Schlagwort: Fotografen-Biografie

„Fotopraxis mit Perspektive“ ist erschienen!

Nun ist es fertig und portofrei über den Shop im Fotofeinkost Verlag ab sofort zu beziehen: „Fotopraxis mit Perspektive – 16 erfolgreiche Projekte und ihre Macher“.

welche-fotopraxis

In einem 35seitigen Essay gehe ich der Frage nach, wie sich Fotografen am besten für die Zukunft rüsten – ganz praktisch gedacht, um weiterhin Geld zu verdienen.

Die Idee hinter dem Buch ist, genau zu gucken, wohin sich das fotografische Metier entwickelt und was jeder Einzelne den negativen Effekten der heutigen Bilderflut entgegensetzen kann, um auch weiterhin sein Glück mit und in der Fotografie zu finden.
Ein intensiveres Erleben und mehr Aufmerksamkeit für die Ergebnisse sind nur zwei der positiven Effekte von Fotoprojekten. Der Königsweg in der Fotografie im 21. Jahrhundert ist aus meiner Sicht die thematische Serie oder allgemeiner ausgedrückt: ein inhaltlich durchdachtes Fotoprojekt im Unterschied zum fototechnisch bestimmten Einzelfoto. Weiterlesen

Maziar Moradi: Ich werde deutsch

03fm1

o.T., 2009, C-Print 60 x 75 cm

Maziar Moradi ist jetzt Mitte dreißig, spätestens im Alter von fünfzig Jahren  wird er einer der wenigen international bekannten Fotografen sein. Einer der besten ist er schon jetzt. Und zugleich der Beweis, dass die Legende vom unerkannten Künstler eben eines ist: eine Legende, die so viele als Rechtfertigung benutzen, sich nicht anzustrengen. Moradi hingegen arbeitet an großen und spannenden Projekten und zugleich an seiner Karriere. Das findet entsprechende Anerkennung: 2007 erhielt er den Otto-Steinert-Preis, im Jahr 2009 den Preis für Dokumentarfotografie der Wüstenrot Stiftung und die Stiftung Kunstfonds fördert sein Buch „1979“, das 2010 im Kehrer Verlag erscheinen wird, dazwischen ein Stipendium für die Serie „Ich werde deutsch“. Hinzu kommen Ausstellungen, Teilnahme an Festivals und natürlich, die Arbeit an den Fotoprojekten. Moradi studierte Kommunikationsdesign an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und machte sein Diplom vor zwei Jahren im Schwerpunkt Fotografie bei Vincent Kohlbecher.

Als das Schah-Regime stürzte, war Maziar Moradi erst vier Jahre alt, trotzdem hinterließ dies einen tiefen Einschnitt in seinem Leben. Seine erste große Serie heißt deshalb schlicht „1979“. Weiterlesen

Carlos Alvarez Montero: M (wie Michoacan)

carlos-alvarez-montero7Der Fotograf Carlos Alvarez Montero stammt aus Mexico City, er lebt und arbeitet derzeit in New York und in seiner Geburtsstadt. In seiner fotografischen Arbeit befasst er sich mit dem Verhältnis von äußerer Erscheinung und Identitätsbildung. Er ist der Ansicht, man sollte Menschen nach ihrem Auftreten und Äußeren beurteilen, da sich darin Hinweise für das finden, was im Kopf einer Person vorgeht. Monteros beeindruckende Arbeiten wurden bereits veröffentlicht in Time Magazine, Newsweek, The Fader, Vice, Picnic Magazine, and Neo2. Zurzeit nimmt er an der School of Visual Arts Photography am „Video and Related Media MFA“-Programm teil. Ich sah seine Arbeiten im Blog featureshoot.com aus New York, wo ihn Alison Zavos zu seiner Arbeit befragte. Hier die deutsche Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Alison Zavos: Weiterlesen

Angela Bacon-Kidwell: Fishes Woe

6captured

„Das Leid der Fische“ ist eine kleine Reihe von Arbeiten der amerikanischen Fotografin Angela Bacon-Kidwell betitelt. Kurze Momente des Alltags in poetische Fotografien zu verwandeln ist eine besondere Befähigung, die einer ausgebildeten  Künstlerin vielleicht eher eignet als „normalen“ Fotografen. Es gibt anscheinend in den USA, zumal in den ehemaligen Südstaaten, eine besondere Empfänglichkeit für eine von Träumen inspirierte Art der Bildfindung. Keith Carter, Debbie Fleming-Caffery, Sally Mann, um einmal nur die bekanntesten zu nennen, arbeiten nach wie vor schwarzweiß und poetisch narrativ. Nicht zu vergessen der Landschaftsfotograf Michael Kenna, der zwar Brite ist, aber in den USA lebt. Diese behutsame und besondere Weise, die Welt im Großen wie im Kleinen in zweidimensionale, schwarzweiße Fotoarbeiten umzusetzen, erscheint so kostbar, weil sie nicht gelernt, also nachgeahmt werden kann. Die Voraussetzung ist stets, Weiterlesen

Erwin Olaf in Darmstadt

Um den niederländischen Fotografen Erwin Olaf herrscht derzeit ein ziemlicher Hype. Wie schafft es ein Fotograf, so bekannt zu werden, und wie lange dauert es? Um das herauszufinden, muss man nur einen Vortrag von Erwin Olaf besuchen. In Darmstadt bestand im Rahmen der Darmstädter Tage der Fotografie die Gelegenheit, von ihm persönlich etwas über den Verlauf seiner Karriere zu erfahren. Abends war Erwin Olaf zudem im Fotografie Forum international in Frankfurt zu Gast.

olaf_darmstadt

Präsentation der Arbeiten von Erwin Olaf in der Hauptausstellung der Darmstädter Tage der Fotografie 2009.

Die  Arbeiten von Erwin Olaf sind ja teilweise sehr speziell, aber er selbst kommt unkompliziert rüber. Dass er als junger Fotograf auf der Straße angesprochen wurde, ob er nicht ein Buch machen wolle, erzählt er. Und dass ihm das noch ein weiteres Mal passiert sei, und er das schon für normal hielt. Weiterlesen

Annie Leibovitz – Der Film

Die große Annie Leibovitz-Ausstellung „A Photographers Life“ wird am 20.2.2009 eröffnet und ist bis 24. Mai im Alten Postfuhramt bei C/O Berlin zu sehen. Die Lecture, die Annie Leibovitz am 21.2.09 in Berlin halten wird, ist seit langem ausverkauft. Da mag man sich dann mit einer DVD trösten, die ziemlich viele Motive der Ausstellung und ziemlich viel von Annie zeigt. „Annie Leibovitz – Life Through a Lens ist 79 Minuten lang und auf Englisch mit deutschen Untertiteln bei Arthaus (Trailer) erschienen. Die Dokumentation verfolgt Annie Leibovitz Karriere vom Rolling Stone Magazine zu Vanity Fair und Vogue, und lässt die Werbefotografie weitestgehend außen vor. Barbara Leibovitz, die jüngere Schwester der Fotografin, hat den Film gedreht.

Life Through a Lens

Der Film ist sehr amerikanisch. Man kann den Tenor der Heldenverehrung etwas penetrant finden, man kann aber auch verstehen, dass Amerika seine Idole feiert, und dass Annie über ihren Umgang mit den Helden selbst zu einem Star wurde. Schon andere Fotografen sind darüber berühmt geworden, dass sie berühmte Personen abgelichtet haben. Das ist ein bewährtes Karriere-Muster – das aber leider hierzulande (liebe Berliner Fotografen!) so gar nicht funktioniert. Mit Fotos von sagen wir Veronika Ferres oder Florian Silbereisen wird man nicht zum Fotostar. Da kann man noch so mühsam ackern. In Angelas Country wird es nie den Hype geben, wie er in den USA jetzt gerade einem neuen Präsidenten zuteil wird. Und eben auch einer Fotografin, die nicht einfach eine berühmte Porträtfotografin ist, sondern alle Superlative auf sich vereint, wie  „einflussreichste“, „weltbeste“ und „höchstbezahlte“.
Natürlich hat sie auch Glück gehabt, oder besser gesagt: Sie war zur richtigen Zeit am richtigen Ort, nämlich Anfang der Siebziger in San Francisco, Weiterlesen

Top 5 Regeln für die Fotografen-Vita

1. Mach’s kurz und knackig! Das ist kein Lebenslauf für eine Bewerbung als Assistent der Geschäftsleitung. Geburtsjahr und -Ort sowie -Land, wo und bei wem studiert oder Ausbildung gemacht, Assistenzzeit bei wem bzw. in welchem Bereich, und ganz wichtig: wenn es passende außerfotografische Ausbildungen gibt, sollten die ebenfalls genannt werden (definitiv ein Studium oder eine Lehre, nicht unbedingt 10 Jahre IT-Branche). Und man darf, muss aber nicht erwähnen, ob man verheiratet ist und Familie hat (wirkt so zuverlässig und seriös wie es ein mittelständischer Auftraggeber mag) oder man lässt das offen, wenn man bei Agenturen eher als Newcomer angesehen sein möchte, der die Werbefotografie mal wieder neu erfindet.
Das alles gerne auch in ganzen Sätzen!
2. Oute dich nicht als Amateur, wenn du dein Geld mit Fotografie verdienen willst! Weiterlesen