin leicht gelangweilt sind. … Ist man als Fotografin oder Fotograf wirklich das Ausnahmetalent, das alle suchen? Nüchtern betrachtet, wahrscheinlich nicht. Das wissen auch diejenigen, die das Portfolio angucken. Alles ist ganz schön – mehr oder weniger. Was soll man da sagen? Der Reviewer möchte nicht unhöflich sein – der Tag war so entspannt bisher – und warum sollte er den Fotografen darauf hinweisen, dass er etwas Ähnliches schon tausendmal gesehen hat? Also schweigt er. Falls der Fotograf Wert auf die Meinung legt, wird er fragen.

Das Dilemma ist, dass sich die Fotografen hinterher frustriert beschweren, es sei nichts dabei herausgekommen, aber während des Reviews andächtig schweigen. Sie schweigen, weil sie nervös sind und weil sie denken, sie dürften die Konzentration nicht stören. Dabei sitzen sie vor jemandem, der seit Jahren professionell Fotos ansieht, oft dabei telefoniert oder ein Seitenlayout ändert, auf jeden Fall im Bruchteil einer Sekunde beurteilt, ob das Foto oder der Stil oder die Bildstrecke für ihn interessant ist oder nicht. Die restlichen 19 Minuten bis zum Ende des Reviews müssen aus Sicht des Reviewers irgendwie gefüllt werden.

Gehen Sie bitte nicht so ehrfürchtig an die Sache ran! Und nehmen Sie das Zeigen Ihrer Fotos selbst nicht ganz so wichtig. Diese demonstrieren Ihr Können zum derzeitigen Zeitpunkt. Denken Sie in die Zukunft, in der Sie andere, bessere Fotos machen werden, und nutzen Sie die einmalige Chance, die sich hier für Sie auftut. Sie können im Vieraugengespräch einen Kurator oder einen Verleger fragen, welche Art Fotos er sucht, was seine Vorlieben oder Kriterien sind und versuchen, irgendwelche anderen Anknüpfungspunkte zu finden, die eine spätere erneute Kontaktaufnahme rechtfertigen. Nur dann haben Sie etwas erfahren, gelernt und können für sich davon profitieren. Holen Sie aus den zwanzig Minuten raus, was geht (ohne aufdringlich zu werden, wohl gemerkt).

Bevor Sie zu einer Portfolioschau gehen, bereiten Sie sich vor. Suchen Sie sich die für Sie passenden Reviewer aus, indem Sie vorher recherchieren, wer sich für Ihre Arbeiten interessieren oder welches Gespräch für Sie nützlich sein könnte. Schrauben Sie Ihre Erwartungen nicht zu hoch. Reviews sind da, um ein Feedback zu bekommen, nicht zur unmittelbaren Auftragsakquise!

Üben Sie, sich zu präsentieren. Halten Sie Ihre Visitenkarte und einen Folder bereit sowie Ihre Website in Ordnung. Und lassen Sie sich also von ausbleibendem Lob nicht deprimieren. Mit anderen Worten: Seien Sie professionell!

Wie gestaltet man ein fotografisches Diptychon oder Triptychon?

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Was ich suche, ist ein Lehrbuch über die Gestaltung von Di- und Triptychen von Fotos in einem gerahmten Gesamtbild. Die wenigen gesammelten Auffassungen aus meinem Bekanntenkreis dazu konvergieren, z.B. weil meine Kontexte nicht erkannt werden. Als „gereifter“ Amateur fehlen mir die Leitlinien „to do or not to do“ bei dieser für mich ganz neuen Art der Präsentation, denn bisher hängte ich Bilder brav thematisch getrennt bzw. gruppiert. Vielleicht haben Sie einen Rat. Lothar Steiner, Karlsruhe

Probieren Sie doch ganz entspannt aus, was funktioniert und was nicht! Eine regelhafte Anleitung kommt mir zu dogmatisch vor. Zwei Motive einander gegenüber zu stellen ist klassisches Buch- und Magazin-Layout. Sich dazu (wieder) einmal die Fotobuch-Klassiker anzusehen und den Versuch zu unternehmen, deren Entscheidungen zu verstehen, hilft sicher mehr weiter als ein Regelwerk. Walker Evans Katalogbuch „American Photographs“ von 1938 ist hier das absolute Non-Plus-Ultra. (Ich verweise auf meine ausführliche Auseinandersetzung mit den Büchern von Walker Evans und Robert Frank im Kapitel „Das Fotobuch wird Ausdrucksmedium“ in meinem Buch „Fotografie mit Leidenschaft„.)

Qualitätsentscheidend ist auch hier, wie so oft, sich etwas dabei zu denken und nicht einfach formalen Regeln zu folgen. Werden Bildpaare nur nach grafischen und formalen  Gesichtspunkten (zum Beispiel Linienführung, Schattenbereiche, Materialien, Grauwerte oder Farbverteilung) zusammengestellt, ist das für ein Buchlayout okay. Die Doppelseite ist hierfür schlicht die naturwüchsige Art der Präsentation. Ein Motiv wie das Folgende geht in einem Buch als Humor durch, für eine Ausstellung ist das aber ungeeignet.

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Besser ist es, wenn sich die Motive gegenseitig „zum Sprechen“ bringen, indem sie sich ergänzen oder kontrastieren. Idealerweise sollte aber ein (ernsthafter) inhaltlicher Bezug bestehen, der sich auch dem nicht eingeweihten Betrachter vermittelt. Vor allem, wenn es sich um Wandbilder handelt, sollte der Betrachter durch die Gegenüberstellung etwas erkennen können, das ihm das Einzelbild nicht vermittelt hätte.

Motive, die nicht eigens fotografiert wurden, um als Diptychon zu erscheinen, stellt man am besten erst einmal in einem PDF zusammen, um die Wirkung zu probieren. Mein Workaround für die Bildzusammenstellung, z.B. wenn ich Portfolios für Fotografen strukturiere, ist, die Motive in Lightroom in einer Schnellsammlung zu sammeln. In dieser kann man sie in der Reihenfolge verändern und ausprobieren, welche Motive eine kluge Kombination ergeben. Wenn man sie dann in die Buchfunktion exportiert, hat man eine noch bessere Doppelseitenansicht und kann das Layout anpassen. Nach dem Export als PDF lassen sich auch einzelne Doppelseiten entnehmen oder das Ganze lässt sich ausdrucken, um es sich erst einmal zum Test an die Wand zu hängen.

Mit dem Triptychon ist es nicht ganz so einfach. Mein Rat: Ins Museum gehen und sich einige ansehen. Davor kann man sich dann fragen, warum der Künstler diese Form gewählt hat (liegt beim Altar nahe) und wie er die Bildinhalte warum auf die einzelnen Bereiche verteilt hat. Zuhause hilft die Schnellsammlung bei Lightroom, indem man sich die Miniaturgröße so einstellt, dass genau drei Bilder in eine Reihe passen, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen.

Zur Präsentation an der Wand empfehle ich, den Abstand zwischen den Rahmen knapp zu halten und den zur nächsten Bildgruppe mindestens doppelt so breit, so dass sofort klar wird, hier hat der Künstler eine bewußte Entscheidung getroffen. Zwei oder drei Motive in einen Rahmen zu hängen wirkt doch arg gepresst und legt dann den Eindruck nahe, da habe jemand Zeitungsseiten ausgestellt. Auch, wenn es entsprechende Passepartouts mit Mehrfachausschnitten gibt: Die Hängung in einzelnen Rahmen wirkt wertiger.

Zusammenfassend: Eine mehr als dekorative Wirkung hat eine Bildkombination nur, wenn man sich schon vorher (bei der Aufnahme) etwas dabei gedacht hat. Nur, was man reinsteckt, kann auch rauskommen. Wenn man eine Idee, ein Konzept oder einen Hintergrund hat, vor dem das Bild entstanden ist, dann ergibt sich die Kombination quasi zwangsläufig. Regeln sind eine Hilfskonstruktion, die dann entfallen kann. Also: Einfach ausprobieren!

Zum Schluss noch ein Hinweis auf die aktuelle Arbeit Janusblicke, einer Serie von Diptychen, von Torsten Andreas Hoffmann. Der Fotograf und Buchautor legt bekanntermaßen Wert aufs Grafische und Formale und liefert die regelhafte Struktur, die Herr Steiner sucht.

Nachtrag am 19.07.2013:

„Über dieses großartige Thema gebe ich seit Langem ein- und mehrtägige interdisziplinäre Foto-Workshops im gesamten Bundesgebiet. Es dreht sich um Konzept, Umsetzung und Layout von Diptys und Triptys. Außerdem ist ein Lehrbuchmanuskript darüber in Arbeit mit AV-DVD“, teilt Martin Timm mit.

 

Wie oft soll ein Fotograf Promos aussenden?

Jetzt – vor Beginn der Sommerferien – ist ein guter Zeitpunkt, um als Fotograf/in auf sich aufmerksam zu machen. Auf die Frage eines Fotografen aus Österreich kann ich antworten: „Alle zwei Monate. Vorausgesetzt, es gibt einen Grund.“

Ein guter Grund ist nicht, dass man letzte Woche in einer Kellergalerie in Linz eine Vernissage hatte, sondern bestenfalls die Einladung zur Vernissage. Noch besser aber: Eine neue, interessante Fotoserie.

Auf der einen Seite ist es natürlich so, dass man potenzielle Kunden wissen lassen sollte, dass man existiert und den Job gerne machen würde. Auf der anderen Seite nerven Aussendungen, die nur Informationen enthalten, die den Empfänger nicht interessieren. Daher sollte man sich vor der Aussendung von Eigenwerbungsmaterial folgende Fragen stellen:

  • Was habe ich anzubieten, das für den Leser/Kunden interessant sein könnte?
  • Für welche Art von Job will ich gebucht werden?
  • Was hebt mich ab von den tausend anderen Fotografen, die auch gerne einen Auftrag hätten?

Bei einer Email-Aussendung ist die Betreff-Zeile entscheidend. Ist man in einem klassischen Genre tätig wie Porträt, Mode, Still, dann sollte das dort vermerkt sein, damit die Artbuyerin das bei sich entsprechend abspeichern kann. Man erspart ihr, dass sie sich zwingend durch einen Anhang klicken muss, um zu erkennen, um was es geht. Ich sehe viele Email-Aussendungen, bei denen in der Betreffzeile etwas steht, das man leicht für Spam halten könnte oder so etwas wie „Newsletter“ oder „Neues aus meiner Kunstwelt“. Werblich interessanter ist die Idee des Fotografen, der Leute im Blockupy-Look in seinem Studio fotografierte. So bekommt man Aufmerksamkeit und die ist im Moment erst einmal das Wichtigste. Also: Lassen Sie sich etwas einfallen, das aus der Masse der 100 Emails am Tag heraussticht. (Es geht hier gar nicht darum, ob man die Fotos von Eduardo Perez gut findet, sondern dies dient als Beispiel für Engagement.)

Soll man eine Email schicken oder eine Postkarte?

Es gibt immer noch viele Menschen, die sich über Papier in Form einer Postkarte oder gar über einen echten Print freuen. Auf beidem sollten auch die Kontaktdaten sein. Und zwar nicht im Bild selbst, sondern darunter, aber auf der Frontseite. Wird das Motiv an eine Pinnwand geheftet, bleibt der Name sichtbar.

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Soll ich als Fotografin selbstständig werden?

„Grundsätzlich geht es um die Frage: Habe ich das nötige Talent und Können um überhaupt in eine 100% Selbstständigkeit gehen zu können?“, fragt mich eine Frau aus der Schweiz, deren Freund gerade mit ihr beschlossen hat, dass sie sich eine fundierte Beratung nicht leisten wollen. Daher bekomme ich die Frage nun zum zweiten Mal gestellt und soll für sie eine Entscheidung treffen, ohne die Umstände zu kennen. Die Frau arbeitet noch Teilzeit in einem angestellten Beruf und möchte sich nun mit einem an Verbraucher gerichteten Angebot in die komplette Selbstständigkeit begeben: Dieses reicht von Bewerbungsfotos über PinUp zu den üblichen Babybäuchen. Eine ähnliche Anfrage bekomme ich mindestens einmal pro Woche. Dass ich das für kein besonders taugliches Geschäftsmodell halte, habe ich zuletzt hier knapp formuliert.
Wie so oft, geht schon die große Entscheidungsfrage nach dem Talent, die man sich selbst stellt – sowie anderen, um bestätigt zu werden – komplett am Problem vorbei. Gerade in diesem Fall hängt der Erfolg ja nicht von der Fotografin ab, sondern von der Frage, ob sie ein Konzept hat, für das es eine entsprechende Nachfrage gibt. Und bei der sie so viel Gewinn machen kann, dass dieser den Lebensunterhalt sichert. Oft scheut man sich vor dieser Rechenaufgabe. Man muss sich doch nur einmal fragen, wie viele Schwangere oder Bewerber man pro Tag zu welchem Preis fotografieren muss, um nach Abzug aller Kosten wie Miete, Equipment etc. und Steuern, überhaupt noch etwas übrig zu behalten. Und dann muss man prüfen, ob die im Abwärtstrend befindlichen Preise, der Zeitaufwand pro Shoot und die Unlust zur Akquise das Einnahmeziel realistisch erscheinen lassen.
Dazu braucht man keine Fachberatung. Eine qualifizierte und individuelle Beratung soll Sie dazu führen, die richtigen Fragen zu stellen, die für Sie passende Spezialisierung zu finden und selbstbewußt zu vertreten. Die Beratung bietet eine Abkürzung und sorgt für Klarheit.

Frage zur Mappenzusammenstellung

Kann ich in die Mappe mit Aufträgen auch einige Hochzeitsbilder reinnehmen? Bis jetzt habe ich erst zwei Hochzeiten fotografiert. Es hat aber einige Fotos, die ich gerne zeigen möchte. Darunter würde ich schreiben: Auftrag für Privatpersonen.

Nein! Auf keinen Fall, lautet meine Antwort auf diese Anfrage eines schweizer Fotografen. Das sind zwei völlig unterschiedliche Zielgruppen. Im Geschäftsleben interessiert man sich nicht für Hochzeitsfotos und Privatleute sehen sich keine Auftragsfotos an. Daher gilt es, diese beiden Bereiche zu trennen. Gegenüber potenziellen Auftraggebern im Businessbereich wirkt das Vorzeigen von Hochzeitsfotos anfängerhaft. Es drückt vermutlich den Preis, den der Auftraggeber zu zahlen bereit ist.
Selbstverständlich kann es auch hier eine Ausnahme geben: Man hat Fleuristen oder Restaurants als Businesskunden, die Hochzeiten ausstatten beziehungsweise ausrichten. Dann passt es.

Bei der Formulierung „Fotos, die ich gerne zeigen möchte“ schrillt bei mir das komplette Alarmsystem – Berufskrankheit. Bei einer Mappe geht es NICHT darum, was der Fotograf gerne zeigen möchte. Es geht auch NICHT darum, seine besten Fotos zusammenzuwürfeln. Bei einer Präsentationsmappe ebenso wie der Website geht es einzig darum, die Motive in optimaler Qualität zu zeigen, für man beauftragt werden will. Und für die man beauftragt werden könnte: Für im Urlaub entstandene Fotos oder irgendwelche Experimente wird man in der Regel nicht beauftragt werden.

Aber Obacht: Das heißt im Umkehrschluss nicht, in der Mappe sollten nur Arbeiten sein, die man im Auftrag gemacht hat. Vor allem nicht, wenn es langweilige Auftragsarbeiten sind. Das mag bei einem mittelständischen Unternehmer noch gut ankommen, in einer Magazinredaktion oder Agentur aber nur müdes Gähnen hervorrufen. Da ist etwas Spannendes, das im Eigenauftrag entstand, passender.

Bitte denken Sie daran: Niemand hat Lust und Muße, sich durch Material zu blättern, das ihn weder angeht noch interessiert. Es macht daher Sinn, sich auf eine Zielgruppe zu fokussieren, und die Mappe passend für diese Zielgruppe zusammenzustellen. Da ist weniger immer mehr! Dieses Bedürfnis, alle schönen Fotos zeigen zu wollen, die man gemacht hat, und dafür auch noch gelobt werden zu wollen, wirkt wenig professionell. Unprofessionelle Fotografen gibt es derzeit wie Sand am Meer. Nur wer sich professionell präsentiert, hat eine Chance, sich durchzusetzen. Ich helfe Ihnen gerne dabei.

Erfolg als Fotografin: Fünf ermutigende Ratschläge anlässlich des Weltfrauentages

Plakatmotiv von 1914

1. Schluss mit der Idee vom Geldverdienen mit Familienfotos!

Wenn Sie groß rauskommen wollen, müssen Sie Ihre Energie auf die Bereiche konzentrieren, zu denen Sie einen Bezug herstellen können, die aber auch ein gewisses Maß an Einkommen versprechen (ich helfe gerne dabei, herauszufinden, welche das für Sie sind). Gar keine gute Idee ist, für Privatkunden zu arbeiten (Hochzeitsfotos ausgenommen). Es hat Gründe, warum nahezu alle Fotostudios, die genau das angeboten haben, insolvent sind. Leuten das anzubieten, was sie leicht und kostenlos selbst herstellen können, ist keine sinnvolle Geschäftsidee. Natürlich wären Ihre Fotos schöner, aber finden Sie mal jemandem, der das auch so sieht und dem das 500 oder 1.000 Euro wert ist! So etwas funktioniert allenfalls, wenn Sie schon einen bekannten Namen auch ausserhalb der Branche haben. Und mal ehrlich, auf wie viele Fotografen trifft das hierzulande zu?

2. Nicht noch eine Zusatzausbildung!

Immer wieder erlebe ich, dass Frauen den Eintritt in den Beruf vor sich herschieben. Hier noch eine Assistenz, bei der frau ausgebeutet wird, und dort noch ein Studium nebenher. Nichts gegen eine solide Ausbildung als Basis – im Gegenteil, sie beruhigt die Nerven. Aber die Wahrheit ist:

3. Auf das technische Know-how kommt es gar nicht so sehr an!

Schauen Sie sich die Arbeiten der bekanntesten deutschen kommerziellen Fotografinnen und Fotografen kritisch an. Die machen seit Jahren das Gleiche, lassen das Licht von Assistenten einrichten und genießen ihren Erfolg. (Das ist jetzt etwas holzschnittartig verkürzt, stimmt aber oft.) Um die Bildbearbeitung kümmert sich ganz sicher auch jemand anders. Was heißt das für Sie? Auch Sie müssen nicht alles können oder gar selbst machen, sondern lernen zu delegieren.

4. Selbstbewusstsein zu zeigen ist wichtiger als  das Portfolio.

Seien Sie stolz auf Ihre Fotografien und treten Sie selbstbewusst auf. Um ein Gefühl für die Qualität Ihrer Arbeiten zu bekommen, vergrößern Sie diese und hängen sie an die Wand. Fotografen lassen auch belanglose Motive gerne mal auf 70 x 100 cm unter Acrylglas herstellen. Fotografinnen zeigen ihre Arbeiten als Kontaktabzug oder auf dem Rechner. DIN A 4 Prints gelten bei Ihnen schon als verschwenderisches Großformat? Wie wollen Sie Selbstbewusstsein entwickeln, wenn Sie nicht in sich und Ihre Arbeiten investieren? Und darüber hinaus bei einem potenziellen Auftraggeber: Lippenstift auftragen, Pobacken zusammenkneifen und tief durchatmen! Niemand engagiert ein Mäuschen, das ängstlich unter der Tür durchkriecht, egal wie gut die Fotos sind. Sie können nur gewinnen!

5. Vermeiden Sie, die Fehler der männlichen Kollegen zu imitieren!

Da gibt es so viele, dass ich ein ganzes Buch darüber geschrieben habe. Ich greife jetzt nur einen Punkt heraus: Das Protzen mit den schönsten Erfolgen und Motiven. Wen interessiert’s? Die Kollegen vielleicht, den Auftraggeber eher nicht. Der interessiert sich nämlich auch nur für sich. Also tun Sie das, was Frauen meist leichter fällt als Männern: Kommunizieren Sie. Fragen Sie, was den Kunden interessiert, was er gerne sähe, schlagen Sie Themen vor, kommen Sie ins Gespräch. Ein tolles Portfolio ist super, aber engagiert wird derjenige, bei dem man das Gefühl hat, er oder sie versteht, worum es dem Auftraggeber geht. Nutzen Sie dieses Wissen!

Viel Erfolg!

Fotos gegen Google verteidigen

Fotografen fällt es meist schwer, Text auf ihre Webseiten zu setzen, aber ohne Text wird man im Internet nicht gefunden. Das gilt natürlich auch für die Bildersuche. Ein probates Mittel, auffindbar zu sein, war bisher das Umbenennen der Dateinamen in sprechende Bezeichungen, also von YXZ277007.jpg in „fettes_foto.jpg“. Sucht dann mal jemand ein „fettes Foto“, würde Google das Motiv bei der Bildsuche anzeigen. Bisher war es so, dass die Motive jeweils als Thumbnails erschienen und der Suchende auf die Webseite des Bildproduzenten geführt wurde. So weit, so praktisch.

Nun soll aber alles anders werden: Die Suchmaske zeigt, wie bei Google.com bereits zu sehen, das Foto in voller Größe an, so dass jeder es gleich runterladen kann, ohne überhaupt die Webpräsenz des Urhebers zu besuchen. Zum Glück war der Düsseldorfer Werbe- und Hochzeitsfotograf Michael Schilling aufmerksam und initiativ. Er startete eine Unterschriftenaktion „Verteidige Dein Bild„, die noch bis Ende März läuft. Zur weiteren Information empfehle ich das dort eingestellte Video.

Wer bisher seine Fotos noch nicht sprechend benannt hat, sollte das auch so lassen und zumindest vorerst darauf verzichten, Urheberrechtsverletzungen mittels Bildersuche drastisch zu erleichtern. Ganz ausschließen kann man es trotzdem nicht, da auch die nicht weiter benannten Fotos von sprechenden Domains wie „Hochzeitsfotografie“ bei der Google Bildersuche geladen werden.

Wasserzeichen mitten im Bild möchte niemand. Der quasi Enteignung von Bildrechten durch Google sollte man jetzt die Unterschrift unter die Petition entgegensetzen.

Kamera-Trolley für Flugreisen

Der einzige Fotokoffer auf 4 Rollen für Flugreisen kommt von Think Tank Photo

Geht noch als Handgepäck an Bord, so lange es nicht gewogen wird: Der V 20 von Think Tank Photo

Meine Reisekoffer haben derweil alle vier Rollen. Packt man die Kameraausrüstung in einen Bordgepäck-Trolley, der nur auf zwei Rollen läuft, erzeugt man ein ziemliches Handlingproblem. Japan ist immer der Testfall, weil man dort in U-Bahn-Stationen durch Menschenmassen navigiert und das geht mit einem Trolley, den man hinter sich herziehen muss, eigentlich gar nicht. Erst recht, wenn man noch einen Koffer dabei hat. Nach längerem Suchen im Netz habe ich jetzt bei Think Tank Photo den ersten Foto-Trolley mit vier Rollen gefunden! Der Airport 4-Sight ist für 299,75 Euro beim deutschen Händler kein Schnäppchen, aber wohl stabil. Leider hat er keine Möglichkeit, ein Stativ anzudocken. Und nicht einmal für ein iPad, geschweige für ein Notebook ist Platz. Das größere Modell „Airport International™ V 2.0 Rolling Camera Bag“ erfüllt diese Bedingungen, hat aber nur zwei Rollen und ist auch entsprechend schwerer und teurer. Einen informativen Vergleich der beiden Modelle zeigt Matt Brandon. (Bei den meisten anderen scheinen Video-Reviews ja nur ein Vorwand dafür zu sein, ihre Ausrüstung ausführlich vorzustellen.)

Der KATA FlyBy-75PL Photo Organizer kostet ebenfalls 299,00 Euro und hat nur zwei Rollen. Dafür kann man sich sogar draufstellen. Sehr praktisch. Das ginge vermutlich nicht mehr, wenn er vier Rollen hätte, da die Stabilität bei nur zwei Rollen generell größer ist.

Das ansonsten ideale Modell von Kata (siehe auch das Artikelfoto auf der Startseite) hat leider nur zwei Räder.

Ist man am Reiseziel, stellt sich natürlich als nächstes die Frage: Wie weiter? Ist man am Zielort hauptsächlich mit dem Auto unterwegs, braucht man den Trolley nicht mehr. Ich werde mich wohl vorerst für die Sparvariante entschließen und den vorhandenen Fotorucksack aus dem Schrank holen. Und Sie? Wie transportieren Sie Ihre Ausrüstung auf Flugreisen?