Schlagwort: dokumentarische Fotografie

Jessica Fulford-Dobson: Skate Girls of Kabul

Copyright © 2015 Skate Girls Of Kabul by Jessica Fulford-Dobson

Copyright © 2015 Skate Girls Of Kabul by Jessica Fulford-Dobson

Am 4. Dezember 2015 wird bei Pavlovs Dog, einer Galerie in Berlin, eine Ausstellung über ein wirklich großartiges Fotoprojekt eröffnet. Inzwischen mehrfach mit Preisen bedacht, zeigt die Initiative der Londoner Porträtfotografin Jessica Fulford-Dobson einmal mehr, dass sich der Einsatz für ein originelles persönliches Projekt lohnt: großartige Bilder, viel internationale Aufmerksamkeit. In der Pressemitteilung der Galerie heißt es: Weiterlesen

Conflict, Time, Photography-Ausstellung in Essen

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Eine Bildgeschichte des Krieges

„Conflict, Time, Photography“ (10. April – 5. Juli 2015) präsentiert die vielfältigen Formen der bildnerischen Auseinandersetzung mit kriegerischen Konflikten im Medium der Fotografie. Fotografen und Künstler wie Don McCullin, Pierre Antony-Thouret, Simon Norfolk, Stephen Shore, Michael Schmidt oder Taryn Simon zeigen Kriegshandlungen und deren Nachwirkungen: Fotografien, die im Moment des Geschehens sowie Tage, Monate, Jahre und Jahrzehnte nach dem jeweiligen Ereignis aufgenommen wurden. Die großangelegte Gruppenausstellung will keine Geschichte der Kriegsfotografie oder der Fotografie in Kriegszeiten sein; sie fragt vielmehr nach den Möglichkeiten und Strategien der fotografisch-künstlerischen Bewältigung von Krieg und Gewalt. Gezeigt werden in 13 Räumen rund 130 Werke, insgesamt aber mehr als 800 Exponate aus der Zeit zwischen 1855 bis 2013. Weiterlesen

„Fotopraxis mit Perspektive“ ist erschienen!

Nun ist es fertig und portofrei über den Shop im Fotofeinkost Verlag ab sofort zu beziehen: „Fotopraxis mit Perspektive – 16 erfolgreiche Projekte und ihre Macher“.

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In einem 35seitigen Essay gehe ich der Frage nach, wie sich Fotografen am besten für die Zukunft rüsten – ganz praktisch gedacht, um weiterhin Geld zu verdienen.

Die Idee hinter dem Buch ist, genau zu gucken, wohin sich das fotografische Metier entwickelt und was jeder Einzelne den negativen Effekten der heutigen Bilderflut entgegensetzen kann, um auch weiterhin sein Glück mit und in der Fotografie zu finden.
Ein intensiveres Erleben und mehr Aufmerksamkeit für die Ergebnisse sind nur zwei der positiven Effekte von Fotoprojekten. Der Königsweg in der Fotografie im 21. Jahrhundert ist aus meiner Sicht die thematische Serie oder allgemeiner ausgedrückt: ein inhaltlich durchdachtes Fotoprojekt im Unterschied zum fototechnisch bestimmten Einzelfoto. Weiterlesen

Robert Rutöd: Less is more

In seinem ersten Fotoband demonstriert der Wiener Fotograf Robert Rutöd ein breites Spektrum menschlichen Treibens: man sieht in Essig eingelegte Erinnerungen, hört Hundegebell aus offener Brust oder beobachtet wie im Rahmen einer Prozession religiöse und verkehrstechnische Symbolik verschmilzt. Und wie es sich für einen echten Wiener gehört, fehlt auch das Morbide nicht. Die Fotos stehen in der klassischen Tradition der Street Photography und zwingen zum genauen Hinsehen. Dem oberflächlichen Betrachter wird der schwarze Humor des Fotografen oftmals verborgen bleiben. Das Buch kostet 44 Euro, mit Print 99 Euro.

Less Is More, Fotografien von Robert Rutöd, Text von Christine Dobretsberger
Hardcover, 104 Seiten, 47 Farbabbildungen, Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, 22×22 cm, Oktober 2009, ISBN 978-3-8370-3549-0 www.rutoed.at

Maziar Moradi: Ich werde deutsch

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o.T., 2009, C-Print 60 x 75 cm

Maziar Moradi ist jetzt Mitte dreißig, spätestens im Alter von fünfzig Jahren  wird er einer der wenigen international bekannten Fotografen sein. Einer der besten ist er schon jetzt. Und zugleich der Beweis, dass die Legende vom unerkannten Künstler eben eines ist: eine Legende, die so viele als Rechtfertigung benutzen, sich nicht anzustrengen. Moradi hingegen arbeitet an großen und spannenden Projekten und zugleich an seiner Karriere. Das findet entsprechende Anerkennung: 2007 erhielt er den Otto-Steinert-Preis, im Jahr 2009 den Preis für Dokumentarfotografie der Wüstenrot Stiftung und die Stiftung Kunstfonds fördert sein Buch „1979“, das 2010 im Kehrer Verlag erscheinen wird, dazwischen ein Stipendium für die Serie „Ich werde deutsch“. Hinzu kommen Ausstellungen, Teilnahme an Festivals und natürlich, die Arbeit an den Fotoprojekten. Moradi studierte Kommunikationsdesign an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und machte sein Diplom vor zwei Jahren im Schwerpunkt Fotografie bei Vincent Kohlbecher.

Als das Schah-Regime stürzte, war Maziar Moradi erst vier Jahre alt, trotzdem hinterließ dies einen tiefen Einschnitt in seinem Leben. Seine erste große Serie heißt deshalb schlicht „1979“. Weiterlesen

Heimatland Schweiz

Im vergangenen Oktober war Ursula Sprecher zusammen mit Andi Cortellini Fotografen des Monats – mit einer Serie über die Menschen in Vereinen rund um Basel. Jetzt gibt es einen Bildband, der uns die Schweiz in wunderbaren Landschaftsaufnahmen nahe bringt. Die Schweiz, wohl gemerkt, nicht Heidiland. Fotografiert hat Ursula Sprecher mit Julian Salinas. Buchvernissage ist am 9. November in der Galerie Walter Keller in Zürich, Oberdorfstr. 2. Die Buchausstellung dauert bis zum 18. November 2009, Öffnungszeiten: Do & Fr 12 – 18 Uhr, Sa 12 – 17 Uhr oder auf Anfrage. kellerkunst.com

Mein spontanes Lieblingsfoto ist auf Seite 83, aber es gibt viel mehr spannende Motive, zumal die beiden etwas machen, das ich sehr schätze: Sie fotografieren belebte Landschaften.

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Hardcover gebunden, 168 Seiten, 69 Farbbilder, 25 x 33cm, TRUCE Verlag ISBN: 978-3-033-02150-1, CHF 68.- / EUR 45.- Erhältlich im Buchhandel oder unter www.truce.ch

Carlos Alvarez Montero: M (wie Michoacan)

carlos-alvarez-montero7Der Fotograf Carlos Alvarez Montero stammt aus Mexico City, er lebt und arbeitet derzeit in New York und in seiner Geburtsstadt. In seiner fotografischen Arbeit befasst er sich mit dem Verhältnis von äußerer Erscheinung und Identitätsbildung. Er ist der Ansicht, man sollte Menschen nach ihrem Auftreten und Äußeren beurteilen, da sich darin Hinweise für das finden, was im Kopf einer Person vorgeht. Monteros beeindruckende Arbeiten wurden bereits veröffentlicht in Time Magazine, Newsweek, The Fader, Vice, Picnic Magazine, and Neo2. Zurzeit nimmt er an der School of Visual Arts Photography am „Video and Related Media MFA“-Programm teil. Ich sah seine Arbeiten im Blog featureshoot.com aus New York, wo ihn Alison Zavos zu seiner Arbeit befragte. Hier die deutsche Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Alison Zavos: Weiterlesen

Portraits von Männern, von Frauen

Männer fotografieren Frauen – oder Männer, das ist nichts Besonderes. Aber für viele Frauen gilt noch heute, dass der unverhohlene Blick auf den nackten Mann ziemlich heikel ist. Die Fotografin Sally Mann hat sich mit dieser Asymmetrie befasst und stellt derzeit mit „Proud Flesh“ das Ergebnis Ihrer Überlegungen vor. Über einige Jahre hinweg hat sie ihren Mann fotografiert, dabei aber eine solche Zurückhaltung und Diskretion walten lassen, dass die Betrachterin dieser ja durchaus sehr intimen Fotografien in keinem Moment unangenehm berührt ist. Anders dagegen bei „Das Porträt. Fotografie als Bühne“, einer Ausstellung von Peter Weiermair, die noch bis zum 18. Oktober 2009 in der Kunsthalle in Wien gezeigt wird. Zeitgleich mit Colbergs Blogpost über Sally Mann traf der Katalog bei mir ein, der im Verlag für moderne Kunst in Nürnberg erschienen ist. Auch hier ist Sally Mann vertreten, allerdings mit alten Arbeiten über die unmittelbare Familie. Weiterlesen

Peter Bialobrzeski: Paradise Now

Er ist einer der bekannten, renommierten deutschen Fotografen. Ausnahmsweise nicht aus der Becher-Schule. Er fing an mit der Reportagefotografie, wandte sich aber bald der Realisierung freier Projekte zu, die in Bildbänden publiziert und auf dem Kunstmarkt gehandelt werden. Zudem hat er eine Professur an der HBK in Bremen, von der er sich gerade für zwei Jahre beurlauben ließ. Am 11. Juli 2009 hielt er einen Vortrag im Museum der Weltkulturen, bei dem er im Rahmen der Sommerakademie des Fotografie Forums Frankfurt seine Arbeiten präsentierte.

Peter Bialobrzeski bei seinem Vortrag in Frankfurt.

Der Vortrag in Frankfurt begann mit einem Motiv der Arbeitssituation.

Bialobrzeski zeigte zu Beginn Fotos aus Indien und sprach darüber, wie man vor zehn, fünfzehn Jahren Bildstrecken für Magazine fotografierte – speziell für Zeitungssupplements wie das FAZ-Magazin, das 1999 eingestellt wurde. Er sagte, er habe anfangs Bilder beispielsweise wie aus „Geo“ im Kopf gehabt. Und er habe sich davon befreien wollen, und erwarte auch von seinen Studenten, sich von diesen vorgegebenen Bildern zu lösen.

Nachtaufnahmen aus den Megacities

In seiner Arbeit „Paradise Now“ ist es ihm ganz wunderbar gelungen, einen in jeder Beziehung neuen Betrachtungswinkel zu finden. Die Idee ist im Prinzip so einfach wie gut: In den Megacities werden die Pflanzen nicht mehr (nur) von oben, eben durch die Sonne, sondern nachts aus allen Richtungen künstlich beleuchtet. Da wuchert und schlingt es durchs Bild, und im Hintergrund oft und irreal wirkend durch die Überbelichtung: Teile von Hochhäusern. Die Fotos sind atemberaubend! Weiterlesen

Digitaler Workflow und dann?

Die technischen Aspekte des digitalen Workflow sind komplex und bieten Anlass, sich ausführlich damit zu beschäftigen. Doch wenn der Monitor kalibriert ist und der Drucker macht, was er soll, wird es erneut spannend, nämlich bei der Frage des Ausdrucksstils. Warum Farbe das neue Schwarzweiß ist, habe ich für das Magazin Fine Art Printer erläutert, wo dieser Beitrag in Ausgabe 04/08 erschien.

Himmel hatten strahlend blau zu sein, das, meinte die Firma Kodak, wolle der Fotografierende so, und entsprechend wurden die Filmemulsionen abgestimmt. Wer es nicht so gerne bunt trieb, der fotografierte schwarzweiß. Bis in die Achtzigerjahre galt Schwarzweiß als künstlerischer und nur wenige Fotografen wagten sich an eine individuelle Farbauffassung – wie Sheila Metzner mit dem aufwändigen Fresson-Print. Nicht zufällig waren dies meist Studioaufnahmen, denn die Zurückhaltung gegenüber der Farbe hatte sehr viel mit der Bildkontrolle zu tun. Bei kommerziellen Aufnahmen arrangiert der Fotograf (oder der Stylist) das Motiv, so dass Farben nicht zufällig vorkommen. Da Farbe immer auch Emotion vermittelt, ist die Kontrolle über die Farbe ein wichtiger Gesichtspunkt, wenn es um die Erzielung einer Bildwirkung geht. Weiterlesen

Bernd Arnold: Die Zone

Ein wehmütiger Abgesang auf die Street Photography

Darf der das – Menschen einfach so auf der Straße fotografieren? Bernd Arnold darf, aber ansonsten fällt das in die Kategorie Geht-gar-nicht. Deshalb ist die freie Arbeit des in Köln beheimateten Fotografen die wahrscheinlich letzte, die man als wirklich gelungene Street-Photography-Serie sehen wird.

Die Zone

Im 20. Jahrhundert, als Fotografen noch rasende Reporter waren und sie überall, selbst in der Dunkelkammer, rauchen durften, da stellten sich einige besonders wagemutige Jungs mitten in New York auf die Straße und knipsten Passanten. Damals war das super-cool:  statt mit großen Apparaten (wie der Graflex der Pressefotografen) mit kleinen handlichen Kameras mitten ins Leben und das festhalten – ganz ohne Nachrichtenwert. Das machte Spaß und es brachte Fotos hervor, die man vorher so nicht gesehen hatte. Generationen von Fotografen wurden geprägt von Garry Winogrand, vor allem aber von Robert Franks Buch „The Americans“. Henri Cartier-Bresson, der nur unerkannt fotografierte, und das zu einer Religion erhob, wurde zum Säulenheiligen der Leica-Fangemeinde.  Alle, die bis noch in die Achtzigerjahre ihre fotografischen Erweckungserlebnisse hatten, sind stark von der Straßen- und Reportagefotografie geprägt: Nah dran, mitten drin, und dann schnell weg. Weiterlesen

Taco Anema: 100 holländische Haushalte

Haushalt Bounou, Amsterdam, 2008

Was ist ein Haushalt? Menschen, die unter einer gemeinsamen Adresse zusammenleben. Und wo findet man diese? Nebenan. Und dann den Nachbarn von den Nachbarn. So hat der niederländische Fotograf Taco Anema (Jahrgang 1950) angefangen, 100 Haushalte zu fotografieren. Es ist so nahe liegend. Und ein so schlichtes Thema – und doch ist es alles andere als selbstverständlich, dass solche Projekte so souverän umgesetzt werden. Dabei sieht man anhand des Bildbandes wie Taco Anema anfangs noch suchte. Da gibt es ein frühes Foto (2002), das ganz stark von den Brown-Sisters von Nicholas Nixon beeinflußt ist. Und Tina Barneys Familienfotos hat er ebenfalls rezipiert. Es ist charmant, dass uns der Künstler an der Entwicklung seines Projektes auf diese Weise teilhaben lässt. Und dann wird es sehr niederländisch! Das große Tableau, das einfallende Licht: eine Referenz an die flämische Malerei, die diese Arbeit zu etwas Besonderem macht. Denn die Familien sind zugleich frisch und modern, manchmal geradezu kühl, ins Bild gesetzt und wie Stillleben arrangiert. Weiterlesen

Sarah Wilson: Blind Prom

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Dance Floor #2. From the series "Blind Prom: Prom Night at the Texas School for the Blind and Visually Impaired"

I am very impressed by your work – it speaks for itself.  But how did you get the idea for the blind prom project?

I was introduced to the blind community in 2005 when I began working as a stills photographer and field producer on the PBS-funded film, The Eyes of Me, a documentary about four students at the Texas School for the Blind and Visually Impaired. Over the last three years, I have gotten to know many of the students at the school and have attended several events there as a photographer.  Weiterlesen

Roger Richter: The Power of Dignity

Roger Richter aus Wiesbaden studierte Fotografie bei Prof. Dr. Hans Puttnies in Darmstadt und wenn er innehält, wundert er sich selbst ein wenig, wie aus ihm ein Auftragsfotograf mit einem großen Studio werden konnte. Ein Element seines Erfolges ist sicherlich, dass er wirklich liebt, was er tut und im Handwerklichen ein Perfektionist ist. Und weil er von der Ausbildung her nicht vom Kommerz, sondern von der Kunst kommt, fallen seine freien Arbeiten denn auch wirklich beeindruckend aus. Jetzt ist im Kamphausen-Verlag ein großer zweisprachiger Band mit seinen Arbeiten unter dem Titel The Power of Dignity – Die Kraft der Würde: The Grameen Family erschienen. Das Thema sind Armut und deren Überwindung durch die Mikro-Kredite der Grameen Bank, initiiert von Friedens-Nobelpreisträger Professor Muhammad Yunus. Der schreibt in seinem Vorwort zum Buch: „Dieser wunderbare Bildband … macht die Menschen, die bis heute noch immer in Armut leben, in ihrer tief bewegenden Würde sichtbar. … Die Armen haben Namen, Pläne und ihre Erfolgsgeschichten sind erstaunlich.“

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„The Power of Dignity“ hat ein Thema; auf fotografische Aspekte wird gar nicht eingegangen. Quasi ergänzend befragte ich deshalb Roger Richter zu seiner Arbeit in Bangladesch. (Zusätzlich zu den Abbildungen der Doppelseiten gibt es hier 13 käufliche Motive zu sehen.)

Statt Urlaub zu machen, fotografieren Sie für internationale Organisationen in Asien, wo sich diese für die Überwindung von Armut, Krankheit und Analphabetentum einsetzen. Weiterlesen

Erika Bialowons und Roger Richter in Wiesbaden

Rede zur Ausstellungseröffnung von Roger Richter und Erika Bialowons am 14. September 2007 im Rahmen der Wiesbadener Fototage

Als Fotoexpertin begegne ich vielen Fotografen, befasse mich mit Fotografien und halte mich auch für technisch aufgeschlossen. Trotzdem kommt es mir immer noch extrem surreal vor, dass Menschen Telefone benutzen, um Fotos zu machen.

Mitte der Zwanzigerjahre schrieb Lazlo Moholy-Nagy, ein Künstler, der im Zusammenhang mit dem Bauhaus und dem Neuen Sehen bekannt ist: „Nicht der Schriftunkundige, sondern der Fotografieunkundige wird der Analphabet der Zukunft sein“.

Gewissermaßen hat sich diese Prophezeiung erfüllt, denn fast jeder kann nahezu jederzeit ein Foto machen und versenden. Der technische Fortschritt hat jedoch zu einer rasanten Entwertung traditioneller fotografischer Genres geführt. Die klassische Reportagefotografie ist längst tot und die Pressefotografie röchelt vernehmlich seit ihr jedermann als „Bild-Reporter“ Konkurrenz macht. Immer mehr Magazine werden gefüllt mit billigen Amateurbildern und schlechten Paparazzifotos von Prominenten.

Um sich gegen die Massenproduktion abzusetzen, müssen Fotografen heute und in Zukunft mehr Talent haben, sich mehr anstrengen und ihr Handwerk perfekt beherrschen. Sie kennen ja wahrscheinlich alle den Mythos der Available Light-Fotografie à la Cartier-Bresson: Leica umgehängt und mal nett durch Paris geschlendert … das war einmal. Heute ist die Lichtregie immens wichtig geworden. Vom Fotografen wird erwartet, dass er die totale Kontrolle hat – drinnen und draußen. Da Fotografen sowieso Kontrollfreaks sind, kommt ihnen das ja auch irgendwie entgegen. Weiterlesen