Schlagwort: Studiofotografie

Patrik Fuchs: Schneezeichen

Schneezeichen_BUCH_03B-619
„Schneezeichen? Was ist das?“, fragte ich mich, als ich vom Zürcher Fotografen Patrik Fuchs (von dem ich ein „Nistkästen“-Bild in meiner Sammlung habe) eine Email erhielt. „Und was sind das für bunte Striche?“ Was dem Schweizer oder auch dem Bayern ganz vertraut sein mag, ist eben im schneefernen Rhein-Main-Gebiet ein Rätsel. Sie werden nämlich nur bei Schneehöhen über 50 cm eingesetzt, um den Fahrbahnrand zu markieren. Und lustigerweise sind sie in unserer durchgenormten Gesellschaft nicht normiert, es gibt also sowohl vom Material her als auch von den Farbigkeit zahlreiche Varianten. Weiterlesen

Portraits von Männern, von Frauen

Männer fotografieren Frauen – oder Männer, das ist nichts Besonderes. Aber für viele Frauen gilt noch heute, dass der unverhohlene Blick auf den nackten Mann ziemlich heikel ist. Die Fotografin Sally Mann hat sich mit dieser Asymmetrie befasst und stellt derzeit mit „Proud Flesh“ das Ergebnis Ihrer Überlegungen vor. Über einige Jahre hinweg hat sie ihren Mann fotografiert, dabei aber eine solche Zurückhaltung und Diskretion walten lassen, dass die Betrachterin dieser ja durchaus sehr intimen Fotografien in keinem Moment unangenehm berührt ist. Anders dagegen bei „Das Porträt. Fotografie als Bühne“, einer Ausstellung von Peter Weiermair, die noch bis zum 18. Oktober 2009 in der Kunsthalle in Wien gezeigt wird. Zeitgleich mit Colbergs Blogpost über Sally Mann traf der Katalog bei mir ein, der im Verlag für moderne Kunst in Nürnberg erschienen ist. Auch hier ist Sally Mann vertreten, allerdings mit alten Arbeiten über die unmittelbare Familie. Weiterlesen

Digitaler Workflow und dann?

Die technischen Aspekte des digitalen Workflow sind komplex und bieten Anlass, sich ausführlich damit zu beschäftigen. Doch wenn der Monitor kalibriert ist und der Drucker macht, was er soll, wird es erneut spannend, nämlich bei der Frage des Ausdrucksstils. Warum Farbe das neue Schwarzweiß ist, habe ich für das Magazin Fine Art Printer erläutert, wo dieser Beitrag in Ausgabe 04/08 erschien.

Himmel hatten strahlend blau zu sein, das, meinte die Firma Kodak, wolle der Fotografierende so, und entsprechend wurden die Filmemulsionen abgestimmt. Wer es nicht so gerne bunt trieb, der fotografierte schwarzweiß. Bis in die Achtzigerjahre galt Schwarzweiß als künstlerischer und nur wenige Fotografen wagten sich an eine individuelle Farbauffassung – wie Sheila Metzner mit dem aufwändigen Fresson-Print. Nicht zufällig waren dies meist Studioaufnahmen, denn die Zurückhaltung gegenüber der Farbe hatte sehr viel mit der Bildkontrolle zu tun. Bei kommerziellen Aufnahmen arrangiert der Fotograf (oder der Stylist) das Motiv, so dass Farben nicht zufällig vorkommen. Da Farbe immer auch Emotion vermittelt, ist die Kontrolle über die Farbe ein wichtiger Gesichtspunkt, wenn es um die Erzielung einer Bildwirkung geht. Weiterlesen

Fotostudio: Modell Star-Frisör oder Sterne-Koch?

Je erfolgreicher ein kommerzieller Fotograf ist, desto mehr Menschen beschäftigt er. Schon im Sinne der Mitarbeitermotivation muss er sich also früher oder später die Frage stellen: “Wie soll ich das Studio führen?” Der Fotograf rutscht in die Funktion eines Managers mehr herein als er (oder sie) diese Entscheidung, zu managen, bewusst trifft. Zum Thema Mitarbeiterführung gibt es hinreichend schlaue Werke und Seminare, davon sollte man sich durchaus mal eines zu Gemüte führen. Aber damit, die Assis zu loben und einmal im Jahr ein Mitarbeitergespräch zu führen, ist es in diesem Fall nicht getan. Zunächst muss sich der Fotograf entscheiden, ob er nach dem Modell Frisör oder nach dem Modell Koch agieren will.

Fotohonorare staffeln?

Auf die Idee dieses Vergleiches brachte mich ein Beratungsgespräch mit einem sehr erfolgreichen Studiofotografen. Es ging darum, wie er sich weiter entwickeln könnte (und sollte). Dabei wurde unter anderem thematisiert, wie er sein Studio organisieren könnte und vor allem, wie viel er eigentlich noch selbst fotografieren sollte. Weiterlesen