Schlagwort: Porträts

Terra Armenia von Erol Gurian

Nur noch wenige Tage – bis zum 25. Mai 2015 – ist seine Ausstellung in München im Gasteig (Aspekte Galerie im 2. OG) zu sehen. Der Fotojournalist Erol Gurian porträtierte Diaspora-Armenier in den USA, Frankreich, Libanon und Deutschland und zeigt ihre Herzensorte in Armenien. Diese Bildpaare werden ergänzt durch Anekdoten von besonderen Begegnungen und Ereignissen. Die Abgebildeten erzählen, was sie mit diesen Orten verbindet und warum sie ihnen wichtig sind; zum Beispiel Ardag Geokjian, 15 Jahre, aus Anjar im Libanon, dessen Lieblingsort der Platz der Republik in Eriwan ist.

Ardag Geokjian, 15 Jahre, Schüler. Anjar, Libanon, 2014. Aus "terra arMEnia", www.terraarmenia.com

Ardag Geokjian, 15 Jahre, Schüler. Anjar, Libanon, 2014. Aus „terra arMEnia“

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300 x Karlsruhe – Gesichter einer Stadt

Stuhl Karlsruhe x 300

Ein Bürostuhl namens Karlsruhe. „Den Designer Kilian Schindler und seine Frau Rebecca verbindet eine Art Hassliebe mit der Fächerstadt“, schreibt Katja Stieb.

Eine Stadt feiert Geburtstag. Im Jahr 2015 wird Karlsruhe 300 Jahre alt. Eine vergleichsweise junge Stadt, die im Geiste des aufgeklärten Absolutismus gegründet wurde. Aber was für eine Stadt ist das heute? Der Italiener Gustavo Alàbiso lebt seit 1990 in Karlsruhe und hatte die Idee, zum Jubiläum Einwohner zu porträtieren, Geschichten von bekannten und weniger bekannten Menschen zu dokumentieren, die diese Stadt ausmachen. Weiterlesen

Champions fotografiert von Bernhard Moosbauer

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Freitag, 18. September, 2009, 19-22 Uhr eröffnet im Raum für Fotografie, Bergstraße 19, in Berlin die Ausstellung „Champions“ des Fotografen Bernhard Moosbauer. Porträts einmal anders, nämlich von prämierten Pudeln, und schwarzweiß. Im Einleitungstext zur Ausstellung wird erklärt, warum Pudel eine so seltsam erscheinende Schur tragen: Weiterlesen

Carlos Alvarez Montero: M (wie Michoacan)

carlos-alvarez-montero7Der Fotograf Carlos Alvarez Montero stammt aus Mexico City, er lebt und arbeitet derzeit in New York und in seiner Geburtsstadt. In seiner fotografischen Arbeit befasst er sich mit dem Verhältnis von äußerer Erscheinung und Identitätsbildung. Er ist der Ansicht, man sollte Menschen nach ihrem Auftreten und Äußeren beurteilen, da sich darin Hinweise für das finden, was im Kopf einer Person vorgeht. Monteros beeindruckende Arbeiten wurden bereits veröffentlicht in Time Magazine, Newsweek, The Fader, Vice, Picnic Magazine, and Neo2. Zurzeit nimmt er an der School of Visual Arts Photography am „Video and Related Media MFA“-Programm teil. Ich sah seine Arbeiten im Blog featureshoot.com aus New York, wo ihn Alison Zavos zu seiner Arbeit befragte. Hier die deutsche Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Alison Zavos: Weiterlesen

Portraits von Männern, von Frauen

Männer fotografieren Frauen – oder Männer, das ist nichts Besonderes. Aber für viele Frauen gilt noch heute, dass der unverhohlene Blick auf den nackten Mann ziemlich heikel ist. Die Fotografin Sally Mann hat sich mit dieser Asymmetrie befasst und stellt derzeit mit „Proud Flesh“ das Ergebnis Ihrer Überlegungen vor. Über einige Jahre hinweg hat sie ihren Mann fotografiert, dabei aber eine solche Zurückhaltung und Diskretion walten lassen, dass die Betrachterin dieser ja durchaus sehr intimen Fotografien in keinem Moment unangenehm berührt ist. Anders dagegen bei „Das Porträt. Fotografie als Bühne“, einer Ausstellung von Peter Weiermair, die noch bis zum 18. Oktober 2009 in der Kunsthalle in Wien gezeigt wird. Zeitgleich mit Colbergs Blogpost über Sally Mann traf der Katalog bei mir ein, der im Verlag für moderne Kunst in Nürnberg erschienen ist. Auch hier ist Sally Mann vertreten, allerdings mit alten Arbeiten über die unmittelbare Familie. Weiterlesen

Taco Anema: 100 holländische Haushalte

Haushalt Bounou, Amsterdam, 2008

Was ist ein Haushalt? Menschen, die unter einer gemeinsamen Adresse zusammenleben. Und wo findet man diese? Nebenan. Und dann den Nachbarn von den Nachbarn. So hat der niederländische Fotograf Taco Anema (Jahrgang 1950) angefangen, 100 Haushalte zu fotografieren. Es ist so nahe liegend. Und ein so schlichtes Thema – und doch ist es alles andere als selbstverständlich, dass solche Projekte so souverän umgesetzt werden. Dabei sieht man anhand des Bildbandes wie Taco Anema anfangs noch suchte. Da gibt es ein frühes Foto (2002), das ganz stark von den Brown-Sisters von Nicholas Nixon beeinflußt ist. Und Tina Barneys Familienfotos hat er ebenfalls rezipiert. Es ist charmant, dass uns der Künstler an der Entwicklung seines Projektes auf diese Weise teilhaben lässt. Und dann wird es sehr niederländisch! Das große Tableau, das einfallende Licht: eine Referenz an die flämische Malerei, die diese Arbeit zu etwas Besonderem macht. Denn die Familien sind zugleich frisch und modern, manchmal geradezu kühl, ins Bild gesetzt und wie Stillleben arrangiert. Weiterlesen

Alec Soth

Der Raum zwischen uns

So heißt die Ausstellung im Fotomuseum Winterthur, die dort noch bis 8. Februar 2009 zu sehen ist.

Alec Soths Fotografien führen die Tradition von Walker Evans, Robert Frank und Stephen Shore weiter. Es sind die amerikanischen Ideale der Unabhängigkeit, Freiheit, Spiritualität und Individualität, die in seiner Darstellung des Alltäglichen ihren Ausdruck finden. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl aus seinen beiden bekanntesten Serien Sleeping by the Mississippi (1999-2002) und Niagara (2004-2005), vervollständigt durch Fotografien aus der Serie Dog Days, Bogotá (2002-2003) und der noch in Arbeit befindlichen Serie Portraits.

Die 2004 entstandene Serie Sleeping by the Mississippi ist das Ergebnis mehrerer Reisen entlang des Mississippi-Ufers, das Alec Soth „die dritte Küste der Staaten“ nennt. Diese großformatigen Farbfotografien sind die eklektischen Bilder einer Initiationsreise, illustriert durch Landschaften, Interieurs, Porträts, persönliche Souvenirs, die ein Gefühl der Einsamkeit, des Wartens und des Träumens vermitteln.
Nach dem ersten, dem Mississippi gewidmeten und von der Kritik begeistert aufgenommenen Zyklus beschäftigt sich Alec Soth mit einem weiteren nationalen Monument, den Niagara-Fällen. Wie in Sleeping by the Mississippi zeigen auch die Niagara-Bilder weniger die Wunder der Natur, als die Sehnsüchte der Menschen. Nach zwei Jahren Arbeit entlang der Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada ist ein vielschichtiges Ensemble entstanden, in das sich die Fälle, die verliebten Paare, die Parkplätze der Motels einfügen. Diese zwischen Leidenschaft und Enttäuschung angesiedelten Bilder fügen sich zu einem bemerkenswerten Porträt moderner Liebe und ihrer Komplikationen zusammen.

Dog Days, Bogotá

Diese Serie von Fotografien wurde während der zwei Monate aufgenommen, die Alec Soth mit seiner Frau in Bogotá verbrachte, um ein kleines Mädchen namens Carmen zu adoptieren. Carmens natürliche Mutter hatte für ihre Tochter ein Buch aus Briefen, Fotos und Gedichten zusammengestellt, in das sie geschrieben hatte: „Ich hoffe, die Brutalität der Welt wird deine Gefühle nicht verletzen. Ich denke an dich und wünsche mir, dass dein Leben voller schöner Dinge ist.“ Nachdem er das gelesen hatte, konzipierte Alec Soth ein Buch für Carmen. Trotz aller Gewalt enthüllt er die verborgene Schönheit ihrer Heimatstadt und macht die Schönheit einer Welt sichtbar, die aus einer baufälligen Architektur, aus der Gesellschaft von Tieren und Mitmenschlichkeit besteht.

Die letzte Serie „Porträts“ setzt sich aus großformatigen Farbfotografien zusammen, die Alec Soth im Laufe seiner Karriere aufgenommen hat. Sie versammelt die Porträts von Unbekannten, die er auf seinen Reisen aufgelesen hatte, sowie Künstlerporträts, die in den Staaten oder während seiner jüngsten Aufenthalte in Island, Deutschland, Kanada, Brasilien, China oder Großbritannien entstanden. (…) Statt Familie, Freunde oder einfach nur vertraute Dinge zu fotografieren, bevorzugt Alec Soth Porträts von Menschen, die ihm fremd sind, und die Vielschichtigkeit menschlicher Beziehungen. Dank seiner außergewöhnlichen psychologischen Einfühlungsgabe evozieren seine Fotografien detaillierte innere Landschaften. (…)“ (Cynde Randall)

Alec Soth, 1969 geboren, lebt in Minneapolis (Minnesota, USA). Er arbeitet mit einer 8×10 Inch Fachkamera aus den späten Achtzigerjahren. 2004 von Magnum nominiert, ist Soth seit 2006 Mitglied der Agentur. Zwei, bei Steidl erschienene vergriffene Bände, Niagara (2006 erschienen) und Sleeping by the Mississippi (2004 erschienen), wurden anlässlich der Ausstellung neu aufgelegt. Der dritte (eben­falls bei Steidl) im November 2007 erschienene Band Alec Soth: Dog Days, Bogotá, ist noch im Handel erhältlich.

Abbildungen im Text:

Alec Soth, Melissa, 2005
Aus der Serie “Niagara”, 2004-2005
C-Print, 148 x 122 cm
© Alec Soth / Magnum Photos

Alec Soth, Untitled 02, Bogotá, 2003
Aus der Serie “Dog Days, Bogotá”, 2002-2003
Pigmented Ink Print, 51 x 51 cm
© Alec Soth / Magnum Photos