Taryn Simon talks

Ein wunderbares Fundstück: Taryn Simon spricht über ihre Fotoarbeiten. Sie ist aus meiner Sicht eine der wichtigsten und spannendsten Fotografen der Gegenwart. Und, wie man sieht, extrem professionell. Sicher hat Sie das Konzept Ihrer Arbeiten schon oft präsentiert, trotzdem ist ihre Souveränität doch bewunderns- und nachahmenswert.
Zum Hintergrund sollte man wissen, dass die 1975 geborene amerikanische Fotografin für Magazine fotografiert, aber nicht in der Magazin-, sondern in der Konzeptfotografie zu verorten ist. Die basiert auf der Konzeptkunst. Idee der Konzeptkunst ist ja, dass das Konzept an die Stelle der eigentlichen Kunstproduktion tritt. Fünfzig Jahre später und in der Fotografie ist es oft nur noch unverständliches verbales Geschwurbel zu öden Fotos. Es gibt aber auch positive Beispiele wie eben Taryn Simon, die schon im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt mit Ihrem Projekt „An American Index of the Hidden and Unfamiliar“ ausgestellt wurde.

Die Fotos treten als eher unpersönliche Sachaufnahmen auf, beklemmend wird das Ganze in der Gesamtschau und verständlich überhaupt nur durch die Texte, die geradezu lexikalisch das Bild erläutern. Ein wirklicher Schocker sind zudem die Fotos der zu Unrecht Verurteilten, die sehr viel über Wahrnehmung, das amerikanische Justizsystem, aber auch über das Engagement der Fotografin aussagen.

Wenn das Video nicht funktioniert, hier ein Link zur TED-Seite oder zu  YouTube.

3 Kommentare

  1. Hervorragend was die macht. „An American Index of the Hidden and Unfamiliar“ habe ich mir direkt bestellt.

    Ach ja, der Video Link tuts leider nicht. Alternativ:

  2. Oh ja, das hätte mich auch interessiert, leider hat TED da aber nen Bug, weil das Video leider nicht abzuspielen ist (also bei mir).

  3. Die Bilder von Taryn Simon machen mich ausserordentlich neugierig. Durch sie sehen wir Orte, von deren Existenz wir wissen (oder ihr Vorhandensein zumindest ahnen), die wir aber nie zu Gesicht bekommen.

    Sehr beeindruckend finde ich zum Beispiel ihr Foto des aus dem Boden auftauchenden Transatlantikkabels. Dieses Bild erinnert in seiner Schlichtheit an das Werk von Bernd und Hilla Becher, auch wenn es im Gegensatz zu deren Fotos farbig ist. Diese Schlichtheit steht im direkten Gegensatz zur Bedeutung des abgebildeten Gegenstands; man führe sich nur vor Augen, wie sehr diese Technologie die Welt verändert hat.

    Sehr interessant ist auch hier Gespräch mit Charlie Rose, zu sehen unter http://video.google.com/videoplay?docid=-4298264849715318858

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