Schlagwort: Stillleben-Fotografie

Fishmann: Das blaue Zimmer – Bilder mit selbstgebauter Kamera

Christoph Fischer nennt sich „Fishmann – Der Lochkameramann“. „Als eifriger Leser all Ihrer Bücher, finde ich jetzt Ihre Newsletter nicht weniger spannend und zum Nachdenken anregend“, schrieb er mir auf den letzten zum Thema „Flow“.

Lochkameraaufnahme Rabe

Der Flow stellt sich bei mir auf unterschiedliche Art und Weise ein und ist mal mehr, mal weniger ausgeprägt.
Ich stelle jedoch fest, so wie Sie es auch schreiben, alleine und ungestört entwickelt er sich besser. Oft höre ich ein Zitat, Sprüche oder sehe etwas, dann kann es passieren, dass ich Tage, ja sogar Wochen mit Gedanken daran durch den Kopf herumlaufe, bis sich eine Idee verfestigt.

So bin ich letztes Jahr hingegangen und habe eine Serie von Stillleben angefangen, welche bei Leibe noch nicht beendet ist. Es fing damit an, ein Miniaturzimmer zu bauen, eigentlich eine simple Holzkiste, der Boden aus einer alten Pallette, mit einem Fenster und einer Tür. Da ich nur noch blaue Farbe im Keller hatte, wurden die Wände mit blauer Farbe gestrichen, daher der Name der Serie „Das blaue Zimmer“. Eigentlich Unsinn. Da ich Schwarzweißfilm benutze, sieht man es nicht.

Allerlei Gegenstände sind mir bis dato ins Zimmer gekommen. Fundstücke, eigens dafür gebaute oder halt das, was sich zu Hause befand. Es kommt auch vor, dass ich zuerst eine, wie ich meine, passende Kamera baue, mit welcher die Idee dann umgesetzt wird; auch ein Bestandteil meiner Entschleunigung, meines Flows. Das kann dann mal fünf Monate dauern, aber es hetzt mich ja keiner, wenn ich es selbst nicht tue. Das versuche ich auch in Form von Workshops zum Lochkamerabau an Teilnehmer weiterzugeben.

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Patrik Fuchs: Schneezeichen

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„Schneezeichen? Was ist das?“, fragte ich mich, als ich vom Zürcher Fotografen Patrik Fuchs (von dem ich ein „Nistkästen“-Bild in meiner Sammlung habe) eine Email erhielt. „Und was sind das für bunte Striche?“ Was dem Schweizer oder auch dem Bayern ganz vertraut sein mag, ist eben im schneefernen Rhein-Main-Gebiet ein Rätsel. Sie werden nämlich nur bei Schneehöhen über 50 cm eingesetzt, um den Fahrbahnrand zu markieren. Und lustigerweise sind sie in unserer durchgenormten Gesellschaft nicht normiert, es gibt also sowohl vom Material her als auch von den Farbigkeit zahlreiche Varianten. Weiterlesen

Land-Magazine sind der Trend

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Klingt nach Kochen in Kittelschürze, es geht aber um den am schnellsten wachsenden Sektor im Print-Bereich. Da ist Food drin, Reportage, Still life, Porträt, Natur und Architektur – was will man mehr als Fotograf?

Vorreiter des Trends ist das Magazin LandLust aus dem Landswirtschaftsverlag in Münster, das bereits im ersten Erscheinungsjahr, im 3. Quartal 2006, die beachtliche Auflage von 76.416 Exemplaren verkaufte, und das im 2. Quartal 2009 auf sensationelle 464.297 verkaufte Exemplare kam. (Zum Vergleich: Das länger bestehende Gruner und Jahr-Magazin „Living at Home“ hat eine verkaufte Auflage von 162.481)*

living Gerade wenn man (wie ich, leider) so oft vom Sterben des Magazins als klassischer Auftragsquelle für Fotografen spricht, ist das endlich einmal eine gute Nachricht. Und wo ein erfolgreiches Magazin ist, lässt ein zweites nicht lange auf sich warten. Ebenfalls aus einem kleinen Verlag, diesmal aus Stuttgart, stammt LiebesLand, vom Verleger Hannes Scholten persönlich redigiert. Es kommt derzeit auf satte 51.620 verkaufte Hefte.
Anfang August trat nun der erste der großen Verlage auf den Plan. Der zur WAZ-Gruppe gehörende Gong-Verlag ließ LandIdee als Startballon los, um den Markt zu testen. Derzeit ist noch nicht entschieden, ob das Magazin weiter erscheinen wird. Die Null-Nummer wurde von einem externen Redaktionsbüro produziert, unterscheidet sich aber wenig von den anderen Magazinen – mit einer Ausnahme. An LandIdee ist der Christian Verlag beteiligt, der darin eine gute Möglichkeit sieht, seine Bildbände zu promoten. Im aktuellen Heft wird ausführlich ein Wildkräuter-Buch ausgeschlachtet und eines über alte Badewannen. Kostet halt nichts extra und füllt einige der 130 Heftseiten. Weiterlesen

Fotostudio: Modell Star-Frisör oder Sterne-Koch?

Je erfolgreicher ein kommerzieller Fotograf ist, desto mehr Menschen beschäftigt er. Schon im Sinne der Mitarbeitermotivation muss er sich also früher oder später die Frage stellen: “Wie soll ich das Studio führen?” Der Fotograf rutscht in die Funktion eines Managers mehr herein als er (oder sie) diese Entscheidung, zu managen, bewusst trifft. Zum Thema Mitarbeiterführung gibt es hinreichend schlaue Werke und Seminare, davon sollte man sich durchaus mal eines zu Gemüte führen. Aber damit, die Assis zu loben und einmal im Jahr ein Mitarbeitergespräch zu führen, ist es in diesem Fall nicht getan. Zunächst muss sich der Fotograf entscheiden, ob er nach dem Modell Frisör oder nach dem Modell Koch agieren will.

Fotohonorare staffeln?

Auf die Idee dieses Vergleiches brachte mich ein Beratungsgespräch mit einem sehr erfolgreichen Studiofotografen. Es ging darum, wie er sich weiter entwickeln könnte (und sollte). Dabei wurde unter anderem thematisiert, wie er sein Studio organisieren könnte und vor allem, wie viel er eigentlich noch selbst fotografieren sollte. Weiterlesen

Frank Kunert

„Ein Bild für die Ewigkeit“ von Frank Kunert wurde eigens ausgewählt für Fotofeinkost! Es ist aber nicht unbedingt repräsentativ für die Arbeiten des in Frankfurt am Main lebenden Fotografen. Daher lohnt ein Blick auf www.frank-kunert.de ganz besonders. 10 Fragen an den Fotografen stellte Bildwerk3: www.bildwerk3.de/2007/ … frank-kunert/ Zum Selbstbehalten und Verschenken ist nun im Verlag Hatje Cantz ein Bildband mit den Arbeiten von Frank Kunert erschienen. Seine Hauptwerke sind dort wunderbar reproduziert, und die Arbeitsfotos zeigen, wie er die Modelle für seine Fotografien baut. Basteln statt Photoshop! Und immer sagt er kluge Sachen!

Verkehrte Welt

Siegen stellt man sich ja städtebaulich ungefähr so vor wie Frank Kunerts Bilder. Sehr passend, dass dort am 22. Februar um 19:30 eine Ausstellung seiner Arbeiten eröffnet wird. Kunstverein und Sparkasse präsentieren die „Verkehrte Welt“ in der Galerie im Sparkassengebäude Siegen-Weidenau, Haardter Brücke, bis zum 28. März 2008, Mo-Fr 8.30-12.30 und 14 – 18 Uhr. Frank Kunert. Verkehrte Welt