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Fotobuchmarkt im Wandel

Was Fotografen zum Publizieren eines Bildbandes wissen sollten

In wenigen Tagen beginnt in Frankfurt am Main die Buchmesse. Ein Anziehungspunkt auch für Fotografierende, denn es gibt kaum einen Fotografen, der seine Bilder nicht gerne zwischen zwei Buchdeckeln präsentiert und beim Buchhandel ausgelegt sähe. Warum aber scheitern die meisten beim Versuch, dies zu erreichen? Was sie vergessen: Ein Buch zu drucken, ist nicht das Problem, es zu verkaufen allerdings umso mehr. Deshalb sollte die erste Frage nicht sein: „Wie finde ich einen Verleger?“, sondern: „Wie vielen Leuten wird es 39,80 Euro oder gar deutlich mehr wert sein, mein Buch zu kaufen?“

Von der Druckerei direkt in den Ramsch?

Für Verleger war und ist der Fotobuchmarkt, zumal der begrenzte deutsche, ein Problemfall. Wer nicht selbst eine Druckerei besitzt, und das Verlegen als Herzensangelegenheit oder Prestigefrage betrachtet (wie Gerhard Steidl), kann sich leicht verkalkulieren. Die Produktionskosten für einen Bildband sind sehr hoch, die Abverkäufe schleppend. Bis ein Titel erscheint und überhaupt wahrgenommen wird, muss längst das neue Programm geplant und gepusht werden. Kaum ein Verlag kann sich folglich ausreichend um die Vermarktung eines einzelnen Titels kümmern. Die meisten Bildbände landen über kurz oder lang im Ramsch, d.h. die Preisbindung wird aufgehoben und das Buch ist zu einem Bruchteil des ursprünglichen Preises erhältlich, denn auch Lagerkosten schlagen beim Verlag zu Buche.
Wie viel Exemplare lassen sich überhaupt verkaufen? Im deutschsprachigen Raum kann man bei 1000 verkauften Exemplaren schon von einem Bestseller reden! Man druckt aber im Offsetdruck 2000 Exemplare, um einigermaßen wirtschaftlich produzieren zu können – also die späteren Paperbacks, Sonderausgaben oder Ramschexemplare gleich mit. Das ist vor allem zu berücksichtigen, wenn der Fotograf einen Vertrag unterschreibt, der ein prozentuales Honorar per zu vollem Preis verkauftem Exemplar vorsieht. Weiterlesen