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Websites für Fotografinnen mit WordPress

In meiner bekannt schonungslosen Art sage ich wie es ist: Viele Fotografen-Websites sind suboptimal (weil Text und eine adäquate Selbstdarstellung fehlen), einige aber einfach oll (webhochdeutsch: outdated).

[tweetthis]Wer eine Webseite hat, die älter als zwei, drei Jahre ist, sollte überprüfen, wie sie auf mobilen Endgeräten aussieht [/tweetthis]

(und nicht nur auf denen von Apple, sondern auch auf Androidgeräten). Man nennt diese Eigenschaft, sich dem Endgerät anzupassen, „responsiv“. (Darauf bin ich schon 2013 hier eingegangen.) Achten Sie insbesondere bei kleinen Displays darauf, ob die Navigation einwandfrei und einfach funktioniert.

Wer also seine Website sowieso erneuern muss, sollte gleich zu WordPress greifen. Alle Bilder (und hoffentlich gibt es auch Texte!) liegen in einer Datenbank, das Aussehen bestimmen Sie mit der Wahl eines Templates (auch „Theme“ genannt). [Kurze Einführung in WordPress] Da WordPress das am weitesten verbreitete Content-Management-System ist, gibt es eine geradezu unübersichtliche Anzahl an Templates – auch für Fotografinnen und Fotografen, kostenlose und solche gegen eine Gebühr. Die haben mit dem, was man früher vom Bloggen kannte, optisch nur noch wenig gemein. Sie sind stylish und individuell anpassbar. Und vor allem: Sie funktionieren. Man benötigt niemanden mehr für das inzwischen ja ständig erforderliche Einstellen neuer Inhalte oder irgendwelcher kleiner Anpassungen. Gut ist für Neulinge jedoch, wenn sie einen kompetenten Menschen kennen, der ihnen bei der Installation hilft. Die geht vermeintlich in fünf Minuten, aber beim ersten Versuch können diese fünf Minuten recht lang und nervenaufreibend werden.

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Mehr Aufträge ohne fiese Akquise

Wie man sich mit seinem Bildmaterial erfolgreich präsentiert

Werden Sie von Ihren Lieblingskunden gebucht? Ist Ihr Umsatz so hoch wie Sie geplant haben? Falls nicht und Sie auf fiese Kalt-Akquise keine Lust haben, sollten Sie dieses Tagesseminar besuchen.
Wussten Sie schon, dass Ihre Website von Google auf Mobilgeräten seit Neuestem eventuell gar nicht mehr angezeigt wird? Nutzen Sie Social Media zur Kundenbindung und -Findung? Spricht Ihre Website die Kunden an, die Sie erreichen möchten?
Wie Sie Ihre individuellen Möglichkeiten optimieren und welchen verbreiteten Irrtümern Sie nicht erliegen sollten, erläutert Photoconsultant Dr. Martina Mettner.
3 Termine stehen zur Wahl: 14. Juli, 6. August und 9. September 2015 jeweils von 10 bis 17 Uhr mit anschließendem Networking bis 18 Uhr im Haus der Referentin im Taunus. Mindestteilnehmerzahl 6, höchstens 8. Gebühr: 250 Euro (zzgl. 47,50 Euro USt.) Getränke und Verpflegung inklusive. Gruppentermine bitte anfragen.

Ihr Update 2015 – für mehr Aufträge ab Herbst

In einem Impulsvortrag wird unter anderem angesprochen
• wie sich die Beurteilung von Fotografie verändert hat
• welche Konsequenzen sich daraus für den einzelnen Fotografen ergeben
• warum ein individuelles Profil dringend notwendig ist

Wie werden Sie wahrgenommen? Jeder Teilnehmer erhält ein Feedback zu seiner Website und Tipps zur Optimierung. Berücksichtigt wird dabei unter anderem, ob das Business eher lokal oder international ist, ob gewerblich, journalistisch oder eher künstlerisch. Die wichtigsten Aspekte zeitgemäßen Selbstmarketings werden anhand dieser Praxisbeispiele aus dem Teilnehmerkreis erläutert.
• Wozu die Website wirklich da ist
• Wie Sie potenzielle Kunden interessieren und binden
• Wie Sie in Kontakt bleiben
Das Seminar ist der ideale Einstieg, um im Sommer, wenn die Auftraggeber ohnehin in Urlaub sind, am eigenen Profil zu arbeiten: Für mehr Aufträge ab Herbst 2015.

fotofeinkost-seminar

Die Seminarräume, in denen es neben Foto auch Feinkost gibt: Fotofeinkost Dr. Martina Mettner.

Die Veranstaltung richtet sich an kreative Selbstständige, an Fotografinnen und Fotografen, Illustratoren, Designer, und ist eine sinnvolle Vorbereitung zur Aktualisierung des Internetauftritts. Dabei ist die wichtigste Frage nämlich nicht: Welche Bilder zeige ich?, sondern: Wen möchte ich als Kunden gewinnen?

Die Pluspunkte des Seminars:
• Der individuelle Rat, den Sie bekommen.
• Sie können fragen, was Sie immer schon wissen wollten. Im Seminar wird kein Programm abgespult, sondern flexibel besprochen, was für Sie wichtig ist.
• Sie sparen Kosten für Portfolios und Webseiten, die schön aussehen, aber nicht für Sie arbeiten, und investieren Ihre Zeit zielgerichtet in Ihren Erfolg.
Das ist zu bedenken: Um optimal zu profitieren, sollten Sie das Besprochene möglichst bis zum Beginn der Businesssaison umsetzen.

3 Termine zur Wahl:
Dienstag, 14. Juli 2015, 10 Uhr bis 17 Uhr. Bis 18.00 zusätzlich Zeit für Fragen und Networking.
Donnerstag, 6. August 2015, 10 Uhr bis 17 Uhr. Offene Runde bis 18 Uhr.
Mittwoch, 9. September 2015, 10 bis 17 Uhr. Weitere Fragen und Gespräche bis 18 Uhr.

Kosten: 297,50 Euro inkl. USt., inklusive Verpflegung während der Veranstaltung.

Anreise zum Veranstaltungsort in Aarbergen (Taunus) möglichst mit dem PKW. Parkplätze ausreichend vorhanden. (Busverbindung nur ab Wiesbaden.)

5 Mythen, die Sie als Fotograf/in durchschauen sollten

In den Beratungsgesprächen, die ich mit Fotografinnen und Fotografen führe, begegnen mir immer wieder die gleichen Vorstellungen als schwer erschütterliche Gewissheiten. Fünf habe ich nachfolgend aufgeführt.

1. Ein eigenes Fotostudio zu haben wirkt seriös.

Speziell Berufswechsler unterliegen dem Glauben, das Einrichten eines Studios mache aus ihnen einen „richtigen“ Fotografen. Lust auf ein Studio zu haben, ist nur zu verständlich. Leider stehen die Kosten in keiner vernünftigen Relation zum Nutzen. Tipp: Wenn Sie einen Arbeitsraum benötigen, mieten Sie sich einen Büroraum an, eventuell in einer Bürogemeinschaft. Der ist günstiger und setzt Sie nicht so unter Druck, im Studio zu fotografieren. (Was eigentlich?)

2. Die digitale Mittelformatkamera muss sein.

Noch so eine Methode, sich zu verschulden. Es mag das Selbstbewusstsein stärken, eine Hasselblad zu besitzen. Aber die Kamera ist schwer, langsam und teuer. Für was genau brauchen Sie die wirklich? Tipp: Wenn Sie denken, die Kunden nehmen Sie nur mit Hasselblad ernst, dann posen Sie mit einer aus dem Rent für das Profilfoto auf Ihrer Website. Das erfüllt den gleichen Zweck und Sie können nachts ruhig schlafen.

3. Man fängt am besten mit Hochzeiten an, und arbeitet sich dann zur Businessfotografie hoch.

Privatkunden und Businesskunden sind zwei Welten mit eigenen Regeln und Erfahrungen, die man jeweils machen muss. Hochzeiten können als Einkommensquelle funktionieren, wenn man gut ist und sich wirklich engagiert. Vom Privatkundengeschäft rate ich ansonsten ab. Tipp: Überlegen Sie, wie viele private Porträtkunden im Monat kommen müssten, um einen Umsatz von mindestens 3.000 Euro zu erzielen (bei 150 Euro pro Auftrag sind das 20 Kunden!) und ob das realistisch ist.

4. Man braucht ein vielseitiges Portfolio, um sich als Fotograf/in vorzustellen.

Fotografen meinen zeigen zu müssen, dass sie alles können, was ein Kunde potenziell verlangen könnte – und packen das, was alle anderen auch so ähnlich zeigen, in eine feine Ledermappe. Besser wäre es, an einer Serie zu arbeiten, die wirklich außergewöhnlich ist und die bei den Betrachtern in Erinnerung bleibt. Der fotografierende Universalist ist out, der kreative Experte gefragt.

5. Man lernt Models kennen und verdient viel Geld mit wenig Arbeit.

In dieser Legende steckt ein Körnchen (historische!) Wahrheit. Es gibt auch Leute, die den Lotto-Jackpot gewinnen. Die Chance steht bei 1 zu 140 Millionen. Der Beruf des Fotografen ist schön, aber das Einkommen unsicher und ohne extrem viel Arbeit geht als Selbstständiger ohnehin gar nichts. Tipp: Wer in oder nach einer Anstellung darüber nachdenkt, in die Fotografie zu wechseln, sollte sich diese vorzugsweise als Hobby bewahren und zur Sicherung des Lebensstandards nach einer festen Tätigkeit Ausschau halten.

Ihre Begeisterung für die Fotografie möchte ich damit nicht schmälern, aber Sie wissen ja: Illusionen zahlen Ihnen auch 2015 nicht die Miete. Erfolgreich sind Sie als Person und durch das, was Sie zu sagen oder zu zeigen haben. Folgen Sie also nicht vermeintlich bewährten Berufsregeln; seien Sie individuell und bieten Sie kreative Lösungen an. 

Dieser Beitrag wurde zuerst als Newsletter für die Leser des Buches „Erfolg als Fotograf“ versandt. Wenn auch Sie regelmäßig etwa zehn Mal pro Jahr informiert werden möchten, tragen Sie sich einfach in das Newsletter-Formular im Seitenfeld ein.

Alle wohnen in Berlin

Die meisten Kultur-, Web- und Werbetreibenden möchten unbedingt in Berlin wohnen. In Berlin ist man schon halb in den USA. Englisch zu twittern ist obligatorisch. Eine enge Verbindung nach New York besteht traditionell, und so verwundert es nicht, dass sich auch reiche, kunstinteressierte Newyorker eine Zweitbleibe in der Bundeshauptstadt suchen. Das sorgt für Umsatz in den Galerien, was wiederum die Illusion nährt, man könne als Künstler preisgünstig und großzügig wohnen (verglichen mit Manhattan auf jeden Fall) und habe quasi unbegrenzte Ausstellungsmöglichkeiten sowie Einnahmequellen. Nun ja.

Die billige Wohnung ist der heimliche Motor der Berliner Ökonomie, denn erst sie ermöglicht die weitverbreitete Selbstausbeutung und unbezahlte Arbeit in allen möglichen Projekten. Die billige Wohnung ist der Humus des Kultur-Prekariats; böse Menschen sagen, wegen der billigen Wohnungen gebe es in Berlin so viel schlechte Kunst.

Fotografen enden in Berlin häufig genug als Hartz IV-Empfänger, weil es dort so unendlich viel mehr Fotografen gibt als Jobs. Aber sicher: Es lockt eine lebendige und vielfältige Kulturszene, die sich in großen Altbauwohnungen mit Designermöbeln und Flohmarktfunden schick eingerichtet hat. Da die klassische „Homestory“ der Printmagazine im Internet zu großer Form aufläuft, haben bekennende Berlinverächter wie auch Möchtegernberliner die Gelegenheit, neugierige Blicke hinter die Wohnungstüren zu werfen. Weiterlesen

Brian Finke: Flight Attendants

Brian Finke, Flight Attendants

Brian Finke, Flight Attendants: Lily and Azriza, Air Asia 2006

Sara

Sara

Das Foto der sich schminkenden Icelandair Stewardess Sara wurde zum „signature piece“ des in New York lebenden Fotografen Brian Finke. Sein freies Projekt über Stewardessen machte ihn international bekannt. Er zählt derzeit zu den gefragtesten Fotografen in New York und ich freue mich sehr, dass er spontan einer Veröffentlichung in Fotofeinkost zustimmte und meine Fragen beantwortete. Ein besseres Beispiel für Talent und engagierte Arbeit im Einklang mit kluger Selbstpräsentation und zugleich eine passendere Serie für die Reisesaison hätte ich kaum finden können.

Brian Finke: Christy, Southwest Airlines 2004

Brian Finke: Christy, Southwest Airlines 2004

Your published projects were on cheerleaders, football players, body builders – all very physical. The flight attendant series seems to have a different emphasis. Or were you just fascinated by young women in uniforms? Weiterlesen

Software-Update für Fotografen

Fotografen haben vielfach vergessen, dass sie die Kreativen sind und von sich aus optische Angebote machen sollten, statt stets nur auf Aufträge zu reagieren. Deshalb geht es hier nicht um die Software im Rechner, sondern um die im Kopf. Auch seine Fähigkeit, kreativ zu denken, muss man trainieren und updaten, um sie nicht im alltäglichen Stress zu verlieren.

Kreativ zu sein, bedeutet jedoch, Muße zu haben. Es ist nicht leicht, sich diese Muße zu verschaffen. Der Familienurlaub ist dazu denkbar ungeeignet. Es wäre sinnvoll, Ruhemomente in den Alltag zu integrieren, indem man die Musik abstellt und sich zum Entspannen auf den Boden legt. Oder ums Haus joggt. Wichtig ist, dabei seinen Gedanken nachhängen zu können und sich nicht unentwegt abzulenken. Manchmal reicht es vielleicht auch, so wie jetzt, daran erinnert zu werden, dass man den Beruf gewählt hat, weil man Ideen umsetzen wollte und neugierig auf die Welt war. Ich kann nur jedem Fotografen raten, nicht „zu experimentieren“ (anderes Wort für: mit der Ausrüstung zu spielen), sondern sich in seine Hohlkehle mit dem Gesicht zur weißen Wand zu setzen und zu überlegen, was er fotografieren würde, wenn er freie Wahl hätte – und es dann auch zu tun.

Übungen zur Auffrischung des kreativen Potenzials

Alle Fotografen, die so einsichtig sind, zu wissen, dass ihnen kreativer Input nicht schaden könnte, nehmen sich für die kommenden drei Monate fest vor: Weiterlesen

Top 5: Webseiten No-nos.

Das sollten Fotografen bei ihrer Webseite vermeiden, wenn sie ernst genommen werden wollen:

1. Die Verwendung von unsinnigen Tarnnamen wie „Photo-Impressionist“, „Bildwerker“, „Photozeichner“

2. Eine Begrüßungsfloskel

3. Die Auflistung des Fotoequipments

4. Dass die Site nur auf dem eigenen Bildschirm mit dem Lieblingsbrowser vollständig zu sehen ist

5. Alles hochzuladen, was irgendwie nach Foto aussieht, statt eine strenge Auswahl zu treffen

Ad 1: Hier sind durchaus alle Fotografen angesprochen. Das klingt zwar nach Amateur, kommt aber auch bei professionellen Fotografen vor.

Ad 2: „Herzlich willkommen …“ „und viel Spaß beim …“ geht nun gar nicht. Aber auch Flash-Intros, die man skippen muss, nerven bloß. Das ist schön für arbeitslose Grafiker, aber nicht für Leute, die sich schnell einen Überblick über die Fotos von jemandem verschaffen wollen.

Ad 3: „Guck mal, was ich Tolles habe! Ich bin schon ganz professionell!“ Auch ein No-no. Zudem zeugt es nicht von Umsicht, es potenziellen Dieben so einfach zu machen.

Ad 4: Wer mit seinen Fotos Öffentlichkeit sucht und eventuell sogar damit Geld verdienen möchte, benötigt eine professionelle Site. Schlicht, schön, schnell, wäre die Devise.

Ad 5: Die eigene Website ist nicht das Archiv! Hier gehören nur die wesentlichen Arbeiten hin, die noch dazu im kleinen Format gut aussehen und somit den Fotografen oder die Fotografin gut aussehen lassen.

Ist das alles? Leider nein! Fortsetzung folgt.