Kategorie: Delikatessen

Interessante Fotografen in Interviews, schöne Fotos, gute Beispiele.

Ursula Müller: Was bleibt?

Gibt es Zufälle? Vielleicht nicht. Auf jeden Fall gibt es immer wieder Fotografinnen und Fotografen zu entdecken, die großes Potenzial haben, aber (noch) wenig bekannt sind. Ursula Müllers Webseite fand ich zufällig bei der Vorbereitung auf einen Vortrag, den ich am 19. April in Zürich hielt. Ihre Fotoarbeit „Was bleibt?“ berührt mich sehr. Endlich einmal keine „Position“, die vertreten wird, sondern eine gefühlvolle Auseinandersetzung mit dem Leben einer Frau über Achtzig, mit dem, was von ihr zu sehen bleibt, wenn sie gegangen ist.

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Chris Killip: Arbeit / Work

„Dies ist ein guter Moment, um Chris Killips Werk zu betrachten“, beginnt ein Text im Buch, das zugleich Ausstellungskatalog ist. Nur noch bis zum 15. April 2012 zeigt das Museum Folkwang die Arbeiten des 1946 auf der Isle of Man geborenen Fotografen. Es ist das letzte monografische Projekt von Ute Eskildsen als Leiterin der Fotografischen Sammlung des Museum Folkwang. 1988 erschien Chris Killips Buch „In Flagrante“, das ihn international bekannt machte. Das Museum kaufte damals fünf Bilder aus dem Buch, doch erst jetzt kam es zu der Einzelausstellung – da kann man wieder einmal sehen, wie lange es dauert.

Chris Killip begann seine fotografische Karriere als Assistent von Adrian Flowers in London und arbeitete ab 1969 als freier, kommerzieller Fotograf. Er ist Gründungsmitglied der Side Gallery in Newcastle upon-Tyne, wo er als Direktor und Kurator Fotografieausstellungen organisierte. Ab 1973 wurden zahlreiche Einzelausstellungen von Killips Werken gezeigt. Seit 1991 hat er eine Professor für Fotografie an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts, inne. Und, was erstaunlich ist, aber auch sehr konsequent wirkt: Es gibt (bisher) keine Fotos von ihm aus den USA. Seine in Buch und Ausstellung gezeigten Fotos entstanden auf der Isle of Man, wo er aufwuchs, und in Irland, wo er zehn Jahre lang Pilger fotografisch begleitete, hauptsächlich aber im Norden Englands, wo er den soziokulturellen Wandel durch die Deindustrialisierung fotografisch erfaßte.

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Erwin Olaf: Short Stories

Vom 16.3. bis zum 12.5.2012 zeigt die Galerie Wagner + Partner in Berlin die erste Einzelausstellung von Erwin Olaf in Deutschland. Zur Vernissage am Freitag, den 16.3.2012, wird man von 19 bis 22 Uhr den Künstler aus den Niederlanden in der Galerie antreffen. Zusätzlich wird es noch ein Künstlergespräch geben am 26.04.2012, um 19 Uhr: Erwin Olaf im Gespräch mit Matthias Harder von der Helmut Newton Stiftung Berlin. Man kann den international bekannten Fotografen, über den Fotofeinkost bereits berichtete, nicht nur treffen, sondern seine Arbeiten in der Galerie Wagner auch kaufen, darunter eines der besonders bekannten Werke, The Hallway von 2005.

Erwin Olaf: The Hallway (small version), 2005, Lambda Print, 70 x 99 cm

Erwin Olaf balanciert stets geschickt zwischen Kunst und Werbung, aber auch zwischen Kunst und Kitsch. Seine stets vollständig inszenierten Szenen polarisieren. „Die Provokation liegt einerseits in der Unmittelbarkeit und Eindringlichkeit, mit der der Künstler seine teils erotisch aufgeladenen Motive abbildet“, schreibt Galerist Cai Wagner. „Oftmals bilden schöne Frauen und prächtige Räume eine glamouröse, traumhafte Welt ab, in der sich auf dem zweiten Blick Dramen entfalten. Mittels der konsequenten Inszenierung von Interieur und Person erzählt Olaf in Serien wie Hotel, Hope,oder Grief intensive Geschichten in cineastischer Manier.“

Erwin Olaf: Hope Portrait 7 (small version), 2005, Lambda Print, 70 x 70 cm

Erwin Olaf: Hope Portrait 2 (small version), 2005, Lambda Print, 70 x 70 cm

Erwin Olaf: The Hairdresser (small version), 2004, Lambda Print, 70 x 99 cm

WAGNER + PARTNER
Karl-Marx-Allee 87
10243 Berlin
Telefon: +49 30 219 60 137
Öffnungszeiten: Di bis Sa 12-18 Uhr und nach Vereinbarung

Michel Campeau: Darkrooms, Robert Morat Galerie

Michel Campeau: Darkrooms

In der Galerie Robert Morat in Hamburg läuft noch bis zum 29. Oktober 2011 eine Ausstellung mit den Arbeiten des kanadischen Fotografen Michel Campeau. Dieser hat in Dunkelkammern  fotografiert und viele werden denken, auf die Idee hätten sie auch kommen können. Wer die analoge Fotografie im eigenen Labor aktiv betrieben hat, wird sicherlich ein wenig sentimental beim Anblick von Campeaus Serie. Es ist ein Verdienst, dass er die Gerüche und Improvisationskunst, die Chemiereste und die in der Luft liegende künstlerische Inspiration des Laboranten so wunderbar eingefangen hat. Martin Parr machte den 1948 geborenen und in Montreal lebenden Fotografen durch die Publikation der Arbeiten in einem Bildband bei Nazraeli Press international bekannt.

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Sammler Marc Barbey über Hein Gorny

Mit einem Text von Enno Kaufhold, deutsch, englisch und französisch.

Im Rahmen der Anregungen, Fotografien zu kaufen und mit den Arbeiten anderer Fotografen den eigenen Alltag zu bereichern, geht es heute nicht um meine eigenen bescheidenen Bestände, sondern um eine ernsthafte Sammlung, die Collection Regard von Marc Barbey. Seit 2005 widmet sich Barbey dem Aufbau einer Sammlung, die von den Anfängen der Fotografie bis in die 70er Jahre reicht. Einen besonderen Schwerpunkt legt der in Paris Geborene, seit 2003 in Berlin Lebende auf Berlin-Fotos. Vor einiger Zeit erschienen ist ein wunderschön gestaltetes Buch mit dem Titel „Hommage à Berlin“ zur gleichnamigen Ausstellung, die noch bis zum 9. Oktober 2011 in der Collection Regard in Berlin-Mitte zu sehen ist. Hier nun berichtet Marc Barbey wie er vor drei Jahren auf den Fotografen Hein Gorny aufmerksam wurde und daraus Buch und Ausstellung entstanden:

Ich blätterte zusammen mit einem Freund durch einen Katalog. Er machte die Bemerkung, Hein Gorny sei ein guter Photograph der Neuen Sachlichkeit, der vor allem als Werbe- und Tierphotograph aktiv war. Diesem Kommentar ging ich nach. Ich fand heraus, dass Gorny 1972 die Eröffnungsausstellung in der Galerie Spectrum, einer der ersten Photogalerien in Europa überhaupt, gewidmet worden war. Initiator dieser Ausstellung war unter anderem Heinrich Riebesehl, für mich einer der bedeutendsten deutschen Photographen der Nachkriegszeit, Professor für Photographie, und selbst Schüler von Otto Steinert. Da ich die Photographien von Heinrich Riebesehl sehr schätze und sammle, war diese Erkenntnis besonders inspirierend.
Ich begann nach weiteren Spuren Gornys zu suchen. Dabei stieß ich auf ein Konvolut historischer Bilder Berlins. Ein Besuch in Lüneburg, um Einsicht in die Sammelmappe zu gewinnen, reichte, um mich für den sofortigen Erwerb der Photos zu entscheiden. Nur so war der bereits begonnene willkürliche Verkauf von Einzelteilen und damit die Zerstörung des Konvoluts aufzuhalten. Es befanden sich in dieser Sammlung, neben vielen Reproduktionen von älteren historischen Fotos, originale Abzüge und Kontakte von Hein Gorny und dem US-amerikanischen Photographen Adolph Carl Byers. Dieser war Ende des Zweiten Weltkrieges nach Berlin gekommen. Einige Aufnahmen konnten später außerdem eindeutig Friedrich Seidenstücker zugeschrieben werden. Seidenstücker ist als Tierphotograph und auch für seine Street Photography mit viel Humor bekannt. Die Auswahl der Photos im Konvolut legt nahe, dass Gorny und Byers an einem Buchprojekt über Berlin vor und nach dem Krieg arbeiteten, das „In Memoriam“ heißen sollte. Deswegen erschienen mir die fachgerechte Konservierung und die intensive Aufarbeitung des Konvolutes umso mehr als eine große und künstlerisch lohnende Herausforderung. Das Konvolut stammt vermutlich ursprünglich aus dem Nachlass eines der Mitbegründer der Kestnergesellschaft Hannover, Wilhelm von Debschitz (1871-1948), ging dann in den Nachlass seiner Bekannten Irma Wendtland über, die von 1948 bis 1965 die Handweberei des Klosters Lüne leitete, und danach zu  deren Neffe, von dem ich die Bilder erwerben konnte.

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Lounging in schwarzweiß

Rumlungern - das Gemeinsame an fünf unterschiedlichen Fotoarbeiten

Rumlungern - das Gemeinsame an fünf unterschiedlichen Fotoarbeiten

Sie werden die Abbildung oben möglicherweise schon einmal auf meiner Beratungs-Webseite gesehen haben. Eine Zeitlang hingen diese Schwarzweiß-Fotos in meinem Eingangsbereich, scherzhaft das Wartezimmer genannt. Entsprechend hatte ich Arbeiten ausgesucht, auf denen Personen „abhängen“, wie es derzeit und durchaus zu den körperlichen Haltungen passend, heißt. Mir fiel irgendwann einmal auf, dass ich dieses Motiv des Rumsitzens häufiger habe. Ein Grund liegt darin, dass ich selbst am liebsten Menschen fotografiere, und die möglichst entspannt. Die beiden rechten Motive sind denn auch von mir; mutig kombiniert mit einem Motiv des legendären New Yorker Fotografen Larry Fink aus seiner Serie über Boxer.

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Beth Yarnelle Edwards: Suburban Dreams

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Bildband mit 56 Farbabbildungen erschienen im Kehrer Verlag 2011, mit englischen Texten von Robert Evren, Christoph Tannert und der Fotografin, 30 Euro.

Als deutscher Fotograf würde man sonst was dafür geben, bei einem amerikanischen Verlag veröffentlicht zu werden. Für amerikanische Fotografen hat es derweil mehr Prestige, bei einem deutschen Verlag zu erscheinen – so lange das Buch in englischer Sprache gedruckt wird. Natürlich geht das auf ganz profane wirtschaftliche Gründe und die drastische Konzentration im amerikanischen Verlagswesen zurück. Das Drucken ist in Europa günstiger. Trotzdem: Bei der immer noch kleinen Käuferschicht von Fotobüchern in deutschsprachigen Ländern lohnt sich das Verlegen hier nur, wenn man auch in die USA und weltweit verkaufen kann. Beth Yarnelle Edwards traf auf den Kehrer Verlag beim Fotofest in Houston. Sie denkt, dass ihre Arbeit ohnehin besser von Europäern verstanden wird als von ihren eigenen Landsleuten.
„That must be a reason why so much of my career has taken place in Europe. I’d never intended to venture beyond Silicon Valley for my photography, but once I started to exhibit in Europe, invitations came to make new images“, erläutert sie mir per Email. Sie glaubt, dass selbst die gebildeten Amerikaner sich ihrer eigenen Kultur nicht bewußt sind: „American culture can be so dominant that it becomes invisible to the participants.“ Die zum Fotografieren notwendige distanzierte Sicht auf die eigene Kultur bekam die Fotografin durch einen zwei Jahre währenden Aufenthalt in Mexiko, wo sie in einer mexikanischen Familie lebte und an einer dortigen Hochschule studierte. Das hat sie und ihre Sicht, wie sie schreibt, für immer verändert.
„Suburban Dreams“ ist ein wunderbarer Bildband, eine Inspirations- und Diskussionsquelle. Edwards balanciert geschickt auf der Schnittstelle zwischen Dokumentation und Inszenierung, zwischen Porträt und Sittengemälde. Explizit beruft sie sich auf August Sander, was die Typologisierung der Lebenswelt angeht. Wie Sander fotografiert sie, ohne moralische Urteile zu fällen. Sie ist neugierig, stellt aber nie bloß. Und sie schafft es, mit ihren Protagonisen Verabredungen zu treffen, die auf eine intensive Zusammen- und Überzeugungsarbeit hinweisen. Zum Einsatz kommt übrigens keine Großformatkamera, wie ich vermutete, sondern eine Mamiya 7. Die meisten Fotos im Buch entstanden analog, nur drei sind bereits digital aufgenommen.
In diesem Jahr hat Beth Yarnelle Edwards in Berlin fotografiert und man darf gespannt sein, wie typisch deutsch das sein wird.

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Das Haupt- und 1 Nebenwerk von Beth Yarnelle Edwards, Teil I

Beth Yarnelle Edwards: Katherine M., 2006

Beth Yarnelle Edwards: Katherine M., 2006

In meinem grünen Zimmer hängt neben dem Fenster und damit vor Sonne geschützt, gegenüber der Tür, das Porträt eines sitzenden Mädchens der amerikanischen Fotografin Beth Yarnelle Edwards. „Suburban Dreams“ heißt ihre berühmte Serie, in der sie Familienszenen in Vorstädten zeigt. Angefangen hatte die inzwischen in San Francisco lebende Fotografin damit im Silicon Valley. Schließlich dehnte sie ihre anthropologisch-soziologisch inspirierten Erkundungen nach Europa aus. „Mein“ Foto sieht etwas anders, man könnte auch sagen: normaler aus, als ihre sonstigen, bei denen mir stets besonders gefällt, dass sie die Motive beziehungsweise Akteure in die Tiefe des Raumes hinein staffelt. Eine Option, die meiner Ansicht nach viel zu wenig Fotografen heute noch wahrnehmen. Weiterlesen

Herman LeRoy Emmet: Tina warming her feet

Ein Leben ohne die Fotografie kann ich mir nicht vorstellen. Zum Leben mit Fotografie gehört für mich vor allem ein Leben mit den Fotografien an meinen Wänden. Dabei mische ich eigene mit erworbenen Prints. Das ist keine Sammlung, sondern eine persönliche Kollektion von Arbeiten, die mir größtenteils von den Fotografen aus Dank geschenkt oder auch auf mein Bitten hin großzügig überlassen wurden. So etwas war zu analogen Zeiten noch üblich, da waren sogar Pressefotos gelegentlich auf Barytpapier vergrößert. Es geht mir also nicht um den materiellen Wert, den ein Abzug möglicherweise darstellt, sondern um die visuelle Bereicherung.

Herman LeRoy Emmet: Tina warming her feet - in my kitchen

Herman LeRoy Emmet: Tina warming her feet - in my kitchen

Statt also immer nur daran zu denken, wie man seine eigenen Fotos an die Wand von Fremden bringt, soll diese heute beginnende Serie ermuntern, Arbeiten von anderen bei sich aufzuhängen. Ich beginne mit einem Motiv, das, seit ich es besitze, mein „Küchenbild“ ist, das heißt, seit 1990 in meiner jeweiligen Küche hängt. Das wird so bleiben, so lange ich eine Küche habe.

Herman LeRoy Emmet: Tina warming her feet - Buchseite

Herman LeRoy Emmet: Tina warming her feet - Buchseite

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„Tina warming her feet at an oven, sitting on empty herbicide bucket, Edneyville, North Carolina, 1979“ ist aus der Serie „Fruit Tramps“ des US-amerikanischen Fotografen Herman LeRoy Emmet. Es zeigt die dreijährige Tina Tindal auf einem Eimer, in dem vorher Pflanzenschutzmittel waren, umgeben von Wänden aus Pappe in einer Hütte für Wanderarbeiter. Herman hat sieben Jahre lang die letzte weiße Familie der Wanderarbeiter begleitet, die von Ort zu Ort ziehen, um sich als Obstpflücker zu verdingen. Dabei hat er auch selbst mit angepackt. Kennengelernt habe ich den Fotografen seinerzeit auf dem Fotofestival in Arles, Frankreich.

Da ich ja schon etwas länger in der Branche bin, hatte ich das Vergnügen, etlichen berühmten Fotografen in Person zu begegnen. Gisèle Freund habe ich interviewt, mit Helmut Newton gegessen, für Larry Fink gekocht und von Bruce Gilden ein Foto gemacht. Aber ausgerechnet Herman LeRoy Emmet, der nicht mal mehr so recht als Fotograf aktiv ist, sondern seit Ewigkeiten als Makler in den Hamptons lebt, hat meinen Glauben an das Gute, Wahre und Schöne in der Fotografie wie kaum ein anderer befördert. Die „Fruit Tramps“ sind  berührend und unglaublich intensiv, die Hinwendung des Fotografen zur Familie Tindal herzlich und ehrlich. Die Diskrepanz zwischen der Herkunft des Fotografen und dem Milieu, in das er so intensiv eintauchte, ist so groß, dass es mich damals fast umgehauen hat. Und ganz sicher hat es mich auch ermutigt, später selbst über Jahre ein freies Projekt zu fotografieren.

In den vergangenen Jahren habe ich immer wieder einmal versucht, die Spur von Herman aufzunehmen. Jetzt fand ich auf einem Blog einen Eintrag, dass es jemandem ähnlich ging. Da wird Herman LeRoy Emmet ein großer Einfluss auf die Musik des Bloggers attestiert. Dort fand ich auch den Link zu einer Hamptons-Website, auf der Herman erscheint und sogar schreibt, dass er für das deutsche GEO die Tindals 1992 noch einmal aufsuchte und fotografierte. Und aus einem Kommentar muss man leider auch entnehmen, dass Herman an Parkinson leidet und dies das Ende seiner Karriere als Fotograf bedeutete, der für National Geographic und Life fotografiert hatte. Die „Fruit Tramps“ blieben seine einzige dokumentarische Serie. Aber was für eine! Sie hat das Leben der Fotografierten vielleicht sogar weniger beeinflußt als das von allen, die das Glück hatten, damit in Berührung zu kommen. Thank you, Herman!

In Leica Fotografie International 8.89 habe ich eine Bildstrecke veröffentlicht und einen Text zum Projekt geschrieben - hier die letzte Doppelseite mit Tina im Alter von 10 Jahren, 1986.

In Leica Fotografie International 8.89 habe ich eine Bildstrecke veröffentlicht und einen Text zum Projekt geschrieben - hier die letzte Doppelseite mit Tina im Alter von 10 Jahren, 1986.

Widmung von Herman LeRoy Emmet im Buch "Fruit Tramps"

Widmung von Herman LeRoy Emmet im Buch "Fruit Tramps"

Stefan Bausewein: Sammeltassen

Stefan Bausewein Sammeltassen

Stefan Bausewein Sammeltassen

Stefan Bausewein Sammeltassen

In ihrer Schlichtheit wirklich ergreifend schön sind die Sammeltassenmotive von Stefan Bausewein. Das Überzeugende an den Still lifes ist, dass hier ein ganz neuer Blick auf ein eher belächeltes Objekt ermöglicht wird. Durch die Draufsicht transformiert Bausewein in dieser freien Arbeit das Omi-Porzellan zum hippen Mandala. Jedes Motiv, einzeln betrachtet, saugt den Blick in den Monitor. Nur der Tassenhenkel hält uns davon ab, entspannt in die Unendlichkeit des Musters abzutauchen.

Stefan Bausewein, Abijahrgang 2005, studiert Kommunikationsdesign an der FH Würzburg und ist seit 2009 parallel als freier Fotograf tätig. Im vergangenen Jahr absolvierte er ein Praxissemester im Studio von Rolf Nachbar (Industrie- und Werbefotografie) und erhielt ein Stipendium des Professional Imagers Club (PIC).

Da es nicht einfach ist, von der Uni oder der Assistenz in die Selbstständigkeit zu wechseln, möchte Fotofeinkost diesen Übergang durch die Vorstellung interessanter, möglichst unveröffentlichter Arbeiten von Berufsanfängern unterstützen. Stefan Bausewein aus Würzburg macht den Anfang.

Stefan Bausewein Sammeltassen

Stefan Bausewein Sammeltassen

Stefan Bausewein Sammeltassen

Bei wem haben Sie assistiert oder assistieren Sie noch?

Ich habe assistiert bei: Fotodesign Silvia Frey (Food, Stills), Thüngersheim; Barbara Staubach (Architecture, Business-Portraits), Frankfurt; Rolf Nachbar Fotografie-Design (Industrial- & Ad-Photography), Albertshausen. Aktuell bin ich mein eigener Herr.

Welche Talente oder Vorkenntnisse sollte man haben, um ein guter Assistent zu werden?

Man sollte auf jeden Fall die Technik der Kamera / Blitze beherrschen, damit man sich mit gestalterischen Problemen und schnellen Lösungen vor Ort beschäftigen kann. Ich denke, ein guter Assistent sollte im Stande sein, sich das fertige Bild vorzustellen, um die nötigen Arbeitsschritte zielgerichtet voranzutreiben. Zudem sollte man schleppen und geregelte Arbeitszeiten vergessen können!!!

Warum wollen Sie überhaupt Fotograf werden?

Ich begann erst relativ spät (mit 19 Jahren) mich ernsthaft mit Fotografie zu beschäftigen. Seitdem hat es mich einfach nicht mehr losgelassen und fasziniert mich täglich aufs Neue. Ich glaube, genau deshalb möchte ich weiterhin als Fotograf tätig sein. Denn: Was gibt es Schöneres als mit seiner Leidenschaft sein Geld zu verdienen? Für mich ist die Fotografie wie ein riesiger Spielplatz, auf dem mir hoffentlich so schnell nicht langweilig wird.

Welche Ausbildung haben Sie?

Fotograf und in zirka einem Jahr ein abgeschlossenes Studium Kommunikationsdesign.

Was muss passieren, bevor Sie selbstständiger Fotograf werden oder arbeiten Sie schon frei?

Ich arbeite bereits neben dem Studium als freier Fotograf.

Wie sehen Sie Ihre Zukunft – es dürfen Wünsche genannt werden!

Hoffentlich golden;-) Ersteinmal weiter berufliche Erfahrung über Assistenzen sammeln, evtl. einen Master (Fotodesign) absolvieren, und irgendwann vielleicht ein Studio alleine oder mit anderen kreativen Köpfen zusammen.

Der größte Erfolg / die größte Errungenschaft bisher?

Preise gabs leider noch nicht so viele. Landessieger Hessen, Sieger des Leistungswettbewerbes HWK Rhein-Main (Gesellenprüfung), PIC-Stipendium. Hoffe da ergibt sich noch was …

Wie und warum ist die Serie mit den Tassen entstanden?

Wie so oft findet man einfach solche Dinge z.B. auf dem Dachboden. Da standen sie einfach herum und verstaubten. Eigentlich viel zu schade, dachte ich, und fotografierte sie so wie ich sie als abstrakte Muster gesehen habe.
Es handelt sich um Tassen der Porzellanmanufaktur Winterling Porzellan AG (Kirchenlamitz), heute: Triptis Porzellan GmbH & Co. KG . Durch das Logo kann man den Produktionszeitraum auf 1950 bis 2000 eingrenzen. Auf eBay werden solche Sammeltassen um ca. 20 Euro gehandelt.

Wurde die Serie schon anderweitig veröffentlicht?

Nein.

Stefan Bausewein Sammeltassen

Fotografenfilm von Brad Kremer über Michael Levin

Auf dem Twitter-Feed von Dirk Beumer (@werbefotografen) fand ich den Hinweis auf das folgende Video über den kanadischen Fotografen Michael Levin. Er ist ein Fine-Art-Fotograf, der im Stil von Michael Kenna ebenfalls in Japan fotografiert. Gefilmt hat Brad Kremer, ausgewiesener Experte für Sportactionfilme. Die Musik ist von Röyksopp, über die wiederum schon ein anderer hier auf Fotofeinkost vorgestellter Fotograf, der in Korea lebende Nils Clauss, ein prämiertes Video gedreht hat.

Spannend ist letztendlich weniger der vorgestellte Fotograf als der ausführende Filmer, Brad Kremer. In Snowboardkreisen eine Legende, ist er aus meiner Sicht ein geniales Beispiel dafür, wie wichtig (für die berufliche Entwicklung) ein Interesse jenseits der Fotografie als Ausgangs- und Angelpunkt ist. Zudem zeigt er, wohin sich die Fotografie derzeit entwickeln kann. Kremer, der damenhaft sein Geburtsdatum verschweigt, wuchs in Louisville, Kentucky auf, und begann in Indiana leidenschaftlich Snowboard zu fahren. Nach Beendigung der Highschool zog er an den Lake Tahoe. „Ich war noch ein Teenager“, sagt er in einem Snowboardmagazin, „als ein älterer Freund, ein kommerzieller Fotograf, mich assistieren ließ und mir alles über Licht und Komposition beibrachte. Er besaß auch eine Videokamera, was damals keine Selbstverständlichkeit war. Ich fing an, meine Freunde beim Skateboarden zu fotografieren und machte kurze Filme. Mit der Zeit wuchsen meine Fähigkeiten und ich machte mir selbst einen Namen.“

Er wurde dann sehr bekannt für die Filme, die er für Snowboardfirmen realisierte. Oder, wie das in seiner amerikanischen Biografie heißt: „His work in action sports has literally changed the industry. Brad’s list of clients is a virtual who’s who in action sports including Nike, Oakley, Burton, DC Shoes, Vans, Transworld Snowboarding, Smith Optics, Billabong and many more. His films have consistently been the highest selling action sports film in the world …“
Herr Kremer scheint nicht nur ein Faible für Action, sondern auch für idyllische Wohnorte zu haben. Derzeit ist er bei der Agentur Tytan unter Vertrag, die in einem Urlaubsgebiet in Georgia angesiedelt ist. Brad Kremer ist mit einer Japanerin verheiratet und hat mit ihr drei Kinder.
Den Vimeo-Account mit etlichen weiteren Arbeiten des Timelapse-Spezialisten und natürlich einigen schönen in Japan entstandenen Filmen, möchte ich zur Durchsicht empfehlen. Wer wenig Zeit hat, sollte sich zumindest noch diese Arbeit für Nike ansehen:

Thomas Struth: Kühle Kamera-Kunst

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Noch bis zum 19. Juni 2011 zeigt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf mehr als 100 „Fotografien 1978 bis 2010“ von  Thomas Struth. Obwohl er inzwischen längst selbst unterrichtete, wird er das Etikett „Becherschüler“ natürlich bis ans Lebensende tragen – und davon profitieren.

Die Fotografien hängen in zwei verschiedenen Räumen in einem wunderschönen modernen Museum, dem K20, das auf jeden Fall einen Besuch lohnt. Und trotzdem war der Ausstellungsrundgang eine Ernüchterung. Man kann ja aus mindestens zwei Gründen besonders hohe Erwartungen haben: Einmal, weil hier einer der berühmten Fotografen (Andreas Gursky, Thomas Struth und Thomas Ruff, kurz „Struffsky“) aus der Düsseldorfer Schule sein bisheriges Lebenswerk zeigt. Sammler zahlen Fantastrillionen für die Arbeiten. Zum anderen hat man als Fotografieinteressierter nahezu unweigerlich schon Abbildungen der Struthschen Arbeiten gesehen und möchte den gewonnenen Eindruck anhand der Originale überprüfen und vertiefen. Weiterlesen

Edward Burtynsky: OIL

© Edward Burtynsky, courtesy Stefan Röpke, Köln + Nicholas Metivier, Toronto

Shipbreaking # 13, Chittagong, Bangladesh, 2000 © Edward Burtynsky, courtesy Stefan Röpke, Köln + Nicholas Metivier, Toronto

Es fängt mit dem Ende an – dem Abwracken der Öltanker in Bangladesch, an einem der gefährlichsten, aber für den Außenstehenden auch visuell aufregendsten Arbeitsplatz der Welt. Der Fotograf Edward Burtynsky (geb. 1955) zeigt eine surreal anmutende Kombination aus Landschaft und Architektur im Sonnenuntergang. Das Motiv ziert die Einladungskarte und das Plakat der kleinen, äusserst feinen Ausstellung, mit der die Altana Kulturstiftung in Bad Homburg vor den Toren Frankfurts aufwartet. Die erste Einzelausstellung des international bekannten kanadischen Fotografen in einem Museum, dem schick renovierten Sinclair-Haus, ist noch bis zum 10. April 2011 zu sehen.

SOCAR Oil Fields # 3, Baku, Azerbaijan, 2006 © Edward Burtynsky, courtesy Stefan Röpke, Köln + Nicholas Metivier, Toronto

SOCAR Oil Fields # 3, Baku, Azerbaijan, 2006 © Edward Burtynsky, courtesy Stefan Röpke, Köln + Nicholas Metivier, Toronto

Oil Refineries #23, Oakville, Ontario, Canada, 1999 © Edward Burtynsky, courtesy Stefan Röpke, Köln + Nicholas Metivier, Toronto

Oil Refineries #23, Oakville, Ontario, Canada, 1999 © Edward Burtynsky, courtesy Stefan Röpke, Köln + Nicholas Metivier, Toronto

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Die Orte und Objekte des Patrik Fuchs

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Die sehr skulptural wirkenden Arbeiten des Schweizer Fotografen Patrik Fuchs fielen mir auf der Photo 10 in Zürich auf. Für mich stachen sie geradezu heraus aus einer Masse eher beliebiger, oft leider richtig langweiliger Fotografien. Bestechend ist die Schlichtheit des Motivs im Kontrast zu der handwerklich perfekten Form der Präsentation. Im ersten Moment hielt ich die erheblich vergrößerten Gebilde überhaupt nicht für real. Tatsächlich aber hat Patrik Fuchs die Vogelhäuschen so vorgefunden – sie dann allerdings im Studio fotografiert. Er sagt dazu: Weiterlesen

Warum Heinrich Riebesehl mehr Anerkennung verdient hätte

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Am 31. Oktober 2010 verstarb nach langer Krankheit 72jährig Heinrich Riebesehl, der nun in den Feuilletons abwechselnd als Heimatfotograf und als wichtiger deutscher Nachkriegsfotograf betitelt wird. Das eine reduziert ihn auf den Dokumentaristen der Norddeutschen Tiefebene, das andere klebt ihm ein eher nichts sagendes Etikett auf. Stellt sich nicht die Frage, warum er wichtig ist, aber weitgehend unbekannt blieb? Und worin besteht diese Bedeutung? Kann ein Fotograf die Fotografie verändert haben, ohne dass dies öffentlich anerkannt wird? Ja, in Deutschland schon. Hier werden bedeutende Künstler durchaus gering geschätzt, da kann man jeden Schriftsteller oder Maler fragen. Mit der Verleihung regionaler Kunstpreise ist es eben nicht getan. Das deutsche Dilemma wird gerade anhand der Nachrufe deutlich: Es gibt zwar viele, aber sie beschränken sich weitgehend auf die Wiedergabe der durch das Sprengel Museum versandten Presseinformation. Die TAZ bringt immerhin ein Interview mit der Leiterin der Fotoabteilung des Sprengel-Museums, Inka Schube, die Riebesehl unversehens in die amerikanische „New Topographics“ eingemeindet statt seine singuläre Leistung herauszustellen.

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Riebesehl war überhaupt der erste zeitgenössische autonome künstlerische Fotograf in Deutschland. Während er in seinem ersten Buch „Situationen und Objekte“ noch eine dem Zeitgeist verhaftete, mit starken Kontrasten arbeitende, „magisch realistische“ Fotografie präsentierte, fand er rasch zu seinem eigenen, sehr kargen Stil. Mit der Großbildkamera auf dem Fahrrad erkundete er die agrarisch genutzten Flächen seiner norddeutschen Heimat, fotografierte die Kartoffelernte, Kohlfelder, den umgepflügten Boden. Während die meisten Fotografen hierzulande auf dem Wellenkamm der Reportage- und Editorialfotografie segelten, verfolgte Heinrich Riebesehl einen selbstgesetzten Auftrag, ein großes künstlerisches Projekt. Publiziert wurden 1979 die „Agrarlandschaften“ als großformatiger Bildband, das erste Autoren-Fotobuch in Deutschland. Weiterlesen

Sebastian Burger: Baku

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Er ist einer von den „good guys“ oder, wie er selbst sagt, ein „concerned artist“, jemand, der nicht nur fotografiert und durch die Welt radelt, sondern Blinde und Gehörlose in dieses Vorhaben einbindet. Bei dem Baku-Projekt geht es ihm denn auch nicht nur um die Dokumentation architektonischen Erbes, sondern auch um die Frage nach den sich verändernden Lebensbedingungen der Bewohner. Sebastian Burger wurde 1979 in Seeheim-Jugenheim geboren und machte 2009 sein Diplom bei Peter Bialobrzeski in Bremen. Baku besuchte er im Rahmen seiner Diplomarbeit. In Kürze erscheint das Projekt als Buch, das „beabsichtigt, den Blick auf das verschwindende kulturelle Erbe Bakus freizugeben, stellvertretend für die globalisierte Entwicklung vieler Staaten des ehemaligen Ostblocks. Ziel ist es, ein Publikum für die Verantwortung in dieser Entwicklung zu sensibilisieren, den Blick für globale gegenseitige Abhängigkeiten zu schärfen. Er zeigt uns das Bestehende, das sich Verändernde, das Neue, das Alte und wie sich der Mensch darin zurechtfindet.“ Weiterlesen

Jan Banning: Bürokraten

Büro im Jemen

Büro im Jemen

Anlässlich einer Ausstellung in der Städtischen Galerie in Iserlohn vom 10.09. bis 24.10.2010 möchte ich auf ein Projekt hinweisen, das zwar schon recht bekannt ist, mich aber immer wieder von Neuem fasziniert: Jan Bannings Serie über die Büros von Bürokraten.

Für Bureaucratics warf Jan Banning einen Blick hinter die Kulissen staatlicher Stellen in verschiedenen Ländern und Kulturregionen dieser Welt. Er porträtierte Staatsdiener und Staatsdienerinnen in ihren Amtszimmern, vom einfachen Archivar bis zum höheren Beamten. Dabei ist eine fotografische Studie über die Kultur und die Symbole öffentlicher Verwaltung entstanden. Begonnen hat Jan Banning das Projekt im Jahr 2003 mit einer Porträtserie über indische Staatsbeamte; es folgten Reisen nach Russland, Bolivien, Frankreich. Liberia, China, in den Jemen und in die USA. Weiterlesen

Tobias Zielony: Story/No Story

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Christian Petzold: „Du hast die Protagonisten deiner Bilder ja nicht in diese Posen gebracht, sie führen sie selbst an diesen Orten auf. Deine Serien erzählen auch von einem Spiel mit Fiktion, vom Wunsch, diesen aufgegebenen Orten doch noch eine Erzählung hinzuzufügen. … Während die Pose der beiden hier, die Überwachungspolizisten nachspielen, etwas ganz anderes ist. Da gibt es ein Spiel mit Identitäten, damit, sich einmal mit der anderen Seite zu identifizieren.“

Tobias Zielony: „An Polizisten habe ich bestimmt nicht gedacht als ich das Foto gemacht habe.“

Christian Petzold: „Es gibt an dem Bild ein paar Dinge, die mir gefallen. Da ist die Frau, die fährt. Der Mann ist der Beifahrer, so etwas findet man eigentlich zuerst in amerikanischen Polizeifilmen. Das amerikanische Beamtenrecht schreibt seit den siebziger Jahren eine Gleichbehandlung von Frauen und Männern vor. Das heißt nicht nur gleiche Bezahlung, sondern auch jeder darf fahren. Da wurde PC-mäßig etwas durchgesetzt. … Ich glaube nicht, dass die Subkultur der Jugendlichen, die in Autos herumfahren, das selbst hervorgebracht hat.“

Dies ist ein kleiner Auszug aus dem längeren Gespräch zwischen Christian Petzold und Tobias Zielony, das in dem Buch „Story/No Story“ als einzige Textbeigabe zu finden ist. Vorausgesetzt wird dabei, dass jeder weiß, wer Christian Petzold ist: ein renommierter deutscher Filmregisseur. Er sagt Interessantes, Kluges und Erhellendes, stellt jedoch dem Fotografen kaum eine Frage, so dass man anhand des Gespräches sehr viel über Christian Petzold und ganz wenig über Tobias Zielony erfährt.

Vielleicht gibt es da auch nicht viel zu erfahren?  „Zielony wurde 1973 in Wuppertal geboren, studierte von 1998 bis 2001 Dokumentarfotografie an der University of Wales/Newport (GB) und war danach Meisterschüler bei Prof. Timm Rautert an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. In seiner Arbeit bewegt er sich zwischen klassisch dokumentarischen und konzeptuellen Vorgehensweisen. Die Motive seiner Fotografien wie Videos sucht er oft an den Rändern unserer Gesellschaft. Seine Aufnahmen sind eine Mischung aus intimer Nähe und beobachtender Distanz.“ Das ließ die Kunsthochschule für Medien Köln verlautbaren, die Tobias Zielony im Herbst 2009 zum neuen Professor für künstlerische Fotografie berief. Bereits nach einem Semester gab er die Professur wieder auf, sie wird jetzt kommissarisch vom Fotografen Boris Becker betreut. Zielony lebt in Berlin. Vor einiger Zeit erschien ein Porträt über ihn auf Arte in der Serie „Künstler hautnah“ (ich wies darauf hin, leider nimmt Arte die Videos nach einer Woche aus dem Netz). Der Dortmunder Kunstverein bereitet gerade eine große Ausstellung mit ihm vor, die vom 19. September bis 7. November 2010 zu sehen sein wird. Weiterlesen