Kategorie: Wer fotografiert …

Fishmann: Das blaue Zimmer – Bilder mit selbstgebauter Kamera

Christoph Fischer nennt sich „Fishmann – Der Lochkameramann“. „Als eifriger Leser all Ihrer Bücher, finde ich jetzt Ihre Newsletter nicht weniger spannend und zum Nachdenken anregend“, schrieb er mir auf den letzten zum Thema „Flow“.

Lochkameraaufnahme Rabe

Der Flow stellt sich bei mir auf unterschiedliche Art und Weise ein und ist mal mehr, mal weniger ausgeprägt.
Ich stelle jedoch fest, so wie Sie es auch schreiben, alleine und ungestört entwickelt er sich besser. Oft höre ich ein Zitat, Sprüche oder sehe etwas, dann kann es passieren, dass ich Tage, ja sogar Wochen mit Gedanken daran durch den Kopf herumlaufe, bis sich eine Idee verfestigt.

So bin ich letztes Jahr hingegangen und habe eine Serie von Stillleben angefangen, welche bei Leibe noch nicht beendet ist. Es fing damit an, ein Miniaturzimmer zu bauen, eigentlich eine simple Holzkiste, der Boden aus einer alten Pallette, mit einem Fenster und einer Tür. Da ich nur noch blaue Farbe im Keller hatte, wurden die Wände mit blauer Farbe gestrichen, daher der Name der Serie „Das blaue Zimmer“. Eigentlich Unsinn. Da ich Schwarzweißfilm benutze, sieht man es nicht.

Allerlei Gegenstände sind mir bis dato ins Zimmer gekommen. Fundstücke, eigens dafür gebaute oder halt das, was sich zu Hause befand. Es kommt auch vor, dass ich zuerst eine, wie ich meine, passende Kamera baue, mit welcher die Idee dann umgesetzt wird; auch ein Bestandteil meiner Entschleunigung, meines Flows. Das kann dann mal fünf Monate dauern, aber es hetzt mich ja keiner, wenn ich es selbst nicht tue. Das versuche ich auch in Form von Workshops zum Lochkamerabau an Teilnehmer weiterzugeben.

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Warum Sie Ihre Fotos besser nicht Kunst nennen

10 Tipps für Hobbyfotografen, die ausstellen oder ein Buch veröffentlichen möchten

1. Für eine Fotografen-Website wählen Sie besser keine einprägsamen Begriffskombinationen (wie bei mir „fotofeinkost“). Das funktioniert bei Blogs, aber nicht für eine Website, auf der Sie „Werke“ präsentieren. Die erste Wahl ist stets, den eigenen Namen zu verwenden; ganz schlicht mit einem Bindestrich in zwischen Vor- und Zunamen. Achten Sie bitte auch darauf, dass die Domain nicht nach Fotogeschäft klingt: Bei „Photo-Mueller“ denkt man an Passfotos, nicht an Ausstellungen.

2. Vermeiden Sie immer Begriffe wie „Kunst“ oder „Kunstwerk“. Warum? Weil es uninformiert wirkt, sich selbst so zu etikettieren. Das Urteil, ob es als Kunst gesehen wird, sollte man stets anderen überlassen. Von jemandem, der sich selbst als „Künstler“ bezeichnet, nimmt man meist an, er sei Hobbykünstler. Auch „Art“ heißt „Kunst“, „Fine Art“ gar „Bildende Kunst“, meint also eigentlich die klassischen Bereiche wie Malerei und Bildhauerei. Der Begriff „Fine Art Fotografie“ ist als Genre verbreitet. Man sollte ihn daher nur verwenden, wenn man genau dieses Genre bedient.

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Manfred Sickmann: Spargelernte

Spargelernte

Flinke Helfer bei der Spargelernte

„Seit ersten März 2017 bin ich nun Rentner. Schon im letzten Jahr war klar, dass ich diesen Lebensabschnitt mit einem Fotoprojekt beginnen möchte“, schrieb mir Manfred Sickmann aus Baden-Württemberg als Reaktion auf meinen Mai-Newsletter. „Vielen Dank zunächst für Ihre vielen hervorragenden Anregungen, die ich aus Ihren Büchern „Fotografie mit Leidenschaft“ und „Fotopraxis mit Perspektive“ – wie auch dem Paper „Wer fotografiert hat mehr vom Leben“(kostenloser Download Startseite) bekommen habe. Großes Lob für Ihre klaren, differenzierten und sehr kompetenten Texte.

Seit 2008 fotografiere ich ernsthaft und leidenschaftlich alles mögliche – mit mäßiger Zufriedenheit. Immer auf der Suche nach der eigenen Bildsprache, die ich aber bis heute nicht wirklich gefunden habe. Von dem hohen Anspruch, so gut wie die Profis zu sein, habe ich – auch Dank Ihrer Anregungen – Abschied nehmen können. Seitdem gehe ich mein Hobby sehr viel entspannter an. Und dann war bei Ihren Anregungen ja noch der Aspekt „Projekt“. Das hat mir von Anfang an eingeleuchtet. Die Zeit, meine Ideen umzusetzen, hat mir aber während meiner Tätigkeit als Arbeitstherapeut in der Psychiatrie gefehlt.

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Bildfreigabe für persönliche Fotoprojekte

Die Bildfreigabe gehört zum Fotografieren

In meinem E-Book „Wer fotografiert hat mehr vom Leben“ (siehe Startseite) sporne ich dazu an, persönliche Fotoprojekte zu fotografieren. Darauf kam bisher schon großartiges Feedback. Angeregt durch die Berichte per E-Mail möchte ich heute das Thema der Bildfreigabe ansprechen.

Das ist, wie Sie wahrscheinlich wissen, juristisch vermintes Gebiet. Und vielen macht das Angst. Meines Wissens ist es bisher nicht grundsätzlich verboten, überhaupt zu fotografieren. Erst recht nicht, wenn Sie das einvernehmlich mit den Personen oder Grundstückseigentümern tun – was bei einem persönlichen Projekt die Voraussetzung ist. (Sonst wäre es flüchtiges Knipsen.)

Gerade beim Arbeiten an einer Fotoserie steht für den Hobbyfotografen eine Veröffentlichung erst einmal nicht zur Debatte, zumindest nicht im Sinne einer kommerziellen Verwertung, wie dies bei Berufsfotografinnen und -Fotografen der Fall ist. Einschränkend muss man aber sagen, dass jede Art von Foto schneller in den sozialen Netzwerken hochgeladen wird, als man sich über die Konsequenzen im Klaren ist.

Bevor man also so richtig loslegt, sollte man sich über drei Punkte klarwerden.

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Ninette Niemeyer fotografiert eine alte Dame

„Mit großem Interesse habe ich Ihr wirklich wunderbar geschriebenes E-Book gelesen“, schrieb mir Ninette Niemeyer nach der Lektüre von „Wer fotografiert hat mehr vom Leben“ und sandte mir ihrerseits einen kleinen Bildband in Form eines PDFs. Der Titel ihrer Serie über eine 96 Jahre alte Dame, die alleine in ihrem Haus lebt, lautet:

„Der liebe Gott will mich noch nicht”

Die Bildautorin hat an der Uni in Hannover Architektur studiert und viele Jahre als Architektin gearbeitet. „Irgendwann kam die Erstellung von Webseiten hinzu. In der Zeit bin ich von der analogen zur digitalen Fotografie gekommen und begann, mich intensiv mit künstlerischer Fotografie und der Erstellung von Serien auseinander zu setzen. Mein Thema ist der Mensch mit seinen Geschichten, seiner Unergründlichkeit und seiner Verrücktheit“, sagt Frau Niemeyer, die in Bergisch Gladbach lebt. Weiterlesen