Schlagwort: Porträtfotografie

Jessica Fulford-Dobson: Skate Girls of Kabul

Copyright © 2015 Skate Girls Of Kabul by Jessica Fulford-Dobson

Copyright © 2015 Skate Girls Of Kabul by Jessica Fulford-Dobson

Am 4. Dezember 2015 wird bei Pavlovs Dog, einer Galerie in Berlin, eine Ausstellung über ein wirklich großartiges Fotoprojekt eröffnet. Inzwischen mehrfach mit Preisen bedacht, zeigt die Initiative der Londoner Porträtfotografin Jessica Fulford-Dobson einmal mehr, dass sich der Einsatz für ein originelles persönliches Projekt lohnt: großartige Bilder, viel internationale Aufmerksamkeit. In der Pressemitteilung der Galerie heißt es: Weiterlesen

Maziar Moradi: Ich werde deutsch

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o.T., 2009, C-Print 60 x 75 cm

Maziar Moradi ist jetzt Mitte dreißig, spätestens im Alter von fünfzig Jahren  wird er einer der wenigen international bekannten Fotografen sein. Einer der besten ist er schon jetzt. Und zugleich der Beweis, dass die Legende vom unerkannten Künstler eben eines ist: eine Legende, die so viele als Rechtfertigung benutzen, sich nicht anzustrengen. Moradi hingegen arbeitet an großen und spannenden Projekten und zugleich an seiner Karriere. Das findet entsprechende Anerkennung: 2007 erhielt er den Otto-Steinert-Preis, im Jahr 2009 den Preis für Dokumentarfotografie der Wüstenrot Stiftung und die Stiftung Kunstfonds fördert sein Buch „1979“, das 2010 im Kehrer Verlag erscheinen wird, dazwischen ein Stipendium für die Serie „Ich werde deutsch“. Hinzu kommen Ausstellungen, Teilnahme an Festivals und natürlich, die Arbeit an den Fotoprojekten. Moradi studierte Kommunikationsdesign an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und machte sein Diplom vor zwei Jahren im Schwerpunkt Fotografie bei Vincent Kohlbecher.

Als das Schah-Regime stürzte, war Maziar Moradi erst vier Jahre alt, trotzdem hinterließ dies einen tiefen Einschnitt in seinem Leben. Seine erste große Serie heißt deshalb schlicht „1979“. Weiterlesen

Champions fotografiert von Bernhard Moosbauer

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Freitag, 18. September, 2009, 19-22 Uhr eröffnet im Raum für Fotografie, Bergstraße 19, in Berlin die Ausstellung „Champions“ des Fotografen Bernhard Moosbauer. Porträts einmal anders, nämlich von prämierten Pudeln, und schwarzweiß. Im Einleitungstext zur Ausstellung wird erklärt, warum Pudel eine so seltsam erscheinende Schur tragen: Weiterlesen

Carlos Alvarez Montero: M (wie Michoacan)

carlos-alvarez-montero7Der Fotograf Carlos Alvarez Montero stammt aus Mexico City, er lebt und arbeitet derzeit in New York und in seiner Geburtsstadt. In seiner fotografischen Arbeit befasst er sich mit dem Verhältnis von äußerer Erscheinung und Identitätsbildung. Er ist der Ansicht, man sollte Menschen nach ihrem Auftreten und Äußeren beurteilen, da sich darin Hinweise für das finden, was im Kopf einer Person vorgeht. Monteros beeindruckende Arbeiten wurden bereits veröffentlicht in Time Magazine, Newsweek, The Fader, Vice, Picnic Magazine, and Neo2. Zurzeit nimmt er an der School of Visual Arts Photography am „Video and Related Media MFA“-Programm teil. Ich sah seine Arbeiten im Blog featureshoot.com aus New York, wo ihn Alison Zavos zu seiner Arbeit befragte. Hier die deutsche Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Alison Zavos: Weiterlesen

Portraits von Männern, von Frauen

Männer fotografieren Frauen – oder Männer, das ist nichts Besonderes. Aber für viele Frauen gilt noch heute, dass der unverhohlene Blick auf den nackten Mann ziemlich heikel ist. Die Fotografin Sally Mann hat sich mit dieser Asymmetrie befasst und stellt derzeit mit „Proud Flesh“ das Ergebnis Ihrer Überlegungen vor. Über einige Jahre hinweg hat sie ihren Mann fotografiert, dabei aber eine solche Zurückhaltung und Diskretion walten lassen, dass die Betrachterin dieser ja durchaus sehr intimen Fotografien in keinem Moment unangenehm berührt ist. Anders dagegen bei „Das Porträt. Fotografie als Bühne“, einer Ausstellung von Peter Weiermair, die noch bis zum 18. Oktober 2009 in der Kunsthalle in Wien gezeigt wird. Zeitgleich mit Colbergs Blogpost über Sally Mann traf der Katalog bei mir ein, der im Verlag für moderne Kunst in Nürnberg erschienen ist. Auch hier ist Sally Mann vertreten, allerdings mit alten Arbeiten über die unmittelbare Familie. Weiterlesen

Taco Anema: 100 holländische Haushalte

Haushalt Bounou, Amsterdam, 2008

Was ist ein Haushalt? Menschen, die unter einer gemeinsamen Adresse zusammenleben. Und wo findet man diese? Nebenan. Und dann den Nachbarn von den Nachbarn. So hat der niederländische Fotograf Taco Anema (Jahrgang 1950) angefangen, 100 Haushalte zu fotografieren. Es ist so nahe liegend. Und ein so schlichtes Thema – und doch ist es alles andere als selbstverständlich, dass solche Projekte so souverän umgesetzt werden. Dabei sieht man anhand des Bildbandes wie Taco Anema anfangs noch suchte. Da gibt es ein frühes Foto (2002), das ganz stark von den Brown-Sisters von Nicholas Nixon beeinflußt ist. Und Tina Barneys Familienfotos hat er ebenfalls rezipiert. Es ist charmant, dass uns der Künstler an der Entwicklung seines Projektes auf diese Weise teilhaben lässt. Und dann wird es sehr niederländisch! Das große Tableau, das einfallende Licht: eine Referenz an die flämische Malerei, die diese Arbeit zu etwas Besonderem macht. Denn die Familien sind zugleich frisch und modern, manchmal geradezu kühl, ins Bild gesetzt und wie Stillleben arrangiert. Weiterlesen

Sarah Wilson: Blind Prom

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Dance Floor #2. From the series "Blind Prom: Prom Night at the Texas School for the Blind and Visually Impaired"

I am very impressed by your work – it speaks for itself.  But how did you get the idea for the blind prom project?

I was introduced to the blind community in 2005 when I began working as a stills photographer and field producer on the PBS-funded film, The Eyes of Me, a documentary about four students at the Texas School for the Blind and Visually Impaired. Over the last three years, I have gotten to know many of the students at the school and have attended several events there as a photographer.  Weiterlesen

Annie Leibovitz – Der Film

Die große Annie Leibovitz-Ausstellung „A Photographers Life“ wird am 20.2.2009 eröffnet und ist bis 24. Mai im Alten Postfuhramt bei C/O Berlin zu sehen. Die Lecture, die Annie Leibovitz am 21.2.09 in Berlin halten wird, ist seit langem ausverkauft. Da mag man sich dann mit einer DVD trösten, die ziemlich viele Motive der Ausstellung und ziemlich viel von Annie zeigt. „Annie Leibovitz – Life Through a Lens ist 79 Minuten lang und auf Englisch mit deutschen Untertiteln bei Arthaus (Trailer) erschienen. Die Dokumentation verfolgt Annie Leibovitz Karriere vom Rolling Stone Magazine zu Vanity Fair und Vogue, und lässt die Werbefotografie weitestgehend außen vor. Barbara Leibovitz, die jüngere Schwester der Fotografin, hat den Film gedreht.

Life Through a Lens

Der Film ist sehr amerikanisch. Man kann den Tenor der Heldenverehrung etwas penetrant finden, man kann aber auch verstehen, dass Amerika seine Idole feiert, und dass Annie über ihren Umgang mit den Helden selbst zu einem Star wurde. Schon andere Fotografen sind darüber berühmt geworden, dass sie berühmte Personen abgelichtet haben. Das ist ein bewährtes Karriere-Muster – das aber leider hierzulande (liebe Berliner Fotografen!) so gar nicht funktioniert. Mit Fotos von sagen wir Veronika Ferres oder Florian Silbereisen wird man nicht zum Fotostar. Da kann man noch so mühsam ackern. In Angelas Country wird es nie den Hype geben, wie er in den USA jetzt gerade einem neuen Präsidenten zuteil wird. Und eben auch einer Fotografin, die nicht einfach eine berühmte Porträtfotografin ist, sondern alle Superlative auf sich vereint, wie  „einflussreichste“, „weltbeste“ und „höchstbezahlte“.
Natürlich hat sie auch Glück gehabt, oder besser gesagt: Sie war zur richtigen Zeit am richtigen Ort, nämlich Anfang der Siebziger in San Francisco, Weiterlesen

Roger Richter: The Power of Dignity

Roger Richter aus Wiesbaden studierte Fotografie bei Prof. Dr. Hans Puttnies in Darmstadt und wenn er innehält, wundert er sich selbst ein wenig, wie aus ihm ein Auftragsfotograf mit einem großen Studio werden konnte. Ein Element seines Erfolges ist sicherlich, dass er wirklich liebt, was er tut und im Handwerklichen ein Perfektionist ist. Und weil er von der Ausbildung her nicht vom Kommerz, sondern von der Kunst kommt, fallen seine freien Arbeiten denn auch wirklich beeindruckend aus. Jetzt ist im Kamphausen-Verlag ein großer zweisprachiger Band mit seinen Arbeiten unter dem Titel The Power of Dignity – Die Kraft der Würde: The Grameen Family erschienen. Das Thema sind Armut und deren Überwindung durch die Mikro-Kredite der Grameen Bank, initiiert von Friedens-Nobelpreisträger Professor Muhammad Yunus. Der schreibt in seinem Vorwort zum Buch: „Dieser wunderbare Bildband … macht die Menschen, die bis heute noch immer in Armut leben, in ihrer tief bewegenden Würde sichtbar. … Die Armen haben Namen, Pläne und ihre Erfolgsgeschichten sind erstaunlich.“

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„The Power of Dignity“ hat ein Thema; auf fotografische Aspekte wird gar nicht eingegangen. Quasi ergänzend befragte ich deshalb Roger Richter zu seiner Arbeit in Bangladesch. (Zusätzlich zu den Abbildungen der Doppelseiten gibt es hier 13 käufliche Motive zu sehen.)

Statt Urlaub zu machen, fotografieren Sie für internationale Organisationen in Asien, wo sich diese für die Überwindung von Armut, Krankheit und Analphabetentum einsetzen. Weiterlesen