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Wie Jacqueline Hassink in Zen-Tempeln fotografiert

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Jacqueline Hassink: Shisend-do 8, Spring, May 2009 (Courtesy Hatje Cantz)

Gedanken zum Buch „View, Kyoto“ aus dem Hatje Cantz Verlag

Auf die Frage nach den schönsten Orten der Welt antworte ich: Hawaii, womöglich Paris, ganz gewiss jedoch einige Gärten in Kyoto. „Schön“ ist dabei kein verlässlicher Terminus, jedoch einer, der gerade im Zusammenhang mit Fotografie häufig im Gebrauch ist. Ich meine damit mehr als dass etwas angenehm aussieht. Ich spreche von einem Ort, der die Seele berührt und das eigene Leben im Positiven verändert, einem Ort, an dem man Zuflucht suchen kann, weil er auf besondere Weise Geborgenheit vermittelt. Bilder von Hawaii zeigen Traumstrände und spektakuläre Natur, nicht jedoch das überwältigende Empfinden der Naturgewalten um einen herum, das milde Klima, das Gefühl, loslassen zu können. Auf Hawaii ist das eine körperlich erfahrbare Schönheit, in Japan in den Gärten ist es eine geistige. Die in ihrer Konzeption visuell ausgeklügelten, über Jahrhunderte gepflegten und verfeinerten Anlagen vermitteln eine ästhetische Erfahrung, die extrem komplex ist und alle Sinne fordert. Es sind über die Zeitläufte erhaltene, zugleich aber im Verlauf eines Jahres sich wandelnde Bilder. Darum ist es so reizvoll, diese Gärten mehr als einmal zu besuchen. Wie andere gelungene Kunstwerke, werden sie dem Betrachter stets neue visuelle Erfahrungen ermöglichen. Weiterlesen