Kategorie: Im Fokus

Aktuelle Bücher, Ausstellungen, Festivals

Weihnachtsangebot: 2 Bücher 1 Preis


Jetzt ist DIE Gelegenheit, schöne und inspirierende Bücher über Fotografie zu erwerben. Da Sie nur eines der beiden Bücher zahlen und das andere quasi kostenlos dazu bekommen, ist das ein günstiger Weg zu schönen Geschenken. Denken Sie an Ihre Assis und Praktikanten! Oder ergänzen Sie Ihre eigene Bibliothek. (Das Weihnachtswochenende wird sehr lang! Viel Zeit, zu lesen!)

Durch „Fotografie mit Leidenschaft“ werden Sie eine völlig neue Sichtweise auf das gewinnen, was künstlerische Fotografie sein kann. Zeitgenössische Fotografie-Superstars wie Andreas Gursky und Taryn Simon oder William Eggleston und Robert Frank werden von mir ebenso besprochen wie historische Größen: Henri Cartier-Bresson, Richard Avedon, August Sander oder Eugene Atget. Allein im Kapitel „Von der Reportage zum Kunstmarkt“ treffen Sie auf weitere spannende zeitgenössische Fotograf*innen wie Mazier Moradi, Peter Bialobrzeski, Massimo Vitali, Olaf Otto Becker, Andreas Meichsner, Ilja C. Hendel, Shizuka Yokomizo, Ralf Peters und Thomas Demand.
Kurzum, es war super aufwändig, die Bildrechte für den Abdruck zu bekommen, und daher werde ich den Titel nicht mehr auflegen, wenn er vergriffen ist – und kann ihn leider auch nicht als E-Book anbieten. Greifen Sie daher jetzt zu!

„Fotopraxis mit Perspektive“: Das Buch hätte ich gerne gehabt, als ich anfing, mich ernstlich fürs Fotografieren zu interessieren. 99% aller Bücher über Fotopraxis orientieren sich am technisch ausgerichteten Handwerk. Wer sagt etwas darüber, wie man Themen findet, die einen wirklich selbst interessieren und die auch für die Bildbetrachter von Bedeutung sind? Wo steht, wie man das konkret umsetzt? Und damit als Hobbyist glücklicher wird oder als kommerzieller Fotograf sich und anderen etwas nicht-kommerzielles Gutes tun kann?
Ich habe sie befragt, zum Beispiel Abenteuer-Fotografin Ulla Lohmann, jetzt gerade in allen Medien. Kai Löffelbein, dessen Bildband bei Steidl leider immer noch nicht erschienen ist. Carlos Spottorno, der gerade mit „Der Riss“ eine neue innovative Publikationsform für seine Arbeiten gefunden hat. Seinerzeit Newcomer Patrick Willocq, der seitdem zahlreiche Ausstellungen und Publikationen vorweisen kann. Und andere mehr.

Seien Sie gespannt auf das Abenteuer Fotografie!

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Sonderpreis zu Weihnachten für 2 Bücher

Reportage neu gedacht: Der Riss

Die deutsche Ausgabe ist im Avant-Verlag, Berlin, erschienen.

Neue Fotobücher wirken heutzutage wie eine Bilderflut mit Buchdeckeln. Und auch wenn sich jeder einzelne Autor und jeder Verlag sicherlich große Mühe gibt: Es ist schwierig, aus der großen Zahl der Neuerscheinungen herauszustechen und Begeisterung zu entfachen. Einem aber gelingt dies nun schon zum zweiten Mal: Dem in Madrid lebenden Europäer Carlos Spottorno. Mit dem viel beachteten PIGS im Stil des Wirtschaftsmagazins The Economist zum Thema südliches Europa wurde er 2013 bekannt.* Jetzt legte er zusammen mit dem Journalisten Guillermo Abril ein Werk vor, das wirklich originell ist: Der Riss – eine Reportage in der Form und Aufmachung einer Graphic Novel. Insgesamt nichts weniger als genial gemacht.

Schon als „normale“ Reportage wäre das Material überwältigend. In der Präsentation als Bilderstory erschließen sich aber einige Facetten mehr: Man erfährt in erster Linie viel über Europas Außengrenzen und tatsächliche, inzwischen historische Vorfälle im Zusammenhang einer längeren Entwicklung. Die zurückhaltende Berichterstattung offenbart auch einiges über die Arbeit von Spottorno und Abril unter wahrlich abenteuerlichen Umständen. Die Reportagen im Auftrag der Zeitschrift El Pais Semanal begannen in Melilla, gingen weiter auf Lampedusa, führten die beiden in die Ukraine und schließlich bis in den Norden Finnlands. Weiterlesen

Zu Besuch im Wunderland von Frank Kunert

Die Beschreibung, wie er zu finden sei, klang schon wie aus seinen Bildern: Das Haus mit den grünen Fensterläden gegenüber von einem kleinen Spielplatz. Das Museum Boppard hat Frank Kunert eine sehr schöne Ausstellung eingerichtet. Grund genug an den Rhein zu fahren, um ihn und seine Bildwelt zu besuchen.

Frank Kunert vor dem Eröffnungsbild seiner Ausstellung Wunderland

Alles selbst gebaut! Der Künstler in seiner Ausstellung im Museum Boppard, die bis zum 28. Januar 2018 zu sehen ist.

Im obigen Bild gestaltete Kunert, der gebürtige Frankfurter, eine Referenz an seinen neuen Wohnort. Boppards berühmtester Sohn ist Michael Thonet, ein Tischler, der um 1840 das Bugholzverfahren entwickelte. Der österreichische Staatskanzler Metternich meinte, in Boppard würde er arm bleiben, er solle doch nach Wien kommen. Daher verbindet man die Thonet-Stühle mit Wiener Caféhauskultur. Das ist also der Hintergrund zu obigem Bild, für das Kunert Stuhlminiaturen im Museumsshop erstand. So weit, so praktisch, aber unkunertsch. Für die bessere Bildwirkung polsterte er die kleinen Stühlchen, bearbeitete und lackierte sie neu. Und natürlich ist der Boden im Bild nicht nur handgemalt, sondern für die plastische Wirkung mit einem zahnärztlichen Instrument im Kachelmuster geritzt. Das erklärt, warum die Erschaffung eines neuen Wunderland-Motivs etliche Wochen in Anspruch nimmt. Weiterlesen

Riebesehls Wolkenbilder in Göttingen

Unter dem Titel „Wolken: Poesie des Himmels“ werden am Donnerstag, 19. Oktober 2017, im Tagungs- und Veranstaltungshaus Alte Mensa in Göttingen zwei „Wolkenfachmänner“ Einblick in ihre Arbeit geben. Sie versuchen, die Frage zu beantworten, was sie als Wissenschaftler mit Wolken zu tun haben.

Warum Wolkenbilder?

Wolken faszinieren: Sie sind zugleich Naturphänomen und Projektionsfläche für die menschliche Fantasie; ihr Potenzial für Ideen scheint unendlich. Prof. Dr. Klaus Reichert, Literaturwissenschaftler, Autor und ehemaliger Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, nähert sich ihnen in seinem aktuellen Buch „Wolkendienst: Figuren des Flüchtigen“. Prof. Dr. Torsten Pflugmacher, Professor für Didaktik der Deutschen Sprache und Literatur an der Universität Göttingen, beschäftigt sich mit ihrer Kulturgeschichte. Derzeit vor allem mit dem Potenzial des Motivs in der Kinder- und Jugendliteratur und den Wolkenfotografien des Hannoveraner Fotografen Heinrich Riebesehl. Im Rahmen der Veranstaltung ist Riebesehls Wolkenserie erstmals zusammenhängend öffentlich zu sehen.

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Das aktuelle Chauvi-Foto

Es war einmal so schön, mit dem Fotografieren seinen Lebensunterhalt zu verdienen, gar berühmt zu werden. Wir erinnern knallig bunte Bilder von jungen Frauen in verführerischen Posen. Der Mythos vom Fotografen, der die tollsten Models vor der Linse dirigiert und den ganzen Tag am Strand,  nachts in angesagten Clubs abhängt. Fotografie ist so sexy!

Heimat: Gretchenfrisur und Dirndelschlüpfer

Doch diese hartnäckigen Vorstellungen sind so Achtziger und Neunziger! Was nicht heißen soll, es gäbe das nicht mehr. In der Klum’schen Modelsuchsendung treten ja regelmäßig jene Fotograf*innen auf, die dafür sorgen, dass die Meedchen sexy rüberkommen. (Christian Schuller als ehrenwerte Ausnahme.) Das aktuelle Heft der ProfiFoto präsentiert mit dem anscheinend griesgrämigen Hans Feurer und der immer lustigen Ellen von Unwerth gleich zwei Vertreter der alten Chauvi-Fraktion – der anzugehören nun wirklich kein männliches Privileg darstellt. Das Titelbild zeigt eine nahezu nackte Frau mit Brustnippelpiercing und Gretchenfrisur an Weißwurst. Die Penissymbole am laufenden Meter bedienen den Geschmack jener Herren, an die sich auch die Potenzmittelwerbung richtet. Seit den Fünfzigerjahren wird mit der Frau als Lustobjekt unverändert versucht, Fotomagazine an den Mann zu bringen. Ziehen 2017 noch immer Titten-Titel? Jetzt „modern“ weil mit käsigem Blitzlicht!?

Fotografinnen kämpfen

Seit 29 Jahren und 301 Ausgaben beweist das Magazin Photonews wie eine Fotozeitschrift profitabel sein kann, ohne sich dezidiert an männliche Käufer zu wenden. Fotografinnen sind keine Ausnahme mehr, sondern die Regel. Über 50 Prozent der Absolventen in der Berufsausbildung sind Frauen. Perfiderweise wird das oft mit den gesunkenen Einkommenserwartungen begründet. Frauen wären eher bereit, schlecht bezahlte Berufe zu ergreifen als Männer. Was für eine tendenziöse Interpretation! Empathischen, sensiblen und kreativen Menschen geht es womöglich weniger ums Geldverdienen als vielmehr darum, selbstbestimmt eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben. Was nicht heißt, dass sie alles dankbar annehmen, was ihnen monetär angeboten wird.

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Fotos sind nicht umsonst

Geldbündel

Die Wertschätzung für Fotografie zu fördern, ist mir ein Anliegen. Keiner meiner Vorträge oder Workshops kommt ohne dieses Thema aus. Fotografinnen und Fotografen können und müssen selbst etwas dafür tun, dass unser Lieblingsmedium nicht unter die Räder kommt. Fotografien klären auf, erweitern den Horizont, verkaufen Produkte. Sie können eine ästhetische/künstlerische Bereicherung sein. All dies sind Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt.

Ganz klar hat sich aber durch das Internet nicht nur die Masse an verfügbarem Bildmaterial, sondern auch unsere Einstellung zu Inhalten geändert. Heute ist es möglich, sich jederzeit und überall kostenlos informieren zu können. Es ist zu einem moralischen Wert geworden, sein Wissen zu teilen, ohne dafür eine monetäre Gegenleistung zu erhalten. Und obwohl ich parallel gegen Honorar schreibe, veröffentliche ich die Beiträge auf fotofeinkost kostenlos. Ich arbeite aber an einem kostenlosen Artikel nicht kürzer. Im Gegenteil, online ist beispielsweise nicht nur das Bildmaterial herauszusuchen, sondern auch aufzubereiten. All dies kostet Zeit, unbezahlte Zeit. Weiterlesen

Die Zukunft der Fotografie: Kian Saemian über Virtual Reality

Kian Saemian ist Senior Manager Business Development bei Mackevision, einem deutschen Spezialisten für Computer Generated Imagery, der unter anderem visuelle Effekte für die Blockbuster-Serie Game of Thrones produziert hat. Auszüge aus einem Gespräch, das der Photoindustrie-Verband am Rande seiner Konferenz mit ihm führte.

Herr Saemian, wieviel Hype steckt noch im VR-Thema?

Stellen Sie sich vor, Sie stehen an einer Türe, hinter der sich ein extrem langer Gang befindet. Da, wo wir nun im Bereich VR stehen, haben wir die Türe aufgemacht und sind ein bis zwei Schritte gegangen. So würde ich den Stand von VR momentan beschreiben, in bezug auf die Nutzung und Ausschöpfung dieser Technologie. Das heißt, es ist noch ein extrem langer Weg mit vielen Verbesserungen. Der tatsächliche Hype um VR ist mittlerweile aber stark abgeflacht, da VR-Brillen seit über einem Jahr final für den Massenmarkt existieren. Für mich sind VR, AR und Mixed Reality zukunftsweisend. Sie werden wichtige Bestandteile für Industrien in der Zukunft sein.

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Rodtchenko im Musée Unterlinden, Colmar

Colmar, das hübsche elsässische Städtchen, bietet mit dem Musée Unterlinden und dem darin befindlichen Isenheimer Altar (1512-1516) eine der großen europäischen Kunstattraktionen. Aufgewertet und vergrößert wurde das Museum durch die Neugestaltung der Architekten Herzog & de Meuron. Der Besuch lohnt in diesem Sommer umso mehr, da vom 8. Juli bis 2. Oktober 2017 dort eine kleine, aber sehr exquisite Ausstellung des Künstlers der russischen Avantgarde, Alexander Rodtchenko (1891-1956), präsentiert wird.

Die hundert Exponate stammen aus der Sammlung des Staatlichen Museums für Bildende Künste A.S. Puschkin in Moskau und wurden kuratiert von Rodtchenkos Enkel, Alexandre Lavrentiev. Er erzählte die Geschichte hinter dieser Auswahl.

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Die Zukunft der Fotografie: Objektive

Flach, flüssig – oder ganz anders?

Aktuell setzt die Physik der Miniaturisierung von Kameraobjektiven noch enge Grenzen. Der Bedarf gerade an Mini-Kameras mit hoher Bildqualität in der Medizintechnik, dem Smart Home, der Robotik oder beispielsweise der Fabrikautomatisierung ist groß. Daher sind Forschergruppen und Hersteller dabei, die Bauweise von Objektiven neu zu erfinden. Davon dürften langfristig auch Amateur- und Profifotografen profitieren. „Mithilfe neuer Materialien und Technologien könnten neue Objektivkonstruktionen die Fotografie, wie wir sie heute kennen, komplett revolutionieren“, erklärt Christian Müller-Rieker, Geschäftsführer des Photoindustrie-Verbandes e.V. (PIV).

Warum wir überhaupt mit Objektiven fotografieren

Dank digitaler Kameras voller Mikroelektronik können Fotografen heute so bequem und kreativ Bilder festhalten wie nie zuvor. Ohne eine analoge Erfindung aus dem 18. Jahrhundert wäre die Freude deutlich kleiner. Fotos entstehen durch Licht und das will dafür gebändigt werden. An dem Prinzip, Licht kontrolliert durch einen Linsen-Korridor aus Glas zu navigieren, hat sich bis heute nichts geändert. In richtigem Abstand zueinander angeordnet, ermöglichen erst speziell geschliffene Linsen den Bildausschnitt und die Schärfeebene zu definieren. Ohne ein derartiges optisches System würde ein Foto mit aktueller handelsüblicher Technik nur aus unkenntlichem „Bildmatsch“ bestehen.

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Amsterdam: 2 Fotoausstellungen im Rijksmuseum

Viviane Sassen-Sea Views

Das Rijksmuseum zeigt vom 17. Juni bis 17. September 2017 eine umfangreiche Übersichtsausstellung zur Fotografie des 19. Jahrhunderts sowie Meeresansichten.

Dreihundert Fotografien aus der eigenen Sammlung des Museums illustrieren die Vielfalt, die die Fotografie bereits kurz nach ihrer Erfindung im Jahre 1839 besaß. „New Realities. Fotografie im 19. Jahrhundert“ zeigt nicht nur Porträts, Aktaufnahmen, Stadtansichten und Reisebilder, sondern auch wissenschaftliche Fotografien, Reklamefotos und die ersten Amateuraufnahmen und Schnappschüsse.

Rijksmuseum 2017

Anne Atkins, Algen, 1843-1853, © Rijksmuseum

Ein revolutionäres Medium

Kein größerer Gegensatz ist denkbar als der zwischen der Flüchtigkeit des Fotografierens heute und den aufwändigen Experimenten der frühen Fotografen. Zweifellos führte das neue, magische Medium zu einem revolutionären Bruch mit der traditionellen Bildauffassung, wie man sie bis dahin von Gemälden, Zeichnungen oder Kupferstichen her kannte. Die Fotografie war der Anfang einer vollkommen neuen Art des Sehens und der Darstellung von Wirklichkeit.
Die Ausstellung rekonstruiert, wie man damals aufbrach, um mit der Kamera die Welt zu entdecken – vom Alltag vor der eigenen Haustür bis hin zum Leben unbekannter Völker im fernen Asien.

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Paris: Autophoto Ausstellung

Autophoto: Lee Friedlander

Lee Friedlander, California, 2008 Série America by Car Tirage gélatino-argentique, 37,5 × 37,5 cm Courtesy Fraenkel Gallery, San Francisco © Lee Friedlander, courtesy Fraenkel Gallery, San Francisco

Autophoto: Ray K. Metzger

Ray K. Metzker, Washington, DC, 1964 Tirage gélatino-argentique, 20 × 25,5 cm Courtesy Les Douches la Galerie, Paris / Laurence Miller Gallery, New York © Estate Ray K. Metzker, courtesy Les Douches la Galerie, Paris / Laurence Miller Gallery, New York Ray K.

Autophoto: Justine Kurland

Justine Kurland, 280 Coup, 2012 Impression jet d’encre, 47 x 61 cm Courtesy de l’artiste / Mitchell-Innes & Nash, New York © Justine Kurland

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PhotoEspaña 2017: Sehr körperlich

Allen Städte- und Geschäftsreisenden, die in diesem Sommer nach Madrid kommen, sei ein Besuch der zahlreichen Fotoausstellungen empfohlen. Gerade die größeren Schauen befinden sich fußläufig voneinander und von der Madrider Hauptattraktion, dem Prado, entfernt. Meine persönlichen Highlights waren (überwiegend) schwarzweiß: Cristina Garicia Roderos Lalibela-Ausstellung, Gabriele Basilico im Museo ICO, Eyes Wide Open – 100 Years of Leica Photography. Eine Ausstellung mit Kuba-Fotos von Elliott Erwitt im Real Jardin Botánico empfand ich als wenig interessant. Sie dient dazu, ein Stipendium für Dokumentarfotografen zu bewerben. Die Galerieausstellung von Alberto Garcia-Alix läuft nur bis zum 20.7., die großen Ausstellungen meist bis in den September, siehe Programm.

PhotoEspaña – Kuratiert von Alberto Garcia-Alix

Zum 20. Jubiläum des großen Ausstellungsreigens in Madrid hatte man dem wohl schillerndsten spanischen Fotografen freie Hand gegeben. Alberto Garcia-Alix durfte Ausstellungen nach seinem Gusto zusammenstellen. Dass dabei Randgruppen und Sexualität im Vordergrund stehen würden, war abzusehen. Er holte das Jugendwerk von Anders Petersen, Café Lehmitz, wieder hervor und eine andere Erscheinung aus den Sechzigerjahren, Pierre Molinier. Die erstere Ausstellung war zu sehen im Centrocentro Cibeles als räumliche Inszenierung. Kontaktbögen bis unter die Decke und ein Tisch zum Durchblättern des legendären Fotobuches von 1978 zitieren die Atmosphäre eines Lokals.

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Jedes Jahr photokina #imagingunlimited

Gestern kam die Pressemitteilung, dass die photokina in Köln zukünftig jährlich stattfinden soll – im Mai! Und ohne den publikumsfreundlichen Messesonntag. Aus meiner Sicht ist das alles sehr auf die großen Unternehmen ausgerichtet, die sich eine jährliche Messe finanziell leisten können. Viele kleinere Anbieter wie Fotomagazine oder auch bekannte Fotoenthusiasten, die dort ihre Fans treffen, werden sich die Ausgaben für eine Messeteilnahme womöglich nicht mehr erlauben können. Selbst wenn der Stand gesponsort würde, schlagen immer noch die Hotelkosten, die für zusätzliche Mitarbeiter am Stand und Promomaterialien zu Buche.

Und ob wohl die unbekannteren Anbieter aus Taiwan und China jährlich nach Köln reisen? Gerade das  Angebot von kleinen Unternehmen zu sehen, ist interessant. Darauf, sich bei Canon oder Panasonic hinter Männern mit Rucksäcken zu drängen, um ein neues Kameramodell in die Hand zu nehmen, kann ich gut verzichten – ab 2018 dann jedes Jahr.

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Bildfreigabe für persönliche Fotoprojekte

Die Bildfreigabe gehört zum Fotografieren

In meinem E-Book „Wer fotografiert hat mehr vom Leben“ (siehe Startseite) sporne ich dazu an, persönliche Fotoprojekte zu fotografieren. Darauf kam bisher schon großartiges Feedback. Angeregt durch die Berichte per E-Mail möchte ich heute das Thema der Bildfreigabe ansprechen.

Das ist, wie Sie wahrscheinlich wissen, juristisch vermintes Gebiet. Und vielen macht das Angst. Meines Wissens ist es bisher nicht grundsätzlich verboten, überhaupt zu fotografieren. Erst recht nicht, wenn Sie das einvernehmlich mit den Personen oder Grundstückseigentümern tun – was bei einem persönlichen Projekt die Voraussetzung ist. (Sonst wäre es flüchtiges Knipsen.)

Gerade beim Arbeiten an einer Fotoserie steht für den Hobbyfotografen eine Veröffentlichung erst einmal nicht zur Debatte, zumindest nicht im Sinne einer kommerziellen Verwertung, wie dies bei Berufsfotografinnen und -Fotografen der Fall ist. Einschränkend muss man aber sagen, dass jede Art von Foto schneller in den sozialen Netzwerken hochgeladen wird, als man sich über die Konsequenzen im Klaren ist.

Bevor man also so richtig loslegt, sollte man sich über drei Punkte klarwerden.

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Städel Ausstellung: Die Becher-Klasse

Die Becher-Klasse
Ausstellung Die Becher-Klasse

Ausstellungsansicht Raum Andreas Gursky, Foto: Städel Museum

In einer umfassenden Überblicksausstellung widmet sich das Städel Museum in Frankfurt am Main vom 27. April bis 13. August 2017 der Becher-Klasse. Rund 200 Fotografien sind zu sehen von Andreas Gursky, Candida Höfer, Axel Hütte, Tata Ronkholz, Thomas Ruff, Jörg Sasse, Thomas Struth sowie von den weniger prominent gewordenen Studenten Volker Döhne und Petra Wunderlich. Die Ausstellung mit dem Haupttitel „Fotografien werden Bilder“ konzentriert sich mithin auf die Studentinnen und Studenten der frühen Jahre der Becher-Klasse, die 1976 mit Höfer, Döhne, Hütte und Struth beginnen und 1987/1988 mit dem Abschluss des Studiums von Gursky und Sasse enden.

Dokumentarische Fotos von Trinkhallen

Die Ausstellung im Anbau des ehrwürdigen Kunstmuseums Städel führt über zwei Etagen. Man beginnt unten mit den frühen Arbeiten, die noch deutlich unter dem Einfluss der Lehrer vielfach klein, schwarzweiß und dokumentarisch abbildend sind. „Dem Ansatz lag folgende Auffassung zugrunde: Wenn Stil und Produktion des Fotografen neutralisiert würden, würden die Aufnahmen unvoreingenommen und gleichgewichtig erscheinen, und die Fotografie könnte als unparteiisches Mittel der Beobachtung anerkannt werden“, schreibt Alexander Alberro in seinem überaus lesenswerten Katalogbeitrag. Und weiter heißt es dort: „Tata Ronkholz‘ sachliche, aus fixen Kamerapositionen erstellte Aufnahmen von Trinkhallen und kleinen Läden, Volker Döhnes und Axel Hüttes unpersönliche Bilder industrieller Architektur und banaler Elemente der urbanen Infrastruktur sowie Petra Wunderlichs Detailansichten von Kirchenfassaden suggerieren oberflächlich ein Verlangen, Orte und Einrichtungen aus dem Zeitraum von Mitte bis Ende des 20. Jahrhunderts zu katalogisieren und auf unbestimmte wissenschaftliche Art zu klassifizieren. Das perfekte Licht, das ihre Werke auszeichnet, deutet zudem die gleiche unerschöpfliche Geduld an, die in den Arbeiten der Bechers zutage tritt.“ (S. 21-22)

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Fotografie ist (k)ein Hobby

Sonnenuntergang fotografierende Hobbyfotografen

Hobbyfotografen wünschen sich oft nichts sehnlicher als in die „Profi-Liga aufzusteigen“. Das Sehnen des Hobbyisten nach Profitum hat in unserem Sprachraum Tradition – und wird zur Umsatzsteigerung von der Fotobranche kräftig gefördert. Ist der Status als Möchtegern-Berufsfotograf wirklich so erstrebenswert? Wie wäre es, das Fotografieren als etwas zu betrachten, mit dem man sich etwas Gutes tut? Als Inspiration zum Umdenken habe ich ein E-Book geschrieben, das Sie sich gerne kostenlos downloaden können. Es heißt: „Wer fotografiert hat mehr vom Leben“.

Ich behaupte darin: Die Kamera ist ein Talisman, ein glückbringender Gegenstand.
Warum haben Sie die Zauberkraft Ihrer Kamera bisher nicht wahrgenommen? Weil es dafür keinen sichtbaren Schalter gibt, sondern einen im Kopf.

Ein Plädoyer für das Fotografieren ohne kommerzielle Absichten

Das Dilemma ist nämlich, dass die Fotografie in den Köpfen der Hobbyfotografen fest als Handwerk verankert ist. Das Fotografieren selbst wird nicht als typisches Hobby verstanden! Ein Hobby betreibt man aus Freude an der Sache; es schluckt meistens viel Geld und Zeit, löst aber grundsätzlich keinen Renditegedanken aus. Die Fotografie hingegen steht immer im Zeichen eines möglichen Überwechselns in die kommerzielle Anwendung.

Sie denken an einen „Return of Investment“, wenn Sie Fotoausrüstung anschaffen. Wenn Sie damit etwas verdienen, sind Sie – oder Ihre bessere Hälfte – geneigt, über den Kauf eines neuen Objektivs oder des A2-Druckers mit 12 Tinten hinwegzusehen. Hingegen wird bei der Anschaffung eines Aufsitzrasenmähers niemand erwarten, Sie sollten ein Nebengewerbe als Platzwart anmelden.
Wer Uhren sammelt, will damit keinen Laden oder ein Auktionshaus eröffnen. Wer Golf oder Tennis spielt, sucht Geselligkeit gewürzt mit leichten sportlich-mentalen Herausforderungen. Und wer seinen Garten pflegt und gestaltet, will nicht Gärtner werden, sondern die Aussicht genießen.

Der Drang in die Kommerzialisierung hängt eng zusammen mit der Einordnung der Fotografie als Handwerk. Natürlich ist sie unter anderem ein Handwerksberuf. Jedoch wird der handwerkliche Teil des Verfahrens mit dem technischen Fortschritt im 21. Jahrhundert immer bedeutungsloser.

Hobbyfotografen meinen: „Das kann ich auch!“

Für Hobbyfotografen ist dieses Klammern am Handwerklichen schon immer eine Sackgasse gewesen. Sie streben danach, so gut zu sein wie ein Werbe-, Mode- oder Architekturfotograf. Was sie in ihren eigenen Augen leicht erreichen – weil sie das Produkt absolut setzen, losgelöst von jeder Bedingung, der ein Berufsfotograf stets unterliegt. Zeitdruck, Budgetdiskussionen und Kundenwünsche kommen in der Welt der Hobbyfotografie ebenso wenig vor wie Architekturaufträge bei schlechtem Wetter.

Erfolgserlebnisse bezogen auf ein einzelnes, losgelöstes Produkt befördert die Illusion des Amateurs, im täglich härter werdenden Fotobusiness Fuß fassen zu können. Und indem er der Werbe-, Mode-, oder Hochzeitsfotografie nacheifert, bleibt der Amateur ein Möchtegern-Profi.
Verhinderter Berufsfotograf zu sein ist kein schöner Dauerzustand, oder?
Was passiert: Der Hobbyfotograf erledigt kostenlos kommerzielle Fotoaufträge. Berufsfotografen die Arbeit wegzunehmen und die Preise zu ruinieren, geschieht meist nicht in böser Absicht, zeugt aber von wenig Umsicht. Gutverdiener oder Pensionäre sollten am besten überhaupt nicht kommerziell fotografieren!

Werden Sie beispielsweise gefragt, eine Hochzeit abzulichten, dann überlegen Sie noch einmal gut, ob das wirklich so schmeichelhaft ist. Sehen Sie es realistisch: Das Hochzeitspaar will das Fotografenhonorar sparen und kann den Wert professioneller Fotografie offenbar nicht würdigen. Sie wären gerne Gast. Doch Sie werden zum Dienstleister ernannt und sollen arbeiten, während alle anderen feiern. (Lassen die Brautleute eigentlich ihre Hochzeitstorte von der Mutti backen?)

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Der eigene Bildband

Ein Bildband mit den eigenen Fotos ist so lange ausschließlich eine wunderbare Art der Bildpräsentation, wie man die Auflage klein hält. Sucht man mit seiner Arbeit die Öffentlichkeit, investiert mithin ziemlich viel Geld in den Druck, sollte man vorzugsweise schon zu Beginn überlegen, wer das Buch kaufen würde. Und sich auch vorab mental rüsten, mit der Downside des Publizierens umzugehen: Mit negativen oder gar nicht erfolgenden Buchbesprechungen, mit großen Stapeln unverkaufter Bücher im Lager, mit dem Verramschen des guten Stückes zum Schleuderpreis. Das gehört nämlich auch alles zum Alltag des Autors, wird aber gerne verschwiegen. Lassen mich also ein paar sachdienliche Fragen stellen.

Wozu überhaupt einen Bildband veröffentlichen?

Dazu sollte man sich die Frage ehrlich beantworten, ob es nur um das Gefühl geht, etwas publiziert zu haben. Dazu würden nämlich 20 bis 50 Exemplare reichen, die man an Friends & Family oder an seine Kunden verteilt. Oder gibt es eine echte Nachfrage nach dem Inhalt/dem Künstler, die eine Auflage von 500 bis 2.000 Exemplaren rechtfertigt? Um die Menschen zu erreichen, die sich für den Inhalt interessieren, muss man sehr viel Arbeit investieren. Und zwar höchstselbst und möglichst lange andauernd. Es wäre ein Traum, wenn das der Verlag leisten könnte. Aber ein Verlag ist kein Grand Hotel mit dreimal so viel Personal wie Gästen.

Wozu dient der Bildband?

Vor der Digitalisierung war der Bildband wichtig zur Information. Wollte man beispielsweise in ein Land oder in eine Metropole reisen, schaute man in einen Bildband, um vorab etwas zu sehen. Heute guckt man sich bei Google Earth die Stadt ungeschönt an, und bei Airbnb wie die Leute dort wohnen. Bei YouTube gibt es zudem Videos, in denen man Details über Streetfood, Strand oder das Nachtleben vorab betrachten kann.

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